VCÖ: Im Vorjahr kamen fast 25.000 Hasen unter die Räder! - 27.03.2013

Die Straßen sind der Hasen Tod. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr 24.852 Hasen Opfer von Lkw und Pkw wurden. Die Straßen in Niederösterreich und Oberösterreich sind das gefährlichste Pflaster für Meister Lampe. Der VCÖ weist darauf hin, dass der Lebensraum eines Feldhasen im Schnitt von 60 Kilometer Straßen durchschnitten wird. Der VCÖ fordert einen Straßenbaustopp in schützenswerten Naturgebieten.

Der Straßenverkehr ist für Österreichs Wildtiere eine große Gefahr. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr rund 80.000 Wildtiere von Autos und Lastwagen zu Tode gefahren wurden. Erfasst sind nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist weit höher. Die größte Opfergruppe sind Rehe, allein im Vorjahr verloren 35.865 Rehe wegen des Kfz-Verkehrs ihr Leben.

Derzeit sind Hasen besonders umtriebig. „Es ist Paarungszeit und damit laufen die Hasen viel herum. Da jedoch ihr Lebensraum von vielen Straßen zerschnitten ist, kommen sie leider häufig unter die Räder“, sagt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass allein im Vorjahr 24.852 Hasen und Wildkaninchen dem Kfz-Verkehr zum Opfer fielen, um 543 mehr als im Jahr 2011. Der VCÖ weist darauf hin, dass seit dem Jahr 2005 bereits mehr als 270.000 Hasen von Autos und Lastwagen erlegt wurden, das sind fast drei mal so viele, wie die Jäger im Vorjahr schossen.

Das gefährlichste Pflaster für Hasen ist der Straßenverkehr in Niederösterreich, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Fasst die Hälfte der Hasen – nämlich 10.934 – kommt in Niederösterreich unter die Räder. In Oberösterreich wurden 5.777 Hasen Opfer des Straßenverkehrs, im Burgenland 4.141, in der Steiermark 2.832, in Salzburg 576 und in Kärnten 417. „In Vorarlberg und Tirol sowie in Wien ist die Hasenpopulation gering. Damit ist die Zahl der von Pkw und Lkw erlegten Hasen sehr gering“, so VCÖ-Sprecher Gratzer. In Vorarlberg waren es 11, in Tirol 32 und in Wien 64.

Das Straßennetz engt den Lebensraum der Tiere stark ein. Österreich wird von rund 110.000 Kilometer Straßen durchzogen. Im 20 Quadratkilometer großen Aktionsraum eines Feldhasen befinden sich im Durchschnitt 60 Kilometer Straßen, macht der VCÖ aufmerksam. Der VCÖ fordert, dass in schützenswerten Naturgebieten keine Straßen gebaut werden. Zudem fordert der VCÖ mehr Bahnverbindungen. Je mehr auf die Bahn umsteigen können, umso weniger Autos gefährden das Leben der Hasen und anderer Wildtiere.


VCÖ: Niederösterreichs Straßen sind für Meister Lampe am gefährlichsten
(Anzahl durch Straßenverkehr getötete Feldhasen und Wildkaninchen im Jahr 2012, in Klammer 2011)
Österreich: 24.852 (24.309)
Niederösterreich: 10.934 (10.874)
Oberösterreich: 5.777 (5.693)
Burgenland: 4.170 (3.845)
Steiermark: 2.871 (3.263)
Salzburg: 576 (496)
Kärnten: 417 (523)
Wien: 64 (66)
Tirol: 32 (35)
Vorarlberg: 11 (10)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013


VCÖ: Seit 2008 sinkt Zahl der von Autos und Lkw erlegten Hasen
(Anzahl durch Straßenverkehr getötete Feldhasen und Wildkaninchen)
Jahr 2012: 24.852
Jahr 2011: 24.309
Jahr 2010: 27.555
Jahr 2009: 38.199
Jahr 2008: 41.035
Jahr 2007: 39.979
Jahr 2006: 37.561
Jahr 2005: 37.373
Summe: 270.863
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013


VCÖ: Die meisten Opfer unter den Wildtieren sind Rehe
(Zahl der Wildtiere, die im Jahr 2012 im Straßenverkehr umkamen)
Rehe: 35.865
Hasen: 24.852
Fasane: 9.122
Füchse: 3.008
Marder: 1.838
Dachse: 1.414
Schwarzwild: 506
Iltisse: 448
Rotwild: 445
Wiesel: 366
Rebhühner: 301
Gams-, Muffel- und Steinwild: 50
Dam- und Sikwild: 30
Sonstige: 390
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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