VCÖ: Im Vorjahr 79 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern nicht am Schulweg

VCÖ: Maximal Tempo 30 im Umfeld Kinderspielplätzen, Freizeitanlagen und Schulen

VCÖ (Wien, 11. Juli 2017) – Im Vorjahr verunglückten in Österreich 2.865 Kinder bei Verkehrsunfällen. Besonders tragisch: Sieben Kinder kamen im Straßenverkehr ums Leben. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass im Vorjahr 79 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern nicht am Schulweg, sondern in der Freizeit passierten. In den Sommermonaten passierten um ein Drittel mehr Verkehrsunfälle mit Kindern. Der VCÖ spricht sich für mehr Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem aus. In den Regionen ist das öffentliche Verkehrsangebot während der Ferien massiv zu verbessern.

„Alle drei Stunden verunglückte im Vorjahr in Österreich ein Kind bei einem Verkehrsunfall“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Bei 2.583 Verkehrsunfällen wurden 2.858 Kinder verletzt, sieben Kinder verloren dabei ihr Leben. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass 79 Prozent der Verkehrsunfälle mit Kindern nicht am Schulweg, sondern in der Freizeit passierten.

Auch die Ferienzeit ist leider Unfallzeit. Im Vorjahr gab es im Juli und August um rund ein Drittel mehr Verkehrsunfälle mit Kindern als im Schnitt der anderen Monate, informiert der VCÖ. Insgesamt wurden in den beiden Sommermonaten bei 551 Verkehrsunfällen 614 Kinder verletzt, zwei Kinder kamen ums Leben. Im Juli gab es nach dem Juni die zweithöchste Anzahl von Kinderunfällen im Straßenverkehr.

Die meisten Kinder werden als Pkw-Insasse Opfer eines Verkehrsunfalls. 1.225 Kinder verunglückten als Pkw-Insasse, das waren 43 Prozent der verunglückten Kinder, wie die VCÖ-Analyse zeigt.  Gerade wenn Kinder im Auto mitfahren sollte es noch selbstverständlicher sein, aufmerksam und rücksichtsvoll zu fahren, Tempolimits einzuhalten und sowohl das Motto „Don’t Drink & Drive“ als auch „Don’t Phone & Drive“ zu beherzigen. Gefordert sieht der VCÖ aber auch die Verkehrspolitik.

„In der Ferienzeit wird der Fahrplan des Öffentlichen Verkehrs ausgedünnt. Wenn in den Regionen die Schülerverkehre wegfallen, bleibt häufig nur mehr ein Gerippe an Verbindungen übrig. Aber gerade für Familien ist es wichtig, dass in den Ferien Freizeitziele gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind“, fordert VCÖ-Sprecher Gratzer für die Regionen bessere öffentliche Verkehrsverbindungen. Das können auch regionale Angebote, wie etwa Bäderbusse zum nächsten Schwimmbad oder Gemeindebusse sein, die an das überregionale öffentliche Verkehrsnetz angebunden sind.

663 Kinder wurden im Vorjahr als Fußgänger Opfer eines Verkehrsunfalls, drei Kinder wurden sogar tödlich verletzt. „Die Qualität eines Verkehrssystems zeigt sich auch daran, wie sicher und eigenständig Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Scooter mobil sein können. Leider nimmt unser Verkehrssystem auf Kinder viel zu wenig Rücksicht. Es braucht noch viele Maßnahmen, damit unser Verkehrssystem kindgerecht wird“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest.

Im Ortsgebiet erhöht Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit für Kinder. Im Umfeld von Kinderspielplätzen, Freizeitanlagen, Kindergärten und Schulen soll maximal Tempo 30 gelten. Diese für Kinder wichtigen Orte sollen gut und sicher zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein.

VCÖ: Acht von zehn Verkehrsunfällen mit Kinder passieren nicht am Schulweg
(Anzahl Verkehrsunfälle mit Kindern / davon Schulwegunfälle)

Jahr 2016: 2583 Verkehrsunfälle mit Kindern / davon 538 am Schulweg

Jahr 2015: 2.387 / 461
Jahr 2014: 2.566 / 490
Jahr 2013: 2.670 / 466
Jahr 2012: 2.751 / 530
Jahr 2011: 2.731 / 488
Jahr 2010: 2.669 / 404
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

 

VCÖ: Zu viele Kinder werden in Österreich Opfer eines Verkehrsunfalls
(Kinder (bis 14 Jahre), die bei Verkehrsunfall in Österreich verunglückten)

Jahr 2016: 7 tödlich verunglückte Kinder / 2.858 verletzte Kinder
Jahr 2015: 11 / 2.589
Jahr 2014:  8 / 2.794
Jahr 2013: 10 / 2.941
Jahr 2012:  8 / 2.933
Jahr 2011: 13 / 2.886
Jahr 2010: 10 / 2.914
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2017

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