VCÖ: Im Vorjahr verunglückten jeden Schultag drei Kinder auf Österreichs Schulwegen - 26.08.2013

In einer Woche beginnt in Ostösterreich die Schule, in zwei Wochen in Westösterreich. Der VCÖ empfiehlt Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr jetzt in den Ferien den Schulweg gemeinsam mit dem Kind zu üben. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr 559 Kinder bei Verkehrsunfällen am Schulweg verletzt wurden. In den Jahren 2011 und 2012 gab es keinen tödlichen Schulwegunfall. Der VCÖ fordert eine kindgerechte Verkehrsplanung mit verkehrsberuhigten Zonen im Schulumfeld und mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet.

Eltern bietet der VCÖ hier eine Checkliste "Sicher zur Schule" an.

559 Kinder waren im Vorjahr am Schulweg Opfer eines Verkehrsunfalls. „Im Schnitt haben jeden Schultag drei Kinder am Schulweg einen Verkehrsunfall“, verdeutlicht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek. Nachdem es in den Jahren 2011 und 2012 keinen tödlichen Schulwegunfall gab, wurde heuer ein Kind am Heimweg von einem Auto angefahren und tödlich verletzt. Im Jahr 2000 gab es noch sieben tödliche Schulwegunfälle. 


Die VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr die meisten Schulwegunfälle in Oberösterreich passierten. Bei 97 Verkehrsunfällen am Schulweg wurden 101 Kinder verletzt. In Niederösterreich gab es 91 Schulwegunfälle, in Wien 82. Die wenigsten Verkehrsunfälle am Schulweg passierten in Salzburg (34) und im Burgenland (12).

Der VCÖ empfiehlt Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr den Schulweg gemeinsam mit dem Kind jetzt in den Ferien zu üben. Der VCÖ weist darauf hin, dass Kinder erst ab etwa dem 9. Lebensjahr Entfernungen richtig abschätzen können, das Abschätzen von Geschwindigkeit ist erst danach möglich. Das Sichtfeld ist erst ab dem 12. Lebensjahr voll entwickelt, weshalb vorher das seitliche Herannahen von Autos nur begrenzt wahrgenommen werden kann.

Schulwege sind verkehrssicherer als Freizeitwege. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr jeder fünfte Kinderunfall am Schulweg passierte, vier Fünftel hingegen in der Freizeit. „Kinder, die zu Fuß, mit dem Tretroller oder in Kombination von Öffentlichem Verkehr und Gehen zur Schule kommen, lernen am Schulweg das richtige Verhalten im Straßenverkehr und sind damit auch in der Freizeit sicherer unterwegs. Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, nehmen ihrem Kind diese Chance“, macht VCÖ-Expertin Urbanek aufmerksam.

In der Regel gibt es mehrere mögliche Schulwege. Der VCÖ empfiehlt jenen Weg auszuwählen, wo es weniger Autoverkehr gibt, weniger Straßen zu überqueren sind und wo das Tempo des Autoverkehrs niedriger ist. Der VCÖ hat für das Üben des Schulwegs eine Checkliste erstellt, die es im Internet unter www.vcoe.at gibt. Der Schulweg ist aus der Perspektive des Kindes zu betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht leicht verstellen.

Hausaufgaben hat aber auch die Verkehrsplanung und Verkehrspolitik zu machen. Der VCÖ kritisiert, dass auf Kinder in der Verkehrsplanung zu wenig Rücksicht genommen wird. Vielerorts ist das Tempolimit zu hoch, es fehlt an sicheren Übergängen, teilweise gibt es keine oder nur sehr schmale Gehwege. „Es braucht mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet, insbesondere im Umfeld von Schulen. Zudem sollte im Ortsgebiet nur dort Tempo 50 erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist. Tempo 30 sollte zur Regelgeschwindigkeit werden“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. An die Parteien appelliert der VCÖ, keine Plakatständer bei Kreuzungen und Straßenübergängen aufzustellen, da diese die Sicht auf Kinder verstellen können.

VCÖ: In vergangenen zwei Jahren kein tödlicher Schulwegunfall
(Schulwegunfälle in Österreich– in Klammer Verletzte / tödlich verunglückt)

Jahr 2012: 530 (559 / 0) (Neue Erhebungsmethode der Statistik Austria, Daten mit Vorjahren nicht vergleichbar)
Jahr 2011: 368 (397 / 0)
Jahr 2010: 360 (382 / 2)

Jahr 2009: 378 (401 / 3)
Jahr 2008: 422 (442 / 2 )
Jahr 2007: 423 (455 / 1)
Jahr 2006: 437 (463 / 2)
Jahr 2005: 387 (465 / 3)

Jahr 2004: 454 (465 / 5)
Jahr 2003: 507 (556 /2)
Jahr 2002: 499 (518 / 3)
Jahr 2001: 528 (564 / 2)
Jahr 2000: 536 (585 /7)

Jahr 1999: 592 (653 / 2)
Jahr 1998: 544 (563 / 4)
Jahr 1997: 599 (632 / 7)
Jahr 1996: 662 (699 / 12)
Jahr 1995: 582 (619 / 3)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

VCÖ: In Oberösterreich gab es im Vorjahr die meisten Schulwegunfälle
(Schulwegunfälle im Jahr 2012)

Oberösterreich: 97 Schulwegunfälle
Niederösterreich: 91
Wien: 82

Steiermark: 68
Tirol: 55
Vorarlberg: 48
s
Kärnten: 42
Salzburg: 34
Burgenland: 12
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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