VCÖ: In Österreich gibt es bereits rund 300.000 Elektro-Fahrräder

VCÖ (Wien, 15. April 2016) – Elektro-Fahrräder sind die am stärksten verbreiteten Elektro-Fahrzeuge in Österreich, macht der VCÖ aufmerksam. Rund 300.000 Elektro-Fahrräder stehen 6.000 E-Autos und rund 5.500 E-Mopeds und Motorrädern gegenüber. E-Fahrräder sind ideal für Strecken bis zu 15 Kilometer. Der VCÖ fordert den Bau von Radschnellwegen in Österreich sowie mehr wettergeschützte Radabstellplätze.

„Elektro-Fahrräder sind bei weitem die beliebtesten E-Fahrzeuge in Österreich. Es gibt etwa 50 Mal so viele Elektro-Fahrräder wie E-Autos“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Allein in den vergangenen vier Jahren wurden in Österreich 210.000 Elektro-Fahrräder gekauft. Im Vorjahr waren bereits 19,8 Prozent der neuen Fahrräder mit einem unterstützenden Elektro-Motor ausgestattet. Zum Vergleich: Bei den Pkw betrug der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen 0,5 Prozent. Insgesamt gibt es in Österreich bereits rund 300.000 Elektro Fahrräder.

Der VCÖ weist darauf hin, dass im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Österreich mehr Elektro-Fahrräder gekauft werden als in der Schweiz oder in Deutschland. In Deutschland wurden im Vorjahr pro Million Einwohner rund 6.500 E-Fahrräder gekauft, in der Schweiz waren es 8.000 und in Österreich rund 8.900 pro Million Einwohner. Spitzenreiter sind die Niederlande mit rund 15.500 verkauften E-Fahrrädern pro Million Einwohner.

Die sogenannten „Pedelecs“ haben einen E-Motor, der beim Treten als Unterstützung dazu geschaltet werden kann. Der E-Motor ist auf maximal 25 km/h beschränkt. Elektro-Fahrräder sind für Distanzen bis etwa 15 Kilometer gut geeignet. Elektro-Fahrräder können viele Autofahrten ersetzen. In Vorarlberg haben im Rahmen eines Modellversuchs Elektro-Fahrradfahrer 35 Prozent ihrer früheren Autofahrten auf das Rad verlagert. Im Schnitt verbraucht ein E-Fahrrad 1 kWh pro 100 Kilometer. Mit der Energiemenge von drei Liter Benzin kann man mit dem E-Fahrrad mehr als 2.000 Kilometer weit fahren, verdeutlicht der VCÖ.

„Elektro-Fahrräder können einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen des Verkehrs leisten. Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, braucht es in Österreich einen verstärkten Ausbau der Infrastruktur fürs Radfahren“, betont VCÖ-Experte Gansterer. In ländlichen Regionen sind sichere Radverbindungen zwischen den Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet zu errichten. Österreichs Ballungsräume sollten ein Netz an Radschnellwegen bekommen, die das Umland mit der jeweiligen Stadt verbinden. "International setzen immer mehr Ballungsräume auf Radschnellwege, um die Straßen zu entlasten und Staus zu verringern. So bekommt beispielsweise das Ruhrgebiet in Deutschland einen rund 100 Kilometer langer Radschnellweg, in der Stadtregion Kopenhagen ist ein Netz von 28 Routen mit einer Gesamtlänge von 467 Kilometer geplant", weist VCÖ-Experte Gansterer auf internationale Beispiele hin. Zudem fordert der VCÖ mehr sichere und überdachte Fahrrad-Abstellanlagen.

VCÖ: E-Fahrräder die am stärksten verbreiteten E-Fahrzeuge in Österreich

E-Fahrräder:  300.000
E-Autos: 6.000
E-Mopeds & Motorräder: 5.500

Quelle: VCÖ 2016

Zurück zur Übersicht