VCÖ: Im Straßenverkehr sterben drei Mal so viele Männer wie Frauen - 07.03.2013

Seit dem Jahr 2005 kamen in Österreich drei Mal so viele Männer bei Verkehrsunfällen ums Leben wie Frauen, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung anlässlich des morgigen internationalen Frauentages zeigt. Der VCÖ weist darauf hin, dass Alkolenker, Raser und Gurtenmuffel zu 80 bis 90 Prozent Männer sind. Zudem sind Frauen mehr zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die Zahl der Verkehrstoten in Österreich sinkt um die Hälfte, wenn Männer im Straßenverkehr so sicher unterwegs sind wie Frauen, betont der VCÖ.

„Als Gesamtgruppe gesehen sind Frauen im Straßenverkehr drei Mal so sicher unterwegs wie Männer. Frauen sind in ihrem Mobilitätsverhalten und in ihrem Verhalten im Straßenverkehr ein Vorbild für Männer. Ausnahmen bestätigen die Regel“, fasst VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zusammen.

Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass seit dem Jahr 2005 bei Verkehrsunfällen in Österreich 5.098 Menschen ums Leben kamen. Drei Viertel davon waren Männer. Bei allen Verkehrsmitteln ist die Zahl der tödlich verunglückten Männer höher. Mit dem Pkw verunglückten in den vergangenen acht Jahren drei Mal so viele Männer wie Frauen. Noch größer ist der Unterschied bei Moped und Motorrad (Faktor 9). Mit dem Fahrrad kamen doppelt so viele Männer wie Frauen ums Leben. Am geringsten ist der Unterschied bei den Fußgängerinnen und Fußgängern: 58 Prozent der seit dem Jahr 2005 bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgänger waren Männer.

Die höhere Verkehrssicherheit ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen. Frauen sind im Straßenverkehr weniger riskant unterwegs und sie haben ein anderes Mobilitätsverhalten. Frauen fahren mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln und weniger mit dem Auto, erklärt der VCÖ. Neun von zehn Alkolenkern sind Männer. Auch Raser und Gurtenmuffel sind meist Männer. So waren rund 80 Prozent jener, die im Pkw nicht angegurtet tödlich verunglückten, Männer.

Der VCÖ weist darauf hin, dass jede dritte Frau täglich oder mehrmals die Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und zwei Drittel der Frauen zumindest gelegentlich die Öffis nutzt. Hingegen steigen nur knapp mehr als die Hälfte der Männer in öffentliche Verkehrsmittel ein und nur etwas mehr als ein Viertel der Männer fährt häufig mit Bahn, Bus und Bim. Zudem gehen Frauen deutlich mehr zu Fuß und fahren weniger Strecken mit dem Pkw. „Wenn die Gruppe der Männer so mobil ist wie die Gruppe der Frauen, dann kommt Österreich seinem Klimaschutzziel ein großes Stück näher. Und die Zahl der Verkehrstoten sinkt dann um die Hälfte auf rund 250 bis 260“, macht VCÖ-Experte Gansterer aufmerksam.

Die gute Nachricht: Immer mehr Männer ändern ihr Mobilitätsverhalten, fahren weniger mit dem Auto und mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad. Auch Gehen wird beliebter. „Die Verkehrsplanung hinkt dem sich ändernden Mobilitätsverhalten hinterher. Die Bedingungen zum zu Fuß gehen sind vielerorts mangelhaft und es fehlt in vielen Regionen Österreichs an ausreichenden öffentlichen Verkehrsverbindungen. Es braucht für den Öffentlichen Verkehr rasch ein Lückenschluss-Programm“, so VCÖ-Experte Gansterer.


VCÖ: Frauen sind im Straßenverkehr viel sicherer unterwegs als Männer
(Summe Zeitraum 2005 bis 2012)
Pkw: 2.027 Männer / 720 Frauen
Moped und Motorrad: 797 Männer / 86 Frauen
Fußgänger: 454 Männer /328 Frauen
Fahrrad: 244 Männer / 113 Frauen
Lkw: 176 Männer / 8 Frauen
Sonstige Verkehrsmittel: 114 Männer / 31  Frauen
Gesamt: 3.812 Männer / 1.286 Frauen
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013


VCÖ: Bei allen Verkehrsmitteln ist Anteil der Männer bei Todesopfern höher
(Verhältnis tödlich verunglückte Männer / tödlich verunglückte Frauen; Zeitraum 2005 – 2012 )
Lkw: 22 : 1
Moped und Motorrad: 9,3 : 1
Pkw: 2,8 : 1
Fahrrad: 2,2 : 1
Fußgänger: 1,4 : 1
Verkehrstote insgesamt: 3 : 1
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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