VCÖ: Im heurigen Sommer um 40 Prozent mehr tödliche Verkehrsunfälle

VCÖ (Wien, 2. September 2015) – Im heurigen Hitzesommer ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr leider stark gestiegen. Der VCÖ weist darauf hin, dass heuer im Juli und August 106 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben kamen, um 31 mehr als im Sommer des Vorjahres. Freizeitziele sollen besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein, fordert der VCÖ. Zudem sind verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung  nötig.

„Der verregnete Sommer des Vorjahres brachte die niedrigste Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen seit Bestehen der Unfallstatistik. Heuer jedoch ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle wieder stark gestiegen. Das Ziel muss sein, dass auch bei schönem Wetter und mehr Verkehr weniger Unfälle passieren. Es braucht stärkere Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Nach vorläufigen Zahlen kamen im Juli und August bei Verkehrsunfällen 106 Menschen ums Leben, um 31 mehr als im Sommer des Vorjahres, als 75 Menschen wegen Verkehrsunfällen starben. Das ist eine Zunahme um rund 40 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Vor allem die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer ist wieder stark gestiegen. Nach vorläufigen Zahlen kamen im Juli und August 30 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben, doppelt so viele wie vergangenen Sommer. Die Zahl der Verkehrstoten ist heuer ähnlich hoch wie im Sommer 2011 (107 Verkehrstote) und niedriger als im Sommer 2013 (124 Verkehrstote).

Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle gab es in der Steiermark, wo 23 Menschen tödlich verunglückten, die wenigsten in Vorarlberg und Wien (jeweils ein Verkehrstoter). In sechs Bundesländern stieg die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zum Teil sehr stark an, in Niederösterreich, Vorarlberg und Wien passierten weniger tödliche Verkehrsunfälle.

Vor allem in Bundesländern mit viel Ausflugsverkehr, wie Salzburg, Steiermark, Kärnten und Tirol ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle stark gestiegen. „Viele Freizeitziele sind nicht gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das Unfallrisiko ist aber mit dem Auto um ein Vielfaches höher als mit Bahn oder Bus. Umso wichtiger ist es, das Angebot an Bahn- und Busverbindungen zu Ausflugs- und Freizeitzielen zu verbessern“, fordert VCÖ-Experte Gansterer. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Finanzierung von zusätzlichen öffentlichen Verkehrsverbindungen verwendet wird. Auch das Nacht- und Discobus-Angebot soll damit in den Regionen verbessert werden.

Von 1. Jänner bis 31. August sind bei Verkehrsunfällen in Österreich bereits 318 Menschen ums Leben gekommen, um fünf mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. "Österreichs Ziel ist, dass jedes Jahr die Zahl der tödlichen Unfälle zurückgeht. Dieses Ziel droht heuer verfehlt zu werden",  so VCÖ-Experte Gansterer. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. Ausgerechnet die Hauptunfallursachen sind in Österreichs Vormerksystem nicht enthalten, spricht sich der VCÖ für eine Erweiterung aus. Eine VCÖ-Analyse zeigt, dass in 20 EU-Staaten Schnellfahren Teil des Vormerksystems bzw. des Punkteführerscheins ist, in 12 EU-Staaten ist Handy am Steuer ein Vormerkdelikt. 

 

VCÖ: Im heurigen Sommer deutlich  mehr tödliche Verkehrsunfälle
(Verkehrstote zwischen 1. Juli und 31. August in Österreich)

1.7. bis 31.8. 2015: 106 Verkehrstote (vorläufige Zahlen)
1.7. bis 31.8. 2014: 75
1.7. bis 31.8. 2013: 124
1.7. bis 31.8. 2012: 128
1.7. bis 31.8. 2011: 107
1.7. bis 31.8. 2010: 121
1.7. bis 31.8. 2009: 134

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2015 

 

VCÖ: In der Steiermark  gab es im heurigen Sommer die meisten tödlichen Verkehrsunfälle
(Verkehrstote im Juli und August, in Klammer Änderung zu Juli und August 2014)

Steiermark: 23 (plus 8)
Oberösterreich: 20 (plus 3)
Niederösterreich: 20 (minus 3)
Kärnten: 12 (plus 7)
Tirol: 12 (plus 8)
Salzburg: 10 (plus 6)
Burgenland: 6 (plus 3)
Vorarlberg: 1 (minus 1)
Wien: 1 (minus 1)
Österreich: 106 (plus 31)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2015

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