VCÖ: Höhere Mehrwertsteuer auf Öffi-Tickets würde mehr als vier Millionen Österreicher treffen

VCÖ (Wien, 20. Februar 2015) – Mehr als 4,2 Millionen Österreicherinnen und Österreicher über 15 Jahre fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, macht der VCÖ aufmerksam. Werden die zuletzt immer wieder kolportierten Pläne einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fahrkarten des Öffentlichen Verkehrs Wirklichkeit, dann verteuert sich die Mobilität für mehr als vier Millionen Österreicher. Der VCÖ weist darauf hin, dass für Haushalte mit niedrigem Einkommen der Öffentliche Verkehr eine besonders wichtige Stütze ihrer Mobilität ist.

Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fahrkarten des Öffentlichen Verkehrs von derzeit 10 auf 13 Prozent würde das Öffi-Fahren um 2,7 Prozent teurer machen. Zusätzlich zu den infolge der Inflation ohnehin jährlichen Preissteigerungen. Für längere Pendlerstrecken, wie etwa Neusiedl nach Wien, Bruck an der Mur nach Graz, Grieskirchen nach Linz oder St. Pölten nach Wien, würde das zu Mehrkosten von rund 30 Euro führen. „Die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel durch eine Steuererhöhung teurer zu machen, bestraft umweltfreundliches Verhalten und ist kontraproduktiv“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

Der VCÖ weist darauf hin, dass österreichweit für mehr als 4,2 Millionen Menschen ihre Mobilität durch eine Steuererhöhung auf Öffi-Fahrkarten teurer werden würde. Zusätzlich wären auch Eltern von Schülerinnen und Schüler unter 16 Jahren von der Preiserhöhung betroffen. Besonders kritisch an dieser Steuererhöhung: Niedrigere Einkommen wären besonders stark betroffen. Während laut Statistik Austria 30 Prozent der Personen aus Haushalten mit niedrigem Einkommen täglich oder mehrmals die Woche öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sind es bei den Haushalten mit hohem Einkommen nur rund 25 Prozent und bei Haushalten mit mittlerem Einkommen nur 22 Prozent. Insgesamt nutzen zwei Drittel der Personen aus Haushalten mit niedrigem Einkommen öffentliche Verkehrsmittel.

„Noch deutlicher wird die große Bedeutung von Bahn und Bus für Haushalte mit geringerem Einkommen, wenn der Anteil des Öffentlichen Verkehrs an ihrer Gesamtmobilität betrachtet wird“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Während Personen aus Haushalten des niedrigsten Einkommensviertels rund 44 Prozent ihrer zurückgelegten Kilometer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, beträgt der Anteil im obersten Einkommensviertel nur 24 Prozent. Eine Steuererhöhung auf Fahrkarten des Öffentlichen Verkehrs ist aus sozialer Sicht abzulehnen, so der VCÖ.

Und auch aus ökologischer und ökonomischer Sicht sind höhere Steuern auf Fahrkarten des Öffentlichen Verkehrs kontraproduktiv: Wer beispielsweise als Pendler mit Bahn oder Bus statt mit dem Auto zur Arbeit fährt, trägt zur Verringerung von Verkehrs- und Umweltproblemen bei: Es ist ein Beitrag, Staus und Parkplatzprobleme zu reduzieren, der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 und von gesundheitsschädlichen Schadstoffen wie Feinstaub und Stickoxide wird verringert, die Verkehrssicherheit wird erhöht und damit sinken die Unfallfolgekosten. „Der externe Nutzen von umweltfreundlicher Mobilität ist hoch. Anstatt vorbildliches Verhalten mit höheren Steuern zu bestrafen, wäre ein Umweltbonus gerechtfertigt“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

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