VCÖ: Im Vorjahr waren 57 Prozent der tödlich verunglückten Fußgänger Senioren!

VCÖ: In den letzten 10 Jahren starben 459 Senioren bei Fußgängerunfällen

VCÖ (Wien, 27. Jänner 2017) – Seniorinnen und Senioren sind die größte Opfergruppe bei den tödlichen Fußgängerunfällen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Vorjahr waren 41 der 72 im Straßenverkehr getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger 65 Jahre oder älter. Der Anteil der tödlich verunglückten Senioren hat in den vergangenen zwei Jahren zugenommen. Das Verkehrssystem nimmt auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht. Der VCÖ spricht sich für eine seniorengerechte und fußgängerfreundliche Verkehrsplanung im Ortsgebiet aus.

886 Fußgängerinnen und Fußgänger kamen allein in den vergangenen zehn Jahren in Österreich bei Verkehrsunfällen ums Leben, davon waren 459 Seniorinnen und Senioren. Damit war in den vergangenen zehn Jahren jeder zweite tödlich verunglückte Fußgänger 65 Jahre oder älter, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

In den vergangenen zwei Jahren ist der Anteil mit 57 beziehungsweise 58 Prozent höher gewesen als in den Jahren davor. Im Vorjahr verloren 41 Seniorinnen und Senioren als Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben, 15 davon waren älter als 84 Jahre, wie die Daten des Innenministeriums zeigen.

VCÖ: Seniorengerechte und fußgängerfreundliche Verkehrsplanung nötig

„Unser Verkehrssystem nimmt auf ältere Menschen viel zu wenig Rücksicht. Zudem wird ein Fehltritt häufig nicht verziehen, sondern im schlimmsten Fall mit dem Tod bestraft“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Mobilitätserhebungen zeigen, dass mit dem Alter der Anteil der Fußwege steigt: Die Gesamtbevölkerung legt 18 Prozent der Alltagswege zu Fuß zurück, die Generation 65 Plus macht 26 Prozent ihrer alltäglichen Erledigungen zu Fuß und die über 75-Jährigen gehen drei von zehn Alltagswegen zu Fuß.

„Eine fußgängerfreundliche und seniorengerechte Verkehrsplanung im Wohnumfeld ermöglicht älteren Menschen sicher mobil sein zu können. Konkret bedeutet das, mehr Verkehrsberuhigung, ein dichtes Netz an ausreichend breiten Gehwegen sowie bei Fußgängerampeln kürzere Rotphasen und längere Grünphasen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Auch häufigere Querungsmöglichkeiten von Straßen sind wichtig, da Umwege für viele ältere Menschen beschwerlich sind.

Großen Handlungsbedarf sieht der VCÖ auch im ländlichen Raum. Viel zu oft sind Fußgänger gezwungen am Rand einer Freilandstraße zu gehen, weil ein Gehweg fehlt. Jede Bushaltestelle muss sicher zu Fuß erreichbar sein. Ebenso soll von Siedlungen der nächstgelegene Ort auch gut zu Fuß erreichbar sein, so der VCÖ.

"Im Ortszentrum und im Wohngebiet haben Menschen Priorität und das Auto ist nur zu Gast.  Bei der Planung und Sanierung von Straßen im Ort ist umgekehrt als bisher vorzugehen: Von der Sicherheit und dem Platzbedarf der Gehenden, der Radfahrenden und des Öffentlichen Verkehrs ausgehend. Danach folgt der Kfz-Verkehr, der ohnehin der Stärkere ist", erklärt VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: In den letzten 10 Jahren starben 459 Senioren bei Fußgängerunfällen

VCÖ: Seniorinnen und Senioren sind größte Opfergruppe bei tödlichen Fußgängerunfällen (Anteil der über 64-Jährigen an den im Straßenverkehr getöteten Fußgängern)

Jahr 2016: 57 Prozent der tödlich verunglückten Fußgängerinnen und Fußgänger älter als 64 Jahre

Jahr 2015: 58 Prozent

Jahr 2014: 45 Prozent

Jahr 2013: 58 Prozent

Jahr 2012: 48 Prozent

Jahr 2011: 44 Prozent

Jahr 2010: 53 Prozent

Jahr 2009: 48 Prozent

Jahr 2008: 57 Prozent

Jahr 2007: 49 Prozent

Durchschnitt 2007 bis 2016: 52 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

VCÖ: Im Vorjahr 57 Prozent der tödlich verunglückten Fußgänger älter als 64 Jahre

85 Jahre und älter: 15 Todesopfer
75 – 84 Jahre: 15 Todesopfer
65 – 74 Jahre: 11 Todesopfer
55 – 64 Jahre: 6 Todesopfer
45 – 54 Jahre: 9 Todesopfer
35 – 44 Jahre: 3 Todesopfer
24 – 34 Jahre: 5 Todesopfer
15 – 24 Jahre: 4 Todesopfer
0 – 14 Jahre: 3 Todesopfer

Quelle: BMI, VCÖ 2017

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