VCÖ: Im Landeshauptstadt-Vergleich wird in Innsbruck am meisten zu Fuß gegangen

VCÖ (Wien, 21. Oktober 2015) – Die Innsbruckerinnen und Innsbrucker legen 29 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß zurück. Das ist im Landeshauptstadt-Vergleich der höchste Wert, macht der VCÖ aufmerksam. Silber geht ex aequo an Wien und Eisenstadt. Der VCÖ weist darauf hin, dass in den Städten deutlich mehr zu Fuß gegangen wird als am Land. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundliche Verkehrs- und Stadtplanung.

„In keiner Landeshauptstadt werden so viele Alltagserledigungen zu Fuß gemacht wie in Innsbruck“, macht VCÖ-Experte Markus Gansterer aufmerksam. 29 Prozent der Alltagswege, also zur Arbeit, zur Schule, zum Einkauf oder ins Kaffeehaus, werden in Tirols Landeshauptstadt per Pedes zurückgelegt. Fleißig zu Fuß unterwegs ist auch die Bevölkerung in Wien und Eisenstadt, wo jeweils 26 Prozent der täglichen Wege gegangen werden. Knapp dahinter liegt Bregenz mit 25 Prozent. Im hinteren Mittelfeld folgen Linz (22 Prozent), Salzburg (20 Prozent),Graz (19 Prozent) und St. Pölten (16 Prozent). Im Gegensatz zu Linz wird in Salzburg, Graz und St. Pölten viel Radgefahren, so der VCÖ. Schlusslicht beim Gehen ist Klagenfurt, wo nur elf Prozent der Alltagswege zu Fuß gegangen werden.

„Ein niedriger Anteil des Gehens an der Alltagsmobilität zeigt, dass in der Verkehrs- und Stadtplanung Verbesserungen nötig sind. Eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung stärkt auch den Handel und die Betriebe in der Stadt. Die erfolgreichsten Einkaufsstraßen Österreichs sind Fußgängerzonen und verkehrsberuhigt“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Zudem verringert eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung die Mobilitätskosten für die privaten Haushalte.

Detailanalysen der Mobilitätserhebungen von Tirol und Vorarlberg zeigen, dass Jung und Alt beim zu Fuß gehen die Nase vorne haben. So hat in Vorarlberg das Gehen bei den 6- bis 17-Jährigen einen Anteil von 32 Prozent an ihrer Mobilität und bei der Generation „65 plus“ 26 Prozent, während die 35- bis 64-Jährigen nur 15 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß zurücklegen. Weiteres Ergebnis: Frauen gehen mehr Strecken zu Fuß als Männer, so der VCÖ.

Insgesamt wird in den Städten viel mehr zu Fuß gegangen als am Land. So ist der Anteil des Gehens in Linz um die Hälfte höher als im gesamten Bundesland Oberösterreich. Wesentliche Gründe dafür sind Fehler in der Siedlungspolitik – Zersiedelung, Supermärkte am Ortsrand statt im Zentrum – und der Mangel an Gehwegen im ländlichen Raum. „Wenn die einzige Verbindung zwischen einer Siedlung und dem naheliegenden Ortszentrum eine Freilandstraße ist, auf der Autos mit 80 oder 100 km/h fahren, dann ist es kein Wunder, dass die Bewohnerinnen und Bewohner hier nicht zu Fuß gehen“, fordert VCÖ-Experte Gansterer eine verbesserte Infrastruktur für das Gehen im ländlichen Raum. Wichtig ist auch, dass jede Bushaltestelle über einen Gehweg sicher erreichbar ist.

 

VCÖ: In Innsbruck wird am meisten zu Fuß gegangen 

(Anteil der Alltagswege, die zu Fuß gegangen werden)

Innsbruck: 29 Prozent
Wien: 26 Prozent
Eisenstadt: 26 Prozent
Bregenz: 25 Prozent
Linz: 22 Prozent
Salzburg: 20 Prozent 
Graz: 19 Prozent
St. Pölten: 16 Prozent
Klagenfurt: 11 Prozent

Quelle: Städte, VCÖ 2015

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