VCÖ: Im Vorjahr passierten in Österreich 490 Schulwegunfälle

VCÖ (Wien, 19. August 2015) – In zweieinhalb Wochen beginnt in Ostösterreich wieder die Schule. Der VCÖ empfiehlt Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr jetzt in den Ferien den Schulweg gemeinsam mit dem Kind zu üben. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr 517 Kinder bei Verkehrsunfällen am Schulweg verletzt wurden, zwei Kinder kamen ums Leben. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem mit mehr Verkehrsberuhigung im Schulumfeld. Zudem hat der VCÖ die Aktion „Sicherer Schulweg“ gestartet. In einer Online-Karte können Eltern Gefahrenstellen am Schulweg ihres Kindes eintragen.

Im Vorjahr ist die Zahl der Schulwegunfälle in Österreich um fünf Prozent auf 490 gestiegen. 517 Kinder wurden dabei verletzt. Besonders tragisch: Zwei Kinder (in Oberösterreich und Kärnten) kamen bei einem Verkehrsunfall am Schulweg ums Leben. „Im Schnitt passierten im Vorjahr zwölf Schulwegunfälle pro Schulwoche. Es ist wichtig, dass weitere Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit auf Österreichs Schulwegen umgesetzt werden“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

Die meisten Schulwegunfälle, nämlich 97,  passierten im Vorjahr in Oberösterreich. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass in Österreich im Zeitraum 2005 bis 2014 um fast ein Viertel weniger Verkehrsunfälle am Schulweg passierten als zwischen 1995 und 2004. Die Zahl der tödlichen Schulwegunfälle ist in diesem Zeitraum um zwei Drittel gesunken. Doch insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren bei Verkehrsunfällen auf Österreichs Schulwegen 4.583 Kinder verletzt, 16 Kinder verloren dadurch ihr Leben.

Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem. Neben ausreichend breiten Gehwegen ist mehr Verkehrsberuhigung im Schulumfeld und in Wohngebieten wichtig. „Der Schulweg ist für Kinder eine Chance, Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr zu erlangen und auf die tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen, nehmen ihrem Kind diese Möglichkeiten.

Der VCÖ rät Eltern von Kindern bis zum 12. Lebensjahr jetzt in den Ferien  den Schulweg zu üben. Insbesondere bei Schulanfängern und bei Kindern, die die Schule wechseln, ist es wichtig, den besten Schulweg zu eruieren. „Oft führen mehrere Wege in die Schule. Wichtig ist, den für das Kind besten und sichersten  und nicht unbedingt den kürzesten Weg zu wählen“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Und: Den Schulweg unbedingt aus der Perspektive des Kindes betrachten. Hindernisse oder parkende Autos, über die Erwachsene leicht hinwegblicken, können Kindern die Sicht leicht verstellen.

Um die Verkehrssicherheit auf Österreichs Schulwegen zu erhöhen, hat der VCÖ die Aktion „Sicherer Schulweg“ gestartet. Eltern sind aufgerufen, Gefahrenstellen am Weg ihres Kindes in einer Online-Karte einzutragen und das Problem zu beschreiben. Das können unübersichtliche Kreuzungen sein, zu hohes Tempo des Straßenverkehrs, fehlende Gehwege oder schlecht erreichbare Bushaltestellen. Die gemeldeten Gefahrenstellen werden dann vom VCÖ an die zuständigen Behörden weitergeleitet. „Wir wollen sichtbar machen, wo es Problemstellen gibt. Und vor allem wollen wir gemeinsam mit den Eltern Österreichs Schulwege sicherer machen“, ruft VCÖ-Experte Gansterer zur Teilnahme auf.

Die Online-Karte ist hier erreichbar.

 

VCÖ: In Oberösterreich gab es im Vorjahr die meisten Schulwegunfälle (Schulwegunfälle im Jahr 2014)

Oberösterreich: 97

Wien: 79

Niederösterreich: 77

Steiermark: 61

Kärnten: 46

Salzburg: 43

Tirol: 37

Vorarlberg: 37

Burgenland: 13

Österreich: 490

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

 

VCÖ: Im vergangenen Jahr leider zwei tödliche Schulwegunfälle (Schulwegunfälle in Österreich– in Klammer Verletzte / tödlich verunglückt)

Jahr 2014: 490 (517 / 2)

Jahr 2013: 466 (502 / 1)

Jahr 2012: 530 (559 / 0) (Anstieg wegen neuer Erhebungsmethode der Statistik Austria)

Jahr 2011: 368 (397 / 0)

Jahr 2010: 360 (382 / 2)

Jahr 2009: 378 (401 / 3)

Jahr 2008: 422 (442 / 2 )

Jahr 2007: 423 (455 / 1)

Jahr 2006: 437 (463 / 2)

Jahr 2005: 387 (465 / 3)

Jahr 2004: 454 (465 / 5)

Jahr 2003: 507 (556 /2)

Jahr 2002: 499 (518 / 3)

Jahr 2001: 528 (564 / 2)

Jahr 2000: 536 (585 /7)

Jahr 1999: 592 (653 / 2)

Jahr 1998: 544 (563 / 4)

Jahr 1997: 599 (632 / 7)

Jahr 1996: 662 (699 / 12)

Jahr 1995: 582 (619 / 3)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

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