VCÖ: Im Vorjahr 37 Verkehrstote am Arbeitsweg - 84 Prozent der tödlichen Unfälle mit Pkw

VCÖ (Wien, 4. Mai  2016) – Im Vorjahr kamen in Österreich 37 Menschen am Arbeitsweg bei einem Verkehrsunfall ums Leben, mehr als 7.000 wurden verletzt. Der VCÖ weist darauf hin, dass 84 Prozent der tödlichen Unfälle mit dem Pkw passierten. Der Anteil der tödlichen Autounfälle ist am Arbeitsweg sehr hoch. Insgesamt waren im Vorjahr 50 Prozent der Verkehrstoten Pkw-Insassen. Da die Arbeitszeiten zunehmend flexibler werden und die Anzahl der Teilzeitjobs zunimmt, fordert der VCÖ mehr Bahn- und Busverbindungen auch abseits der klassischen Pendlerzeiten.

Jeder 12. tödliche Verkehrsunfall ereignete sich im Vorjahr am Arbeitsweg, macht der VCÖ aufmerksam. 37 Beschäftigte starben dabei, nur in Vorarlberg gab es keinen tödlichen Verkehrsunfall am Weg zur Arbeit. Die meisten Todesopfer waren in Niederösterreich zu beklagen, wo 13 Menschen am Arbeitsweg tödlich verunglückten.

Auffallend ist der sehr hohe Anteil der Pkw an den tödlichen Unfällen. „31 der 37 tödlich Verunglückten waren Pkw-Insassen, das ist ein Anteil von 84 Prozent“, verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer. Vier Beschäftigte kamen mit Motorrad oder Moped ums Leben, eine Person mit dem Fahrrad und eine Person als Fahrgast im Zug. Zudem wurden 7.037 Personen bei Verkehrsunfällen am Arbeitsweg verletzt, mehr als die Hälfte davon (3.733) mit dem Pkw.

Der VCÖ fordert mehr Bahn- und Busverbindungen auch abseits der klassischen Pendlerzeiten. „Die Arbeitszeiten werden zunehmend flexibler, zusätzlich nimmt die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stark zu. Es braucht daher auch tagsüber sowie am späteren Abend und am Wochenende ein gutes Angebot an öffentlichen Verkehrsverbindungen“, sieht VCÖ-Experte Gansterer Handlungsbedarf. Das Unfallrisiko mit dem Pkw ist um ein Vielfaches höher als mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zudem fordert der VCÖ eine verbesserte Radfahr-Infrastruktur. Vor allem in den ländlichen Regionen sind sichere Radwege zwischen den Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet nötig. Für Ballungsräume sind so genannte Fahrrad-Highways gut geeignet, um Beschäftigten aus dem Umland sowie den Außenbezirken eine sichere Radfahrt zur Arbeit zu ermöglichen. Immerhin ist jeder dritte Arbeitsweg in Österreich kürzer als fünf Kilometer und jeder zweite kürzer als zehn Kilometer.

Betriebe und Unternehmen können ebenfalls dazu beitragen, dass ihre Beschäftigten sicher und umweltfreundlich zur Arbeit kommen, etwa indem den Beschäftigten ein Öffi-Jobticket angeboten wird oder auf eine gute Erreichbarkeit des Unternehmensstandorts mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad geachtet wird.

VCÖ: Großteil der tödlichen Arbeitswegunfälle passiert mit Pkw (Bei einem Verkehrsunfall am Arbeitsweg tödlich verunglückte Personen)

Pkw: 31
Moped und Motorrad: 4
Fahrrad: 1
Zug: 1

Summe: 37

Quelle: AUVA, VCÖ 2016

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