VCÖ: In Österreich hat bereits jeder 3. Haushalt eine Öffi-Jahreskarte

VCÖ: Spitzenreiter Wien vor Vorarlberg

VCÖ (Wien, 17. März 2017) – Immer mehr Haushalte in Österreich haben eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr, macht der VCÖ aufmerksam. Während im Jahr 2005 nur jeder fünfte Haushalt über eine Jahreskarte verfügte, ist es heute bereits jeder dritte. Spitzenreiter ist Wien, wo es mehr Haushalte mit Öffi-Jahreskarte als mit Pkw gibt. Der VCÖ fordert ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz mit häufigeren Verbindungen auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten.

In rund 1,26 Millionen Haushalten in Österreich gibt es zumindest eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr, das sind um rund 530.000 mehr als noch im Jahr 2005, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Dazu zählen beispielsweise Jahreskarten für einzelne Städte, Pendlerkarten oder die Top-Jugendtickets. Der Anstieg ist nicht nur auf die großen Städte zurückzuführen. So ist der Anteil der Haushalte mit Jahreskarte in Gemeinden unter 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner von 18 Prozent im Jahr 2010 auf 22 Prozent gestiegen, österreichweit in diesem Zeitraum von 24 auf 33 Prozent.

Spitzenreiter ist Wien, wo bereits 64 Prozent der Haushalte eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr haben. „Wien ist das einzige Bundesland, wo es mittlerweile mehr Haushalte mit einer Öffi-Jahreskarte als mit einem Pkw gibt“, berichtet VCÖ-Experte Markus Gansterer. Den zweithöchsten Anteil hat Vorarlberg, wo 35 Prozent der Haushalte eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr besitzen. In Vorarlberg gibt es so wie in Wien ein 365 Euro-Ticket, das für das gesamte Bundesland gilt. Den geringsten Anteil weist das Burgenland mit 15 Prozent auf. In den anderen Bundesländern haben zwischen 22 und 25 Prozent der Haushalte eine Jahreskarte für den Öffentlichen Verkehr. Positiv ist, dass es mittlerweile in allen Bundesländern für Jugendliche günstige Öffi-Jahresnetzkarten gibt.

„Das Mobilitätsverhalten wird flexibler. Die Bereitschaft je nach Zweck das am besten geeignete Verkehrsmittel zu wählen steigt - vorausgesetzt es gibt ein gutes Angebot an Verbindungen. Ein dichtes Netz mit häufigen Verbindungen ist die Voraussetzung dafür, dass günstige Jahreskarten erfolgreich sind“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Diese Voraussetzung fehlt aber  in vielen Regionen. So sind nicht einmal alle rund 120 regionalen Zentren in Österreich gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Angesichts der wachsenden Anzahl von Teilzeitarbeit ist es zudem wichtig, dass auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten regelmäßige Verbindungen angeboten werden. Verbesserungsbedarf gibt es zudem beim Ticketing, wenn die Jahreskarte mit anderen Fahrkarten kombiniert wird.

Ein hoher Anteil an Haushalten mit Jahreskarten für den Öffentlichen Verkehr ist aus Umweltschutzgründen und auch aus sozialer Sicht zu begrüßen, betont der VCÖ. Nimmt man das Kilometergeld als Grundlage, kommt man um das Geld, das eine Jahreskarte in Wien oder Vorarlberg kostet, mit dem Auto lediglich 870 Kilometer weit, was im Schnitt nicht einmal für ein Monat reicht. „Für Haushalte mit hohem Einkommen ist der Öffentliche Verkehr ein Teil des vielfältigen Mobilitätsangebots. Für Haushalte mit niedrigem Einkommen bietet der Öffentliche Verkehr ein unverzichtbares leistbares Grundangebot an Mobilität“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: Wien hat höchsten Anteil an Haushalten mit Öffi-Jahreskarte (Anteil 2015 – in Klammer Anteil im Jahr 2010)

Wien: 64 Prozent (40 Prozent)

Vorarlberg: 35 Prozent (27 Prozent)

Salzburg: 25 Prozent (21 Prozent)

Tirol: 24 Prozent (16 Prozent)

Niederösterreich: 24 Prozent (21 Prozent)

Steiermark: 22 Prozent (17 Prozent)

Oberösterreich: 22 Prozent (21 Prozent)

Kärnten: 22 Prozent  (13 Prozent)

Burgenland: 15 Prozent (9 Prozent)

Österreich: 33 Prozent (24 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

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