VCÖ: Hohes Unfallrisiko in vielen Urlaubsländern

VCÖ (Wien, 20. Juni 2014) – Italien und Kroatien sind im Sommer die beliebtesten Reiseziele der Österreicherinnen und Österreicher. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass in beiden Ländern das Unfallrisiko höher ist als in Österreich. Auch in den meisten osteuropäischen Staaten passieren im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr tödliche Verkehrsunfälle als hierzulande. Deutlich sicherer als in Österreich ist man in Nordeuropa sowie in den Niederlanden und der Schweiz unterwegs. Der VCÖ weist darauf hin, dass in den verkehrssichersten Staaten niedrigere Tempolimits als in Österreich gelten.

In einer Woche beginnen in Ostösterreich die Ferien, für viele heißt dann das Motto „ab in den Süden“. Der VCÖ weist darauf hin, dass laut Statistik Austria Italien und Kroatien die beliebtesten Reiseziele für den Sommerurlaub sind. Im Vorjahr gingen im Sommer 1,35 Millionen der rund 3,5 Millionen Auslandsreisen nach Italien oder Kroatien. „Leider ist in beiden Ländern das Unfallrisiko höher als in Österreich“, verweist VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek auf eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der EU-Kommission.

Im Vorjahr kamen in Österreich 455 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Pro Million Einwohner waren das 54 Verkehrstote. In Italien gab es 58 Verkehrstote pro Million Einwohner, in Kroatien sogar 86. Am schlechtesten schneidet Rumänien ab mit 92 Verkehrstoten pro Million Einwohner. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass auch in den baltischen Staaten sowie in Polen, Bulgarien und auch in Griechenland das tödliche Unfallrisiko deutlich höher ist als in Österreich.

Erfreulich ist, dass in den vergangenen Jahren die Zahl der tödlichen  Verkehrsunfälle in den europäischen Staaten deutlich zurückgegangen ist, wie die VCÖ-Analyse zeigt: In Griechenland kamen im Jahr 2001 pro Million Einwohner noch 172 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Kroatien 146 und in Italien 125.

Wer in den Norden Europas reist, oder in die Niederlande und in die Schweiz kann mit einer höheren Verkehrssicherheit rechnen. Am besten schneidet Schweden ab: In Schweden verunglücken im Verhältnis zur Einwohnerzahl um die Hälfte weniger Menschen bei Verkehrsunfällen  tödlich als in Österreich. „Wer in Schweden Auto fährt, hat besonders auf die Tempolimits zu achten. Auf Freilandstraßen gilt Tempo 70, auf Autobahnen ist höchstens 110 km/h erlaubt“, informiert VCÖ-Expertin Urbanek. In Großbritannien ist das Limit auf Autobahnen umgerechnet 112 km/h, in der Schweiz 120 km/h. 

Urlaubsreisenden empfiehlt der VCÖ für die sichere Fahrt - so wie in Österreich - ein aufmerksames und rücksichtsvolles Fahrverhalten.  Tempolimits unbedingt einhalten sowie die Devise „Don’t drink and drive“ und „Don’t phone and drive“ beherzigen. Zudem empfiehlt es sich, am Urlaubsort wenn möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen, weil diese deutlich sicherer sind als Pkw oder Motorrad.

„Der Vergleich mit den verkehrssichersten Staaten Europas zeigt, dass Österreich noch deutlich aufholen kann. Vor allem gegen die Hauptunfallursachen, zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit, sind in Österreich verstärkte Maßnahmen nötig“, betont VCÖ-Expertin Urbanek.

 

VCÖ: In Rumänien ist das tödliche Unfallrisiko am höchsten!
(Anzahl Verkehrstote pro Million Einwohner im Jahr 2013)

1. Schweden: 28 Verkehrstote pro Million Einwohner
2. Großbritannien: 29
3. Dänemark: 32
4. Niederlande: 34
4. Schweiz: 34
6. Spanien: 37
7. Deutschland: 41
8. Irland: 42
8. Slowakei: 42
10. Finnland: 48
11. Frankreich: 50
12. Zypern: 53
13. Malta: 54
13. Österreich: 54
15. Italien: 58
16. Ungarn: 59
17. Slowenien: 61
17. Estland: 61
19. Portugal: 62
20. Tschechien: 63
21. Belgien: 65
22. Griechenland: 81
23. Bulgarien:82
24. Litauen: 85
25. Lettland: 86
25. Kroatien: 86
27. Luxemburg: 87
27. Polen: 87
29. Rumänien: 92 

EU28-Schnitt: 52

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2014

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