VCÖ: In Graz seit sechs Tagen zu hohe Feinstaubbelastung

VCÖ: Verstärkte Maßnahmen gegen Luftverschmutzung nötig

VCÖ (Wien, 23. Jänner 2017) – Bereits an 12 Tagen war heuer in Graz die Feinstaubbelastung zu hoch, macht der VCÖ aufmerksam. Seit Mittwoch letzter Woche wurde täglich der Tagesgrenzwert überschritten. Zu hohe Feinstaubbelastung kann unter anderem zu Lungenschäden und Herz-Kreislauferkrankungen führen. Hauptverursacher von Feinstaub sind Verkehr, Hausbrand und Industrie. Der VCÖ spricht sich für verstärkte Maßnahmen gegen Luftverschmutzung aus.

Auch heute früh weisen die Messstellen in Graz überhöhte Feinstaubwerte auf. Damit ist heute der sechste Tag in Folge mit zu hoher Feinstaubbelastung. „Für die Gesundheit der Bevölkerung ist die über längere Zeit zu hohe Feinstaubbelastung schädlich, besonders für Kinder und ältere Menschen“, macht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen auf die Folgen aufmerksam. Feinstaub kann Atemwegserkrankungen, Lungenschäden sowie Herz-Kreislauferkrankungen auslösen.

Je kleiner die Partikel, umso gefährlicher sind diese, betont der VCÖ. Nicht nur die Atemwege sind betroffen: Die winzigen Partikel sind für viele Organe gefährlich. Die kleinsten Partikel (PM0,1 bis PM1) können bis in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen und bei Organen chronische Entzündungen verursachen. Vor allem entlang von Straßen ist die Belastung mit den Kleinstpartikeln hoch. Hauptverursacher von Feinstaub sind Verkehr, Hausbrand und Industrie. Die aktuelle Wetterlage verschärft das Problem.

Insgesamt wurde an der Messstelle Graz Süd heuer bereits an 12 Tagen der Feinstaub-Tagesgrenzwert überschritten. Das ist österreichweit der höchste Wert, berichtet der VCÖ. Die zweithöchste Belastung wist die Messstelle Graz Mitte auf (11 Tage mit zu viel Feinstaub in der Luft), dahinter folgen drei weitere Grazer Messstellen: Graz Don Bosco, Graz Ost und Graz West, wo an zehn Tagen der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten wurde.

Das Verbrennen fossiler Energieträger, wie Heizöl und Kohle beim Heizen sowie Diesel und Benzin im Verkehr, verschmutzt die Luft mit Feinstaub und anderen Schadstoffen. „Je früher der mit dem Klimaabkommen von Paris beschlossene Ausstieg aus fossilen Energieträgern gelingt, umso besser für die Luftqualität“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Der Kfz-Verkehr verschmutzt durch seine Abgase, durch Reifen- und Bremsabrieb sowie durch Aufwirbelung  die Luft.

Der VCÖ empfiehlt, Autofahrten zu vermeiden. Auch im eigenen Interesse, denn bei starkem Verkehr befinden sich die Pkw-Insassen in einer Schadstoffwolke mit einer besonders hohen Anzahl von Ultrafeinstaubpartikel. Wichtig sind zudem verstärkte Maßnahmen für eine verbesserte Luftqualität. Je mehr Menschen durch häufigere Verbindungen und ein dichteres Netz mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto nach Graz fahren können, umso besser für die Luftqualität, so der VCÖ. Zudem sollte es durch direkte Radschnellverbindungen mehr Menschen vom direkten Umland ermöglicht werden, mit dem Rad nach Graz zu fahren.

Fuhrparks sind so weit es geht auf E-Fahrzeuge umzustellen. "Kontraproduktiv ist in diesem Zusammenhang, dass Dieseltreibstoff in Österreich steuerlich begünstigt wird. Dieselabgase enthalten besonders viele gesundheitsschädliche Schadstoffe", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Darüber hinaus ist durch eine verkehrssparende Siedlungspolitik und die Stärkung der Nahversorgung Verkehr zu vermeiden. Einkaufszentren außerhalb der Stadt sind enorme Verkehrserreger. Sinnvoll ist eine Parkplatzabgabe für die Eigentümer von Großparkplätzen. So wird ein Anreiz gesetzt, die öffentlichen Verkehrsverbindungen zu Einkaufszentren auszubauen, betont der VCÖ.

VCÖ: Graz auch heuer am stärksten mit Feinstaub belastet (Tage im Jahr 2017 (1.1. bis 22.1.) mit Tagesmittelwert von mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. Erlaubter Jahresgrenzwert in Österreich: 25 Tage mit zu hoher Feinstaubbelastung)

Graz Süd Tiergartenweg: 12 Tage

Graz Mitte Gries: 11 Tage

Graz Don Bosco: 10 Tage

Graz Ost Petersgasse:10 Tage

Graz West Eggenberg: 10 Tage

Kittsee: 9 Tage

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2017

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