VCÖ: In Graz wurde im Vorjahr deutlich mehr Rad gefahren

VCÖ (Wien, 21. Jänner 2015) – In Graz wurde im Vorjahr deutlich mehr in die Pedale getreten als im Jahr 2013, macht der VCÖ aufmerksam. Von den vier automatischen Radverkehrszählstellen in Graz wurden bis zu 50 Prozent mehr Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt. Bei der am stärksten befahrenen Zählstelle Keplerbrücke waren um ein Drittel mehr Radfahrende unterwegs. Der VCÖ fordert einen stärkeren Ausbau der Radfahrinfrastruktur im Raum Graz. Damit können Staus reduziert und die Luftqualität weiter verbessert werden.

„Die Grazerinnen und Grazer sind im Vorjahr deutlich mehr Rad gefahren. Das milde Wetter hat dafür gesorgt, dass auch im Winter fest in die Pedale getreten wird“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. Der VCÖ weist darauf hin, dass bei der am stärksten befahrenen Zählstelle in Graz – Keplerbrücke – an Werktagen zwischen Jänner und November im Schnitt 4.925 Radfahrende gezählt wurden, das ist eine Zunahme um ein Drittel. Im Vergleich zum Jänner bis November 2010 waren hier sogar um zwei Drittel mehr Radfahrende unterwegs.

Auch die anderen drei Zählstellen weisen eine Zunahme des Radverkehrs auf: Bei der Körösistraße wurden pro Tag 3.750 Radfahrende gezählt, eine Zunahme um 20 Prozent. Bei der Zählstelle Stadtpark waren im Schnitt 3.435 Radlerinnen und Radler unterwegs (plus 51 Prozent) und bei der Bertha von Suttnerbrücke waren es 2.335 (plus 6 Prozent).

„Die Grazerinnen und Grazer leisten durchs Radfahren einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssituation und der Luftqualität. Wird eine Strecke mit dem Rad  statt mit dem Auto gefahren, kommen keine gesundheitsschädlichen Schadstoffe in die Luft. Wichtig ist, dass dem Radfahren in Graz mehr Platz eingeräumt wird“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Das Fahrrad ist nicht nur ein sehr umweltfreundliches Verkehrsmittel, es braucht auch deutlich weniger Platz: Auf einen Autoparkplatz können bis zu zehn Fahrräder geparkt werden.

Der VCÖ fordert den Ausbau der Radfahrinfrastruktur im gesamten Raum Graz. Die Umlandgemeinden sind durch Hauptradrouten an die Stadt anzuschließen. „Jede zweite Autofahrt in Graz ist kürzer als sechs Kilometer und damit in einer fürs Radfahren idealen Distanz. Und mit den immer beliebter werdenden Elektro-Fahrrädern sind auch Distanzen von 15 Kilometern für viele gut zu bewältigen“, sieht VCÖ-Experte Gansterer ein großes Umsteigepotenzial. „Allein schon aufgrund der langen Radfahrkultur könnte Graz Österreichs Kopenhagen werden. Auch in Kopenhagen fiel der hohe Radverkehrsanteil nicht vom Himmel, sondern wurde durch zahlreiche Maßnahmen Schritt für Schritt erreicht.“ In Kopenhagen werden 33 Prozent der Alltagswege mit dem Rad gefahren, in Graz waren es im Jahr 2013 nur 14 Prozent. Unternehmen und Betriebe können durch Mobilitätsmanagement viel dazu beitragen, dass mehr Beschäftigte mit dem Rad zur Arbeit kommen, wie beispielsweise das LKH Graz und die Anton Paar GmbH vorzeigen.

Zusatznutzen: Investitionen in Radfahrinfrastruktur schaffen vor allem regional Arbeitsplätze. Pro 100 Million Euro schafft der Bau von Radfahrinfrastruktur um 55 Prozent mehr Arbeitsplätze als der (maschinenintensive) Autobahnbau, betont der VCÖ.

VCÖ-Tipps zum Radfahren im Winter

In der dunklen Jahreszeit ist aufgrund der Sichtverhältnisse eine gute Beleuchtung unverzichtbar. Als Rücklicht empfiehlt der VCÖ ein Standlicht, das auch leuchtet, wenn man etwa bei einer Kreuzung steht. Weitere VCÖ-Tipps: Den Reifendruck etwas verringern, die Kette immer wieder ölen  und das Funktionieren der Bremsen regelmäßig kontrollieren. Auch beim Radfahren gilt: Das Tempo den Fahrbahnverhältnissen anpassen, besonders aufmerksam fahren.

 

VCÖ: In Graz wurde im Vorjahr mehr Rad gefahren (durchschnittliche Anzahl Radfahrende pro Werktag Jänner bis November 2014, in Klammer Änderung zu Jänner bis November 2013)

Keplerbrücke: 4.925 Radfahrende pro Werktag (plus 32 Prozent)

Körösistraße: 3.750 Radfahrende pro Werktag (plus 20 Prozent)

Stadtpark: 3.435 Radfahrende pro Werktag (plus 51 Prozent)

Bertha von Suttnerbrücke: 2.335 Radfahrende pro Werktag (plus 6 Prozent)

Quelle: Stadt Graz, VCÖ 2015

 

VCÖ: Zahl der Radfahrenden in Graz nimmt zu (durchschnittliche Anzahl Radfahrende pro Werktag – Zählstelle Keplerbrücke)

Jänner bis November 2014: 4.925 Radfahrende pro Werktag

Jänner bis November 2013: 3.730

Jänner bis November 2012: 3.465

Jänner bis November 2011: 3.100

Jänner bis November 2010: 2.950

Quelle: Stadt Graz, VCÖ 2015

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