VCÖ: Im Juli und August passierten zuletzt die meisten Alko-Unfälle

VCÖ (Wien, 4. Juli 2017) - Im Juli und August passierten in den vergangenen drei Jahren um ein Drittel mehr Alko-Unfälle als im Schnitt der anderen Monate, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Allein im Juli des Vorjahres wurden bei 239 Alko-Unfällen auf Österreichs Straßen 296 Personen verletzt und vier getötet. Der VCÖ spricht sich für mehr Nacht- und Discobusse sowie Anrufsammeltaxis aus. Damit die Gemeinden diese Angebote finanzieren können, soll ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen dafür zweckgewidmet werden.

Alkohol am Steuer kostete in den vergangenen drei Jahren in Österreich 81 Menschen das Leben, 8.815 Menschen wurden verletzt, informiert der VCÖ. Die meisten Alko-Unfälle passierten in den Monaten Juli und August, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre gab es im Juli und August um ein Drittel mehr Alko-Unfälle als im Schnitt der anderen Monate.

In den Sommermonaten sorgen unter anderem vermehrte Feste und Veranstaltungen zu einer Zunahme alkoholisierter Lenker. Der VCÖ weist darauf hin, dass bereits bei 0,5 Promille das Unfallrisiko doppelt so hoch ist wie bei 0,0 Promille, bei 1,0 Promille steigt das Unfallrisiko auf das 7-Fache und bei 2,0 Promille auf das 35-Fache.

Im Vorjahr kam es in den beiden Sommermonaten in der Steiermark am häufigsten zu Alko-Unfällen, nämlich 93 Mal, in Oberösterreich gab es 91 Alko-Unfälle und in Niederösterreich 89. Zum Vergleich in Wien passierten 39 Verkehrsunfälle wegen Alkohol am Steuer. In den Städten ist die Zahl der Alko-Unfälle aufgrund des öffentlichen Verkehrsangebots und auch dank der Taxis geringer. In Kleinstädten ist es zudem leichter, zu Fuß nach Hause zu gehen.

Neben verstärkten Kontrollen spricht sich der VCÖ vor allem für bessere Alternativen zum eigenen Auto aus. "In den Regionen passieren viele Alko-Unfälle am Heimweg von Veranstaltungen. Hier braucht es dringend ein Angebot an Anrufsammeltaxis oder Discobussen", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Da Discobusse und Anrufsammeltaxis nicht kostendeckend sind, schlägt der VCÖ vor, dass den Gemeinden ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen dafür zur Verfügung gestellt wird.

Positiv ist aus Sicht des VCÖ, dass mit 1. Juli die Probezeit beim Probeführerschein auf drei Jahre verlängert wurde. In diesen drei Jahren gilt die 0,1 Promille-Grenze. "Wenn am Beginn der Autofahrerkarriere drei Jahre lang mit 0,0 Promille Auto gefahren wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch danach das Motto "Don't drink and drive" beherzigt wird", so VCÖ-Sprecher Gratzer.


VCÖ: Im Sommer passierten zuletzt die meisten Alko-Unfälle

Juli:  239 Alko-Unfälle  296 Verletzte  4 Todesopfer
August:  239  309   2
       
Juni:  220  277  2
September:  216  279  2
       
Mai:  210  273  3
Dezember:  186  243  2
       
Oktober:  183  242  3
November:  181  235  2
       
April:  177  221  1
März:  149  197  3
       
Jänner:  144  193  1
Februar:  124  160  2

(Anzahl Alko-Unfälle / Verletzte / Getötete - Durchschnitt für die Jahre 2014 bis 2016)
Quelle: VCÖ, Statistik Austria 2017



VCÖ: Alkohol erhöht Unfallrisiko massiv

0,5 Promille: 2-faches Unfallrisiko

0,8 Promille: 5-faches Unfallrisiko

1,0 Promille: 7-faches Unfallrisiko

1,2 Promille: 12-faches Unfallrisiko

1,6 Promille: 25-faches Unfallrisiko

2,0 Promille: 35-faches Unfallrisiko
Quelle: BMI, VCÖ 2017

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