VCÖ: Im Jahr 2013 wurde viel Rad gefahren - trotz langem Winter, Hochwasser und Rekordhitze

VCÖ (Wien, 8. Jänner 2014) – Der Trend zum Radfahren hielt auch im Jahr 2013 an. Dabei waren die Wetterbedingungen alles andere als ideal: Langer Winter, Hochwasser und Rekordhitze im Sommer. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Wien und Graz im Vorjahr in einzelnen Monaten sogar neue Rekordwerte erreicht wurden. Der VCÖ fordert eine Infrastrukturoffensive für den Radverkehr. Pro Million Euro schafft der Bau von Radfahrinfrastruktur um rund 55 Prozent mehr Arbeitsplätze als der Autobahnbau, macht der VCÖ aufmerksam.

Das Wetter war im Jahr 2013 für das Radfahren sehr ungünstig. Der Winter war lang, der März kalt und schneereich, auf den verregneten Mai folgte das Hochwasser im Juni und im Sommer Rekordhitze. „Dennoch setzte sich der Radfahrboom fort. Die öffentlich zugänglichen Radverkehrszählstellen zeigen, dass im Jahr 2013 sogar neue Rekordwerte erreicht wurden“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Damit haben viele Österreicherinnen und Österreicher einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Verringerung von Staus und Parkplatzproblemen geleistet.

Die Daten der Radverkehrszählstellen sind für Graz und Wien im Internet der Öffentlichkeit zugänglich. In Graz verzeichnete die Zählstelle Keplerbrücke im Juni mit durchschnittlich rund 5.820 Radfahrenden pro Werktag den höchsten je gemessenen Wert, macht der VCÖ aufmerksam. Im Juni 2012 waren an dieser Messstelle rund 4.300 Radfahrende pro Werktag untwegs. Auch im Oktober und im Juli wurden Rekordwerte erzielt. Auch bei der Zählstelle Körösistraße wurden im Juni unter der Woche so viele Radfahrende wie noch nie zuvor in einem Monat gemessen, ebenso wurde bei der Zählstelle Bertha von Suttnerbrücke im Juli ein neuer Rekord aufgestellt. Bei der Zählstelle Stadtpark wurde weniger Radverkehr registriert. Gleichzeitig gab es wetterbedingt einige Monate mit weniger Radverkehr (insbesondere Jänner, Februar, März und September).

Ähnlich die Situation in Wien, wo im Jahr 2013 ebenfalls neue Rekordwerte gemessen wurden. Bei der Zählstelle Lassallestraße wurden im Juli unter der Woche im Schnitt 5.181 Radfahrende gezählt, der bisherige Monatshöchstwert (4.430 Radfahrende pro Werktag im August 2012) wurde klar übertroffen.  Der VCÖ weist darauf hin, dass auch bei anderen Zählstellen, wie Donaukanal, Wienzeile, Liesingbach sowie Opernring Außen und Margaritensteig neue Monatshöchstwerte erreicht wurden. „Diese Höchstwerte zeigen, dass immer mehr Wienerinnen und Wiener mit dem Rad fahren. Die letzten Wochen haben auch gezeigt, dass für immer mehr Menschen Radfahren ein Ganzjahresvergnügen ist. Aber damit Wien und die anderen Landeshauptstädte den EU-Radhauptstädten näher kommen, muss in Österreich noch sehr viel für das Radfahren getan werden“, stellt die gebürtige Dänin Rasmussen fest. Im Bundesländer-Vergleich wird in Vorarlberg am meisten Radgefahren, bei den Landeshauptstädten haben Innsbruck, Salzburg, Bregenz und Graz den höchsten Radverkehrsanteil.

Der VCÖ fordert eine Infrastrukturoffensive für das Radfahren. Der VCÖ weist darauf hin, pro 100 Millionen  Euro der Bau von Radfahrinfrastruktur um 55 Prozent mehr Arbeitsplätze schafft als der (maschinenintensive) Autobahnbau. Konkret fordert der VCÖ Radwege entlang von Freilandstraßen sowie Fahrrad-Highways in Ballungsräumen, nach dem Vorbild von Kopenhagen. So wird es Pendlerinnen und Pendlern aus dem Umland der Städte möglich, mit dem Rad zur nächstgelegenen U-Bahnstation oder gleich direkt in die Arbeit zu fahren.

In den Städten braucht es mehr Fahrradstraßen. Auch Tempo 30 und verkehrsberuhigte Zonen erleichtern den Umstieg aufs Fahrrad. „Schlechte Bedingungen zum Radfahren bedeuten, die Menschen in ihrer Freiheit der Verkehrsmittelwahl einzuschränken. Die Verkehrspolitik hat die Aufgabe, den Menschen diese Wahlfreiheit zu geben, umso mehr als das Radfahren die gesündere, umweltfreundlichere und kostengünstigere Alternative zum Auto ist“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen abschließend fest.

 

VCÖ: Im Jahr 2013 gab es neue Monatsrekordwerte beim Radfahren
(Anzahl Radfahrende pro Werktag – Monatshöchstwert, in Klammer bisheriger Monatshöchstwert) 

Graz-Keplerbrücke: 5.820 Radfahrende pro Werktag im Juni 2013 (4.470 / Werktag im Juni 2010)
Graz-Körösistraße: 5.020 Radfahrende pro Werktag im Juni 2013 (4.750 / Werktag im Oktober 2012)
Graz-Bertha von Suttner Brücke West: 3.460 Radfahrende pro Werktag im Juli 2013 (3.200 / Werktag im Mai 2011)
Wien-Lassallestraße: 5.181 Radfahrende pro Werktag im Juli 2013 (4.430 Radfahrende pro Werktag im August 2012)
Wien-Donaukanal: 2.343 Radfahrende pro Werktag im Juli 2013 (2.254 Radfahrende pro Werktag im August 2012)
Wien-Opernring Außen: 2.161 Radfahrende pro Werktag im Juli 2013 (1.284 Radfahrende pro Werktag im August 2012)
Wien-Margaritensteig: 2.111 Radfahrende pro Werktag im Juli 2013 (1.809 Radfahrende pro Werktag im August 2012)
Wien-Wienzeile: 1.673 Radfahrende pro Werktag im Juli 2013 (1.389 Radfahrende pro Werktag im Mai 2011)
Wien-Liesingbach:803 Radfahrende pro Werktag im Juli 2013 (710 Radfahrende pro Werktag im August 2012) 

Quelle: Graz, Wien, VCÖ 2014

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