VCÖ: In allen Bundesländern ist CO2-Ausstoß des Verkehrs seit 1990 sehr stark gestiegen

VCÖ: Verkehr ist auch größter Verursacher der Stickoxid-Emissionen

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VCÖ (Wien, 4. Juni 2021) – Der Verkehr ist Österreichs größtes Klimaschutz-Problem, stellt der VCÖ anlässlich des morgigen Weltumwelttages fest. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in allen Bundesländern der CO2-Ausstoß des Verkehrs seit dem Jahr 1990 stark gestiegen ist. Damit wurden Einsparungen anderer Sektoren wieder zunichtegemacht. Der VCÖ fordert, dass die Infrastrukturpolitik sowohl auf Bundes- als auch auf Landes und Stadtebene in Einklang mit den Klimazielen gebracht wird.

Im Jahr 1990 war in keinem einzigen Bundesland der Anteil des Verkehrs am CO2-Ausstoß größer als 50 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Am höchsten war der Anteil im Burgenland, wo der Verkehr damals für rund 45 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich war. Österreichweit waren es rund 22 Prozent. Vor der Coronakrise verursachte der Verkehr bereits in fünf Bundesländern mehr als die Hälfte des CO2-Ausstoßes, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zeigt: Im Burgenland, Vorarlberg, Salzburg, Kärnten und Tirol. Nach dem coronabedingten Verkehrsrückgang im Vorjahr, droht heuer wieder ein deutlicher Anstieg der Verkehrsemissionen. CO2 macht fast 85 Prozent der gesamten Treibhausgase Österreichs aus.

Am niedrigsten war der Anteil des Verkehrs an den CO2-Emissionen des Bundeslandes in Oberösterreich mit rund 24 Prozent, aber nicht weil der CO2-Ausstoß des Verkehrs gering ist, sondern aufgrund vom hohen Anteil der in Oberösterreich starken Industrie. Mit rund 80 Prozent war die Zunahme der CO2-Emissionen des Verkehrs in Oberösterreich größer als im Österreich-Schnitt. Am höchsten war die Zunahme des CO2-Ausstoßes des Verkehrs in Tirol (plus 87,3 Prozent) aufgrund der massiven Zunahme des Lkw-Transits. Am niedrigsten war die Zunahme in Wien (plus 50,5 Prozent) vor Vorarlberg (plus 67,6 Prozent).

„Aufgrund der sich verschärfenden Klimakrise darf es kein weiter wie bisher geben. Der Anteil des Öffentlichen Verkehrs sowie von Radfahren und Gehen an der Mobilität ist stark zu erhöhen, sonst verfehlt Österreich die Klimaziele, was uns allen extrem teuer kommen würde“, weist VCÖ-Experte Schwendinger auf den unlängst veröffentlichten Rechnungshofbericht hin, der vor Kosten von bis zu 9,2 Milliarden Euro in den kommenden neun Jahren warnte, wenn die Klimaziele verfehlt werden.

Zentralen Einfluss auf die Verkehrsentwicklung und das Mobilitätsverhalten hat die Infrastrukturpolitik. „Dies muss sowohl auf Bundes- als auch auf Landes- und Stadtebene rasch in Einklang mit den Klimazielen gebracht werden“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. Neben mehr Schieneninfrastruktur braucht es auch den massiven Ausbau der Rad-Infrastruktur. Österreich hat aufgrund der Versäumnisse der Vergangenheit bei der Rad-Infrastruktur sehr großen Aufholbedarf. Gleichzeitig gilt es bei den Ausbauplänen für hochrangige Straßen die Stopptaste zu drücken. „Der Verkehr braucht eine CO2-Diät. So wie mehr Fett und Zucker kontraproduktiv sind, wenn man abnehmen möchte, sind mehr Autobahnen kontraproduktiv, wenn man das Klimaziel erreichen möchte“, so VCÖ-Experte Schwendinger.

Der Verkehr ist darüber hinaus der größte Verursacher von Stickoxid-Emissionen, die vor allem in Dieselabgasen enthalten sind. Mehr als die Hälfte der Stickoxid-Emissionen in Österreich werden vom Verkehr verursacht, in Wien ist der Verkehr sogar für rund drei Viertel des Stickoxidausstoßes verantwortlich, macht der VCÖ aufmerksam. Stickoxide können unter anderem Asthma, Bronchitis und  Lungenschäden verursachen. Dass Diesel noch immer steuerlich begünstigt wird, ist angesichts der Gesundheitsschäden durch Dieselabgase nicht nachvollziehbar.

VCÖ: In allen Bundesländern hat CO2-Ausstoß des Verkehrs seit 1990 massiv zugenommen (CO2-Emissionen durch Verkehr im Jahr 2018 (aktuellste Daten) – in Klammer Jahr 1990)

Niederösterreich: 5.158.000 (2.948.000, plus 74,9 % )

Oberösterreich: 4.463.000 (2.457.000, plus 81,6 %)

Steiermark: 3.609.000 (2.057.000, plus 75,4 %)

Wien: 3.296.000 (2.189.000, plus 50,6 %)

Tirol: 1.948.000 (1.040.000, plus 87,3 %)

Kärnten: 1.726.000 (1.002.000, plus 72,3%)

Salzburg: 1.497.000 (814.000, plus 83,9%)

Vorarlberg: 964.000 (576.000, plus 67,6%)

Burgenland: 945.000 (506.000, plus 86,7 %)

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2021

 

VCÖ: Verkehr größter Verursacher von Stickoxid-Emissionen (Anteil des Verkehrs an den Stickoxid-Emissionen im Jahr 2018)

Wien: 75,8 %

Vorarlberg: 66,2 %

Salzburg: 60,4 %

Tirol: 59,7 %

Burgenland: 59,1 %

Niederösterreich: 53,1 %

Kärnten: 52,5 %

Steiermark: 49,9 %

Oberösterreich: 48,6 %

Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2021

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