VCÖ: In Österreich heuer weniger Verkehrstote als im Vorjahr – aber 423 Todesopfer

VCÖ: Im Vergleich zur Schweiz ist Zahl der Verkehrstoten in Österreich hoch

VCÖ (Wien, 23. Dezember 2016) – Die Zahl der Verkehrstoten ist in Österreich heuer deutlich zurückgegangen, macht der VCÖ aufmerksam. Seit Jahresbeginn sind 423 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, um 56 weniger als am Ende des Vorjahres. Neben Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung kann durch den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie die Verbesserung der Infrastruktur für Gehen und Radfahren  die Verkehrssicherheit weiter erhöht werden, betont der VCÖ.

Nach dem Anstieg im Vorjahr, ist heuer die Zahl der Verkehrstoten in Österreich wieder gesunken. Die Zahl der Todesopfer ist aber nach wie vor hoch: 423 Menschen kamen seit Jahresbeginn im Straßenverkehr ums Leben, berichtet der VCÖ. Am Ende des Vorjahres waren 475 Todesopfer zu beklagen. Im Jahr 2014 war die Zahl der Verkehrstoten mit 430 am niedrigsten seit Bestehen der Unfallstatistik.

In sechs Bundesländern ging die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zurück, vor allem dort, wo es im Vorjahr einen starken Anstieg gab. Einzige Ausnahme ist die Steiermark, wo zum dritten Mal in Folge die Zahl der tödlichen Verunglückten gesunken ist, macht der VCÖ aufmerksam. In Oberösterreich, Vorarlberg und Wien nahm die Zahl der Verkehrstoten zu. Die meisten Verkehrstoten weist Niederösterreich auf, wo 112 Menschen tödlich verunglückten – zehn Mal so viele wie in Vorarlberg.

„Es gibt nur eine akzeptable Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle und die heißt null. Diesem Ziel gilt es durch weitere Maßnahmen so nahe wie möglich zu kommen. Denn hinter den Zahlen verbirgt sich das Leid vieler Familien, die Angehörige durch einen Verkehrsunfall verloren haben“, spricht sich VCÖ-Sprecher Christian Gratzer für weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen aus. Der VCÖ weist auf die Schweiz hin, wo die Zahl der Verkehrstoten deutlich niedriger ist. Im Vorjahr kamen in der Schweiz 253 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im 1. Halbjahr 2016 waren in der Schweiz 85 Verkehrstote zu beklagen, in Österreich war die Opferzahl mit 190 mehr als doppelt so hoch.

Ein Grund für die höhere Verkehrssicherheit in der Schweiz ist das dichte öffentliche Verkehrsnetz mit häufigen Verbindungen. Das Unfallrisiko mit dem Pkw ist etwa 50 Mal so hoch wie mit der Bahn. „Je mehr Menschen die Möglichkeit haben, ihre Alltagswege mit dem Öffentlichen Verkehr zurückzulegen, umso besser für die Verkehrssicherheit“, so VCÖ-Sprecher Gratzer. Vor allem in den Ballungsräumen und in den Regionen ist das Angebot deutlich zu verbessern. Da für Gemeinden die Finanzierung von öffentlichen Verkehrsangeboten oft schwierig ist, spricht sich der VCÖ dafür aus, dass Gemeinden einen Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für solche Projekte bekommen.

Wesentlich sind zudem im Ortsgebiet Maßnahmen für mehr Sicherheit für die Schwächsten im Verkehr. „Bei den Fußgängerinnen und Fußgängern sind ältere Menschen die größte Opfergruppe. Das Verkehrssystem nimmt auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht. Wir brauchen eine seniorengerechte Verkehrsplanung im Ortsgebiet“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Konkret bedeutet das mehr Verkehrsberuhigung, übersichtliche Straßenübergänge und breite Gehwege sowie bei Fußgängerampeln längere Grünphasen und kürzere Rotphasen.

Zudem braucht es in Österreich verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptursachen der tödlichen Unfälle zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit.

VCÖ: Heuer deutlich weniger Verkehrstote in Österreich

(Anzahl Verkehrstote in Österreich) 

1.Jänner bis 22. Dezember 2016: 423 Verkehrstote

Jahr.2015: 475 Verkehrstote
Jahr 2014: 430 Verkehrstote (bisher niedrigste Anzahl an Verkehrstoten)

Jahr 2013: 455 Verkehrstote
Jahr 2012: 531 Verkehrstote

Jahr 2011: 523 Verkehrstote
Jahr 2010: 552 Verkehrstote

Jahr 2009: 633Verkehrstote
Jahr 2008: 679 Verkehrstote

Jahr 2007: 691Verkehrstote
Jahr 2006: 730 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

VCÖ: Die meisten Verkehrstoten in Niederösterreich, die wenigsten in Vorarlberg (Anzahl Verkehrstote 1.1.- 22.12.2016, in Klammer Änderung gegenüber Gesamtjahr 2015)

Niederösterreich: 112 Verkehrstote (minus 19 Todesopfer)

Oberösterreich: 89 Verkehrstote (plus 1)

Steiermark: 67 Verkehrstote (minus 10)

Tirol: 42 Verkehrstote (minus 8)

Kärnten: 33 Verkehrstote (minus 7)

Salzburg: 31 Verkehrstote (minus 12)

Burgenland: 19 Verkehrstote (minus 5)

Wien: 19 Verkehrstote (plus 6)

Vorarlberg: 11 Verkehrstote (plus 2)

Österreich: 423 Verkehrstote (minus 56)
Quelle: BMI, VCÖ 2016

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