VCÖ: Im 1. Halbjahr weniger Verkehrstote in Österreich, aber 184 Todesopfer

VCÖ (Wien, 1. Juli 2016) – Seit Jahresbeginn kamen nach vorläufigen Daten bereits 184 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, macht der VCÖ aufmerksam. Die Zahl der tödlich Verunglückten ist heuer um rund 14 Prozent zurückgegangen. Die meisten Todesopfer waren in Niederösterreich mit 45 zu beklagen, die wenigsten in Vorarlberg mit drei. Die Hauptunfallursachen waren zu hohes Tempo und Ablenkung.

Im 1. Halbjahr starb im Schnitt jeden Tag ein Mensch bei einem Verkehrsunfall, verdeutlicht der VCÖ. Der Blutzoll im heimischen Straßenverkehr ist nach wie vor hoch, aber im Vergleich zu den endgültigen Daten der ersten sechs Monate des Vorjahres ist die Zahl der Todesopfer um rund 14 Prozent zurückgegangen. Es ist die niedrigste Opferzahl im 1. Halbjahr seit Bestehen der Unfallstatistik, berichtet der VCÖ.

Die meisten Verkehrstoten weist Niederösterreich auf (45), nur geringfügig niedriger ist die Anzahl der Todesopfer in Oberösterreich (42). Die wenigsten tödlichen Verkehrsunfälle gab es in Vorarlberg (3 Verkehrstote). Im Burgenland kamen fünf Menschen im Straßenverkehr ums Leben, in Wien zwölf. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Wien und Oberösterreich die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zunahm, in Vorarlberg blieb sie gleich und in den anderen Bundesländern gab es einen Rückgang.

Die Hauptunfallursachen waren zu hohes Tempo und Ablenkung bzw. Unachtsamkeit. „Schnellfahren ist kein Kavaliersdelikt. Hier braucht es in Österreich noch verstärkte Maßnahmen. Dazu gehört auch, dass großzügige Toleranzgrenzen bei Tempolimits abgeschafft werden“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. So wie etwa in der Steiermark oder auch in der Schweiz soll es nur eine Messgerät-Toleranz von 5km/h geben. Wichtig ist zudem eine Erweiterung des Vormerksystems, etwa um Handy am Steuer und um die nicht Einhaltung der Gurtenpflicht. Diese Maßnahmen sollten im für Herbst angekündigten Verkehrssicherheitspaket enthalten sein.

Dass es in Österreich zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen braucht, zeigt nicht nur der internationale Vergleich mit den verkehrssichersten Staaten. Der VCÖ weist darauf hin, dass insbesondere im zweiten Halbjahr in der Vergangenheit die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zugenommen hat. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre kamen im zweiten. Halbjahr um 21 Prozent mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben als im ersten Halbjahr. Mit Ausnahme des Jahres 2014 war die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in der zweiten Jahreshälfte höher als in der ersten. Im Jahr 2014 gab es infolge des verregneten Sommers weniger Motorradunfälle und weniger Unfälle im Freizeitverkehr.

„Unabhängig vom Wetter ist die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich zu reduzieren. In der mit Österreich gut vergleichbaren Schweiz gibt es deutlich weniger tödliche Unfälle“, so VCÖ-Experte Markus Gansterer. Während in Österreich im Vorjahr 479 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, waren es in der Schweiz 253. Positiv auf die Verkehrssicherheit wirkt sich in der Schweiz auch aus, dass dort Freizeitziele in der Regel gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Österreich hat hier Aufholbedarf. Das Unfallrisiko mit dem Pkw ist um ein Vielfaches höher als mit öffentlichen Verkehrsmitteln. 

VCÖ: Im 1. Halbjahr weniger Verkehrstote in Österreich

1. Halbjahr 2016: 184 Verkehrstote (vorläufige Daten)
1. Halbjahr 2015: 215 Verkehrstote
1. Halbjahr 2014: 238 Verkehrstote
1. Halbjahr 2013: 191 Verkehrstote
1. Halbjahr 2012: 233 Verkehrstote
1. Halbjahr 2011: 246 Verkehrstote
1. Halbjahr 2010: 250 Verkehrstote
1. Halbjahr 2009: 287 Verkehrstote
1. Halbjahr 2008: 312 Verkehrstote
1. Halbjahr 2007: 324 Verkehrstote
1. Halbjahr 2006: 281 Verkehrstote
1. Halbjahr 2005: 333 Verkehrstote

Quelle: VCÖ 2016

VCÖ: Die meisten Verkehrstoten in Niederösterreich (1.Halbjahr 2016 (vorläufige Daten), in Klammer 1.Halbjahr 2015 / 1. Halbjahr 2014)

Niederösterreich: 45 (63 Verkehrstote /70 Verkehrstote )
Oberösterreich: 42 (38 / 33 )
Steiermark: 28 (32 / 48 )
Tirol: 18 ( 24 / 16)
Salzburg: 18 (20 / 14 )
Kärnten: 13 (17 / 19  )
Wien: 12 (9 / 14 )
Burgenland: 5 (9 / 15)
Vorarlberg: 3 (3 / 9 )

Österreich: 184 (215 / 238)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2016

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