VCÖ: In Österreich im 1. Quartal 78 Verkehrstote – Rückgang im Vergleich zum Vorjahr

VCÖ (Wien, 1. April 2016) – Die Zahl der Verkehrstoten ist heuer in Österreich in den ersten drei Monaten zurückgegangen, informiert der VCÖ. Aber mit 78 Todesopfern ist der Blutzoll auf Österreichs Straßen nach wie vor hoch. Die meisten Verkehrstoten waren in Niederösterreich zu beklagen. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen gegen Handy am Steuer aus. Zudem kann durch mehr Bahn- und Busverbindungen die Zahl der schweren Verkehrsunfälle verringert werden.

Bereits 78 Menschen verloren heuer bei Verkehrsunfällen in Österreich ihr Leben, wie die vorläufige VCÖ-Unfallbilanz für das 1. Quartal zeigt. Zur gleichen Zeit des Vorjahres waren 87 Verkehrstote zu beklagen, im Quartal 2014 sogar 103 Todesopfer und im 1. Quartal 2013 verunglückten 79 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich – das war die bisher niedrigste Anzahl.

Der VCÖ weist darauf hin, dass nur ein Bundesland das Ziel „kein tödlicher Verkehrsunfall“ erreichte, nämlich das Burgenland. Vorarlberg verfehlte dieses Ziel knapp, ein Autofahrer verunglückte diese Woche tödlich. Die meisten Todesopfer forderte der Straßenverkehr in Niederösterreich (19), in Oberösterreich starben 17 Menschen bei Verkehrsunfällen, in der Steiermark 14.

Ein zunehmendes Problem im Straßenverkehr ist Unachtsamkeit und Ablenkung. „Durch die Smartphones kommen zu den Telefonaten auch E-Mail schreiben und Internet-Surfen als weitere Ablenkungsursachen dazu. Dass der Bund dies nun explizit verbietet ist gut, aber zu wenig“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Denn auch nach der Gesetzesänderung wird der Exekutive die Überwachung erschwert, weil der Handy-Sünder angehalten werden muss. Ein Bildbeweis ist nach wie vor nicht möglich. „Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert etwa so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille“, verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer.

Wesentlich für mehr Verkehrssicherheit sind aber auch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen. „Dass Discobusse Menschenleben retten ist allgemein bekannt. Doch auch tagsüber braucht es mehr öffentliche Alternativen zum Auto. Gerade im Freizeitverkehr passieren viele schwere Unfälle“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Zudem werden die Arbeitszeiten zunehmend flexibler, Teilzeitbeschäftigung nimmt zu. Auch für die Beschäftigten ist ein gutes öffentliches Verkehrsangebot abseits der klassischen Pendlerzeiten wichtig.

Die Verkehrssicherheit der Fußgängerinnen und Fußgänger kann durch Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 im Ortsgebiet deutlich erhöht werden. Zudem sind zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet sichere Geh- und Radwege zu errichten. „Gehen und Radfahren ist jene Mobilität, die am  kostengünstigsten, umweltfreundlichsten und gesündesten ist. Umso wichtiger ist es, dass die Infrastruktur für das Gehen und Radfahren entsprechend ausgebaut und verbessert wird“, betont VCÖ-Experte Gansterer. 

VCÖ: Zahl der Verkehrstoten in Österreich im 1. Quartal gesunken (Anzahl Verkehrstote jeweils zwischen 1.Jänner und 31. März)

1.Quartal 2016: 78 Verkehrstote
1. Quartal 2015: 87  Verkehrstote
1. Quartal 2014: 103
1. Quartal 2013: 79
1. Quartal 2012: 97
1. Quartal 2011: 98
1. Quartal 2010: 103
1. Quartal 2009: 125
1. Quartal 2008: 137
1. Quartal 2007: 123
1. Quartal 2006: 102

*vorläufiges Ergebnis

Quelle: BMI, VCÖ 2016

VCÖ: In Niederösterreich gab es heuer die meisten Verkehrstoten (Verkehrstote im 1. Quartal 2016)

Niederösterreich: 19 Verkehrstote
Oberösterreich: 17 Verkehrstote
Steiermark: 14 Verkehrstote
Tirol: 9 Verkehrstote
Salzburg: 8 Verkehrstote
Kärnten: 6 Verkehrstote
Wien: 4 Verkehrstote
Vorarlberg: 1 Verkehrstoter
Burgenland: Kein Verkehrstoter

Österreich: 78 Verkehrstote

Quelle: BMI, VCÖ 2016

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