VCÖ: Im Vorjahr gab es in Niederösterreich im August die meisten tödlichen Verkehrsunfälle!

VCÖ (Wien, 31. Juli 2015) – Bereits 70 Menschen sind heuer bei Verkehrsunfällen in Niederösterreich ums Leben gekommen, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vorjahr war der August der Monat mit den meisten tödlichen Verkehrsunfällen. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in den vergangenen fünf Jahren im August im Schnitt jede Stunde ein schwerer Verkehrsunfall passierte. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen Schnellfahren und Ablenkung. Zudem ist das Angebot an Discobussen und Bahnverbindungen am Wochenende auszuweiten.

70 Menschenleben kostete heuer bereits der Straßenverkehr in Niederösterreich, informiert der VCÖ. Das sind zwar um sieben weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres, jetzt steht aber mit dem August jener Monat bevor, in dem im Vorjahr die meisten tödlichen Verkehrsunfälle passierten. 16 Menschen kamen allein im August bei Verkehrsunfällen ums Leben, weitere 964 wurden verletzt. „Gemeinsam mit dem Juli und Juni zählt der August in Niederösterreich zu den drei unfallreichsten Monaten. In den vergangenen fünf Jahren passierte im August im Schnitt jede Stunde ein so schwerer Verkehrsunfall, dass Menschen dabei verletzt wurden“, verdeutlicht VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in den vergangenen fünf Jahren im August bei Verkehrsunfällen in Niederösterreich 4.675 Menschen verletzt wurden, weitere 74 kamen ums Leben. Im August ereigneten sich um ein Viertel mehr schwere Verkehrsunfälle als im Schnitt der restlichen Monate und es waren um ein Drittel mehr Todesopfer zu beklagen.

Neben dem verstärkten Urlauber- und Freizeitverkehr nimmt bei schönem Wetter die Zahl der Motorradfahrer deutlich zu. Das Unfallrisiko mit dem Motorrad ist sehr hoch, die Zahl der schweren Unfälle nimmt zu. Insgesamt kommt es zudem in den Sommermonaten zu mehr Unfällen durch zu hohes Tempo. „Schnellfahren ist nach wie vor die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle“, ruft VCÖ-Experte Gansterer in Erinnerung.

Der VCÖ betont, dass das Angebot an verkehrssicheren Alternativen auszubauen ist. Gerade am Wochenende braucht es mehr Discobusse und Anrufsammeltaxis. „Nach wie vor verunglücken viele junge Menschen am Wochenende auf der Heimfahrt von der Disco oder vom Gasthaus. Discobusse und kostengünstige Anrufsammeltaxis als sichere Alternative zum Pkw und Moped retten Menschenleben“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Damit Gemeinden dieses wichtige Angebot finanzieren können, soll ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für Disco-und Gemeindebusse verwendet werden können. Auch soll das Angebot an Bahnverbindungen am Wochenende ausgeweitet werden.

Wichtig ist zudem auch eine verbesserte Infrastruktur fürs Radfahren. Entlang von Freilandstraßen ist ein Radweg für die Verkehrssicherheit besonders wichtig. „Jede Wohnsiedlung soll das nächstgelegene Ortszentrum über eine sichere Radverbindung erreichen können“, gibt VCÖ-Experte Gansterer als Ziel vor.

 

VCÖ: Im Vorjahr gab es in Niederösterreich im August die meisten tödlichen Verkehrsunfälle (Anzahl Verkehrstote in Niederösterreich im Jahr 2014)

August: 16 Verkehrstote

Juni: 13

Mai:13

März: 13

Februar:  11

Jänner: 10

April: 10

November: 9

Juli: 7

Dezember: 7

September: 6

Oktober: 6

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

 

VCÖ: Juli und August sind die unfallreichsten Monate in Niederösterreich (Anzahl Verletzte / Verkehrstote je Monat – Summe der Jahre 2010 bis 2014)

Juli: 4.728 Verletzte / 70 Verkehrstote

August: 4.675 Verletzte / 74 Verkehrstote

Juni: 4.561 Verletzte / 82 Verkehrstote

Mai: 4.206Verletzte / 76 Verkehrstote

September: 4.202 Verletzte / 60 Verkehrstote

Oktober: 3.913 Verletzte / 46 Verkehrstote

April: 3.543 Verletzte / 52 Verkehrstote

November: 3.098 Verletzte / 48 Verkehrstote

März: 3.071 Verletzte / 50 Verkehrstote

Dezember: 3.139 Verletzte / 41 Verkehrstote

Jänner: 2.972 Verletzte / 51 Verkehrstote

Februar: 2.661 Verletzte / 50 Verkehrstote

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

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