VCÖ: In Österreich gibt es bereits mehr als 100.000 Elektro-Fahrräder - 07.04.2013

Der Elektro-Fahrradboom hält in Österreich weiter an. Im Vorjahr war bereits jedes zehnte neu gekaufte Fahrrad ein Elektro-Fahrrad, macht der VCÖ aufmerksam. Eine VCÖ-Analyse zeigt, dass es in Österreich bereits mehr als 100.000 Elektro-Fahrräder gibt. Eine niederländische Studie zeigt, dass Elektro-Fahrradfahrer um rund 75 Prozent mehr Kilometer radeln als Personen mit herkömmlichen Fahrrädern. Der VCÖ fordert einen rascheren Ausbau der Radfahrinfrastruktur und mehr sichere Fahrradabstellanlagen.

Rund 45.000 Elektro-Fahrräder wurden im Vorjahr in Österreich verkauft. Damit hatte jedes zehnte neu gekaufte Fahrrad einen Elektromotor, macht der VCÖ aufmerksam. Insgesamt gibt es in Österreich bereits mehr als 100.000 Elektro-Fahrräder. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Verkäufe so genannter Pedelecs verfünffacht. Für heuer rechnet der VCÖ, dass die Nachfrage nach Elektro-Fahrrädern weiter steigen wird.

„Elektro-Fahrräder ermöglichen es, im Land der Berge ohne Schweißperlen ans Ziel zu kommen. Sie sind auch für längere Distanzen von zehn, fünfzehn Kilometern gut geeignet“, nennt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer die Vorteile der Elektro-Fahrräder (Pedelecs). In Österreich sind sechs von zehn Autofahrten kürzer als zehn Kilometer. In Vorarlberg haben Elektro-Fahrradfahrer 35 Prozent ihrer früheren Autofahrten auf das Rad verlagert. Je nach dem wie intensiv der Elektro-Motor genutzt wird, beträgt die Reichweite der Motoren im Schnitt 40 bis 50 Kilometer. 

Eine niederländische Studie zeigt, dass Personen mit Elektro-Fahrrädern rund 75 Prozent mehr Kilometer pro Jahr radeln als Personen mit herkömmlichen Rädern. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen werden mit Pedelecs sogar doppelt so viele Kilometer geradelt wie mit herkömmlichen Rädern. „Der Elektromotor ermöglicht es älteren Menschen, länger mit dem Fahrrad unterwegs sein zu können. Aber auch Jüngere entscheiden sich immer öfters für E-Fahrräder“, so VCÖ-Experte Gansterer. Im internationalen Vergleich hat Österreich noch aufzuholen. In den Niederlanden gibt es bereits eine Million Elektro-Fahrräder, in Deutschland sind es 1,3 Millionen und in der Schweiz rund 200.000.

Zunehmend mehr Pendler nutzen Elektro-Fahrräder, um damit zum nächsten Bahnhof zu kommen. In diesem Bereich sieht der VCÖ aber noch großen Verbesserungsbedarf. „Oft fehlt es in den Regionen an sicheren Radverbindungen zu den Bahnhöfen. Es braucht mehr Radwege entlang von Freilandstraßen. Und bei den Bahnhöfen sind mehr überdachte und sichere Radabstellanlagen zu errichten“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Beim Kauf eines Elektro-Fahrrads ist auch darauf zu achten, wie viel der Nachkauf eines Akkus kostet, empfiehlt der VCÖ. Bei hochwertigen Akkus liegt die Nutzungsdauer bei rund 1.000 Ladevorgängen.

Der VCÖ erhebt derzeit in einer Umfrage, welche Maßnahmen Österreichs Radfahrer wünschen. An der Umfrage kann auch im Internet unter www.vcoe.at teilgenommen werden.

VCÖ: Bereits jedes zehnte gekaufte Fahrrad ist ein E-Bike (Anzahl verkaufte Elektro-Fahrräder)
Jahr 2012: 45.000*
Jahr 2011: 35.000
Jahr 2010: 20.000
Jahr 2009: 12.000
Jahr 2008: 8.000
* Schätzung VCÖ
Quelle: WKÖ, VCÖ 2013

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