VCÖ: Heuer war bisher jeder 3. Verkehrstote ein Fußgänger!

VCÖ (Wien, 12. Februar 2016) – 33 Menschen kamen seit Jahresbeginn bei Verkehrsunfällen ums Leben, 11 davon waren Fußgänger, macht der VCÖ aufmerksam. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass seit dem Jahr 2000 bei Verkehrsunfällen in Österreich 1.708 Fußgängerinnen und Fußgänger getötet wurden. Jedes 2. Todesopfer war 65 Jahre oder älter. Im Vergleich zum Jahr 2000 nahm die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger um 43 Prozent ab. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung im Ortsgebiet und mehr Gehwege.

Jeder dritte Verkehrstote des heurigen Jahres war ein Fußgänger, macht der VCÖ aufmerksam. „Allein in den vergangenen 15 Jahren kamen rund 1.700 Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben. Das entspricht fast der Einwohnerzahl von Rust“, verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer. Im Vorjahr starben 79 Fußgänger bei Verkehrsunfällen, um acht mehr als im Jahr 2014. Gegenüber dem Jahr 2000 nahm die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle um 61 ab (minus 43 Prozent).

Der VCÖ weist darauf hin, dass jedes zweite Todesopfer 65 Jahre oder älter war. „Fußgängerinnen und Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Es braucht daher eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung. Insbesondere auf Senioren und Kinder ist viel mehr Rücksicht zu nehmen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. 88 Todesopfer waren Kinder. Im Ortsgebiet braucht es mehr Verkehrsberuhigung, insbesondere in Wohngebieten sowie im Umfeld von Schulen und Spielplätzen.

Auch bei vielen Kreuzungen und Straßenübergängen gibt es großen Verbesserungsbedarf. So soll die Sicht auf Kinder, die die Straße überqueren möchten, frei sein. Deshalb ist das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zumindest zehn Meter zu erweitern, Werbetafeln sind im Umfeld von Kreuzungen zu entfernen, betont der VCÖ. "Ein großes Sicherheitsrisiko insbesondere für Kinder und ältere Fußgänger sind abgelenkte Kfz-Lenker. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille ", verdeutlicht VCÖ-Experte Gansterer. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich nur eines von 2.500 Handyvergehen von der Exekutive geahndet wird.

Zudem fordert der VCÖ eine Infrastrukturoffensive für Fußgänger im ländlichen Raum. Von jeder Siedlung soll das nächstgelegene Ortszentrum sicher zu Fuß erreichbar sein. Auch soll zu jeder Bushaltestelle ein Gehweg führen. „Nach wie vor sind Fußgänger oft gezwungen am Rand einer Freilandstraße zu gehen, weil ein Gehweg fehlt“, kritisiert VCÖ-Experte Gansterer. Zusätzlich zu mehr Sicherheit für die Fußgänger schafft der Bau von Gehwegen auch zusätzliche Arbeitsplätze. Pro 10 Millionen Euro schafft der Bau von Gehwegen um rund 55 Prozent mehr Arbeitsplätze als der Bau von Autobahnen.

Der VCÖ erhebt nun, wie fußgängerfreundlich die Bevölkerung ihren Wohnort einschätzt und welche Verbesserungen gewünscht werden. An der Umfrage kann hier teilgenommen werden.

VCÖ: Seit 2000 mehr als 1.700 Fußgänger bei Verkehrsunfällen getötet  (bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich verunglückte Fußgänger)

1.1.-11.2.2016: 11 Todesopfer (vorläufig)
Jahr 2015: 79 Todesopfer
Jahr 2014: 71 Todesopfer
Jahr 2013: 82 Todesopfer
Jahr 2012: 81 Todesopfer
Jahr 2011: 87 Todesopfer
Jahr 2010: 98 Todesopfer
Jahr 2009: 101 Todesopfer
Jahr 2008: 102 Todesopfer
Jahr 2007: 108 Todesopfer
Jahr 2006: 110 Todesopfer
Jahr 2005: 97 Todesopfer
Jahr 2004: 132 Todesopfer
Jahr 2003: 132 Todesopfer
Jahr 2002: 160 Todesopfer
Jahr 2001: 117 Todesopfer
Jahr 2000: 140 Todesopfer

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2016 

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