VCÖ: Im Vorjahr drei Todesopfer durch Geisterfahrer

VCÖ (Wien, 22. Jänner 2015) – Drei Menschen kamen im Vorjahr durch Geisterfahrerunfälle ums Leben. Das ist die höchste Opferbilanz seit dem Jahr 2005, macht der VCÖ aufmerksam. Die Zahl der gemeldeten Geisterfahrer gingen hingegen zurück: Laut Ö3 wurden im Vorjahr 358 Geisterfahrer gemeldet, die meisten in Niederösterreich. Der VCÖ weist darauf hin, dass der typische Geisterfahrer alkoholisiert und meist männlich ist. Der VCÖ fordert mehr Alkoholkontrollen im Umfeld von Autobahnauffahrten und ein österreichweites Disco- und Nachtbusnetz.

Drei Menschen verloren im Vorjahr bei zwei Geisterfahrerunfällen ihr Leben. Auf der A1 verursachte ein mit 1,4 Promille alkoholisierter Geisterfahrer einen schweren Unfall, bei dem eine Familie zwei Kinder (9 und 20 Jahre) verloren hat. Der zweite tödliche Geisterfahrerunfall passierte auf der A9 in der Steiermark. Seit dem Jahr 1987 starben in der Steiermark bereits 31 Menschen bei Geisterfahrerunfällen, in Oberösterreich 15, macht der VCÖ aufmerksam.

Die meisten Todesopfer waren in Niederösterreich zu beklagen, wo durch Geisterfahrer seit dem Jahr 1987 38 Menschen ums Leben kamen. "Nur in einem Bundesland, in Vorarlberg, gab es seit dem Jahr 1987 keinen einzigen tödlichen Geisterfahrerunfall", macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek aufmerksam. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 1987 durch Geisterfahrerunfälle in Österreich 110 Menschen ums Leben kamen.

 Der VCÖ weist darauf hin, dass in den  vergangenen Jahren die Zahl der tödlichen Geisterfahrerunfälle deutlich zurückgegangen ist. Im Jahr 2000 waren sieben Todesopfer zu beklagen,  im Jahr 2005 acht, so viele wie im sechs Jahres Zeitraum von 2009 bis 2014 zusammen.

Acht von zehn Geisterfahrern sind Männer. Meist sind Geisterfahrer alkoholisiert. Die meisten Geisterfahrer waren laut Ö3-Geisterfahrerstatistik auch im Vorjahr am Wochenende unterwegs. Der VCÖ fordert daher mehr Alkoholkontrollen im Umfeld von Autobahnauffahrten. Auch verstärkte Maßnahmen gegen Ablenkung am Steuer sind wichtig, wie etwa die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem. "Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu erhöhen", betont VCÖ-Expertin Urbanek. 

Als Präventionsmaßnahme setzt sich der VCÖ für ein österreichweites Disco- und Nachtbusnetz ein, das aus einem Teil der Verkehrsstrafen finanziert werden soll.

Auf der A2 Südautobahn wurden im Vorjahr die meisten Geisterfahrer bei Ö3 gemeldet, 52 Autofahrer waren in die falsche Richtung unterwegs. Auf der A1 Westautobahn wurden 40 Geisterfahrer gesehen, auf der A12 Inntalautobahn und A9 Pyhrnautobahn jeweils 33 und auf der A10 Tauernautobahn 24. Österreichs Schnellstraße mit den meisten Geisterfahrern ist die S16 mit 15 Meldungen.

 

VCÖ: Im Vorjahr drei  Todesopfer durch Geisterfahrer

Jahr 2014:  3 Todesopfer

2013: 2 Todesopfer

2012: 0 Todesopfer

2011: 0 Todesopfer

2010: 1 Todesopfer

2009: 2 Todesopfer

2008: 2 Todesopfer

2007: 1 Todesopfer

2006: 2 Todesopfer

2005: 8 Todesopfer
2004: 1 Todesopfer
2003: 3 Todesopfer
2002: 3 Todesopfer
2001: 1 Todesopfer
2000: 7 Todesopfer 

Gesamt: 33 Todesopfer

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

 

VCÖ: Jeder dritte tödliche Geisterfahrerunfall passierte seit dem Jahr 1987 in Niederösterreich (Anzahl der Todesopfer durch Geisterfahrerunfälle seit dem Jahr 1987)

Niederösterreich: 38 Todesopfer

Steiermark: 31

Oberösterreich: 15

Salzburg: 12

Kärnten: 9

Tirol: 3

Burgenland: 1

Wien: 1

Vorarlberg: 0

Summe: 110

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

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