VCÖ: In beliebten Urlaubsländern ist Unfallrisiko höher als in Österreich

VCÖ (Wien, 29. Juni 2016) – In Kroatien heißt es im Straßenverkehr besonders achtsam zu sein. Nur Bulgarien, Rumänien und Lettland weisen in der EU mehr Verkehrstote pro Million Einwohner auf als das zweitbeliebteste Urlaubsziel der Österreicherinnen und Österreicher, macht der VCÖ aufmerksam. Auch in Griechenland, Ungarn und Portugal ist das Unfallrisiko vergleichsweise hoch. Die verkehrssichersten Länder Europas sind Norwegen, Malta und Schweden, wo die Tempolimits niedriger als in Österreich sind, informiert der VCÖ.

„Bei der Verkehrssicherheit gibt es innerhalb Europas große Unterschiede. Leider zählen einige der beliebtesten Urlaubsziele der Österreicherinnen und Österreicher zu jenen Staaten, wo das Unfallrisiko hoch ist“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. So kamen im Vorjahr in Kroatien pro Million Einwohner 82 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Höher war die Anzahl der Verkehrstoten pro Million Einwohner nur in Bulgarien (98), Rumänien und Lettland (jeweils 95). In Österreich waren pro Million Einwohner 56 Verkehrstote zu beklagen. Auch in Griechenland (74), Tschechien (70) und Ungarn (66) ist die Opferzahl höher als in Österreich.

Italien, das beliebteste Reiseziel der Österreicherinnen und Österreicher, wies im Vorjahr so wie Österreich 56 Verkehrstote pro Million Einwohner auf. „Italien ist es gelungen, die Zahl der Verkehrstoten von 4.114 im Jahr 2010 auf 3.430 zu verringern. Insgesamt steigt die Verkehrssicherheit in Europa, aber allein in der EU wurden im Vorjahr im Schnitt jeden Tag 72 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet“, weist  VCÖ-Experte Gansterer auf den nachwievor hohen Blutzoll hin.

Die verkehrssichersten Staaten Europas befinden sich in Nordeuropa. In Norwegen kamen pro Million Einwohner 23 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Schweden 27 und in Dänemark 31. In Norwegen ist die Zahl der Verkehrstoten seit dem Jahr 2010 um 44 Prozent zurückgegangen und damit dreimal so stark wie in Österreich, so der VCÖ. Auch in Malta, Großbritannien und in der Schweiz ist das tödliche Unfallrisiko geringer als hierzulande. „All den verkehrssicheren Ländern ist gemeinsam, dass die Tempolimits niedriger sind als in Österreich. Zudem wird gerade in den skandinavischen Staaten in der Verkehrsplanung auf Kinder und ältere Menschen, insbesondere wenn sie zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, mehr Rücksicht genommen“, erklärt VCÖ-Experte Gansterer.

Die Tipps des VCÖ für die sichere Urlaubsfahrt:  Tempolimits unbedingt einhalten, das Motto "gleiten statt rasen“ beherzigen. Mit voller Aufmerksamkeit fahren, während des Lenkens des Autos Hände weg vom Handy. Wer nüchtern mit 0,0 Promille fährt, reagiert schneller und hat damit  ein geringeres Unfallrisiko. Und vor allem rücksichtsvoll fahren und ausreichend Pausen machen.  Am Urlaubsort, wenn möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Sicherer in den Urlaub ist man zudem mit Bahn oder Bus unterwegs, auch der Autoreisezug kann bei manchen Strecken eine gute  Alternative sein.

VCÖ: In Bulgarien ist tödliches Unfallrisiko am höchsten (Anzahl Verkehrstote pro Million Einwohner im Jahr 2015)

Norwegen: 23 Verkehrstote pro Million Einwohner 
Malta: 26
Schweden: 27
Großbritannien: 29
Schweiz: 31
Dänemark 31
Spanien 36
Irland 36
Niederlande: 37
Deutschland 43
Finnland 48
Slowakei 51
Estland 51
Frankreich 54
Österreich: 56
Italien 56
Slowenien: 58
Portugal: 60
Luxemburg: 64
Ungarn: 66
Belgien: 67
Zypern: 67
Serbien: 68
Tschechien 70
Griechenland: 74
Polen: 77
Litauen: 80
Kroatien: 82
Lettland:95
Rumänien 95
Bulgarien: 98

Quelle: ETSC, VCÖ 2016

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