VCÖ: Hohes Unfallrisiko in vielen Urlaubsländern - 26.06.2013

In einigen Urlaubsländern ist das Unfallrisiko im Straßenverkehr deutlich höher als in Österreich, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Am höchsten ist das tödliche Unfallrisiko in Südosteuropa und in den baltischen Staaten. Am sichersten ist der Straßenverkehr in skandinavischen Staaten, in Großbritannien und Malta. Der VCÖ weist darauf hin, dass in den verkehrssichersten Staaten niedrigere Tempolimits gelten als in Österreich.

Jeder zweite Österreicher machte im gesamten Vorjahr eine Urlaubsreise ins Ausland. „Vier von zehn Auslandsreisen werden mit dem Auto gemacht. In einigen europäischen Ländern ist beim Autofahren besondere Vorsicht geboten“, stellt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek fest. Eine aktuelle VCÖ-Analyse von 31 europäischen Staaten zeigt, dass vor allem in den baltischen Staaten sowie in Südosteuropa die Gefahr eines tödlichen Verkehrsunfalls deutlich höher ist als in Österreich.

Kroatien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Österreicher. Im Vorjahr kamen in Kroatien pro Million Einwohner 87 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Österreich waren es 62. Auch in Griechenland ist die Unfallgefahr hoch: Pro Million Einwohner verunglückten 91 Menschen bei Verkehrsunfällen tödlich.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass Litauen, Rumänien und Serbien im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Verkehrstoten aufweisen. In Litauen kamen im Vorjahr pro Million Einwohner 100 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Rumänien 96 und in Serbien 94. Auch im billigsten Reiseland Europas, Bulgarien, ist die Zahl der Verkehrstoten hoch (83 pro Million Einwohner). Höher als in Österreich ist das tödliche Unfallrisiko unter anderem auch in Tschechien, Belgien und Portugal.

„In Litauen kommen im Verhältnis zur Einwohnerzahl fast fünfmal so viele Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben wie in Malta und mehr als dreimal so viele wie in Großbritannien, Norwegen, Schweden und Dänemark“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Urbanek. Wer in den Norden Europas auf Urlaub fährt, hat ein geringeres Unfallrisiko. Der VCÖ macht darauf aufmerksam, dass Österreichs Autofahrer in diesen Ländern besonders aufs Tempo achten müssen: Auf Freilandstraßen gilt in Dänemark und Norwegen – so wie in Malta und in der Schweiz - Tempolimit 80, in Schweden zwischen 70 und 90 km/h. Auf Autobahnen ist in Schweden (so wie in der Schweiz) maximal 120 km/h erlaubt, in Norwegen maximal 100 km/h.

Urlaubsreisenden empfiehlt der VCÖ ein defensives und rücksichtsvolles Fahrverhalten, das Einhalten der Tempolimits, 0,0 Promille und kein Telefonieren oder SMSen während des Autofahrens. „So vermeidet man auch Verkehrsstrafen, die im Ausland übrigens meist deutlich höher sind als in Österreich“, sagt VCÖ-Expertin Urbanek.

VCÖ: In Litauen ist das tödliche Unfallrisiko am höchsten!
(Anzahl Verkehrstote pro Million Einwohner im Jahr 2012)

1. Malta: 22 Verkehrstote pro Million Einwohner
2. Großbritannien:  28
3. Schweden: 30
3. Norwegen: 30

5. Dänemark: 31
6. Irland: 35
7. Niederlande: 39
8. Spanien: 40
9. Schweiz: 43
10. Deutschland: 44

11. Finnland: 47
11. Slowakei: 55
13. Frankreich: 58
14. Zypern: 59
15. Italien: 60

15. Ungarn: 61
17. Österreich: 62
18. Slowenien: 63
19. Estland: 65
19. Luxemburg: 65

21. Belgien: 68
22. Tschechien: 70
22. Portugal: 70
24. Bulgarien:83
25. Lettland: 87
25. Kroatien: 87

27. Griechenland: 91
28. Polen: 93
29. Serbien: 94
30. Rumänien: 96
31. Litauen: 100
EU27-Schnitt: 55
Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2013

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