VCÖ: Handlungsbedarf bei Infrastrukturen für E-Mobilität

VCÖ (Wien, 23. Mai 2014) – In Österreich gibt es derzeit rund 7.000 E-Autos und E-Mopeds sowie rund 150.000 E-Fahrräder. Dank des Öffentlichen Verkehrs legen die Österreicher bereits rund ein Sechstel der Kilometer e-mobil zurück, macht der VCÖ aufmerksam. Laut politischen Zielen soll die E-Mobilität in den kommenden Jahren deutlich zulegen. Der VCÖ betont, dass im Infrastrukturbereich die E-Mobilität noch viel zu wenig berücksichtigt wird, etwa bei der Errichtung von neuen Wohn- und Bürogebäuden.

Die Zahl der E-Fahrzeuge ist in Österreich noch relativ gering: Ende März gab es in Österreich 2.357 E-Autos, rund 4.000 Elektro-Mopeds und rund 150.000 Elektro-Fahrräder, macht der VCÖ aufmerksam. „Dennoch die E-Mobilität in Österreich bereits heute einen höheren Anteil an der Mobilität als angenommen wird. Dank des Öffentlichen Verkehrs wird etwa jeder sechste Kilometer in Österreich e-mobil gefahren, in Wien macht die E-Mobilität aufgrund des dichten Öffi-Netzes etwa die Hälfte der zurückgelegten Kilometer aus“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. 68 Prozent des Bahnnetzes in Österreich sind elektrifiziert, mehr als 90 Prozent der Transportleistung findet am elektrifizierten Bahnnetz statt. In Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Gmunden gibt es Straßenbahnen, in Salzburg und Linz fahren O-Busse mit Strom.

Sowohl die Bundesregierung, als auch die Bundesländer haben das Ziel, dass die E-Mobilität in den kommenden Jahren zulegen soll. Auch die EU-weiten Energie- und Klimaziele sind nur erreichbar, wenn der Erdölverbrauch des Verkehrs stark reduziert wird. Im Jahr 2013 wurden in Österreich rund 9,8 Milliarden Liter Diesel und Benzin getankt, macht der VCÖ aufmerksam.

„Derzeit wird aber die Elektro-Mobilität bei der Errichtung von Gebäuden wenig bis gar nicht berücksichtigt. So sollte bei den Garagenplätzen die Ladeinfrastruktur schon heute mitgeplant werden, denn die heute errichteten Wohn- und Bürogebäude werden auch in 30 oder 40 Jahren noch genutzt. Und den politischen Zielsetzungen zufolge wird im Jahr 2050 der überwiegende Teil der Mobilität elektrisch sein“, sieht VCÖ-Experte Gansterer Handlungsbedarf. Modellprojekte haben gezeigt, dass E-Fahrzeuge vor allem zu Hause oder am Arbeitsplatz geladen werden. Auch in Parkgaragen und bei Park&Ride-Stationen sind Ladestationen wichtig. Ergänzend ermöglichen Schnellladestationen längere Strecken mit Zwischenstopps. Für die Kombination von Bahn und E-Auto braucht es ein dichteres Netz an Carsharing- und Mietwagen-Standorten an den Bahnhöfen.

Der VCÖ fordert zudem den verstärkten Einsatz von E-Autos bei Taxiflotten. Eine Studie der TU Wien zeigt, dass mit aktuellen Batteriekapazitäten mehr als 80 Prozent aller Taxis ihre Wege bedienen könnten, wenn 70 der rund 250 Taxistandplätze in Wien mit Schnellladestationen ausgestattet werden.

Insgesamt wird durch die Elektro-Mobilität auch die Verknüpfung der verschiedensten Verkehrsmittel an Bedeutung gewinnen. Bahnhöfe und Haltestellen sind stärker als bisher zu intermodale Schnittstellen auszubauen. Vor allem für die wachsende Zahl der E-Fahrräder braucht es ausreichend sichere Abstellanlagen. E-Fahrräder können – bei guter Infrastruktur fürs Radfahren – für Pendler gute Zubringer zum nächsten Bahnhof sein und teure Zweiautos ersetzen. Das Projekt Landrad in Vorarlberg zeigte, dass 35 Prozent der Fahrten mit E-Fahrrädern bisherige Autofahrten ersetzt haben. Auch die Bedeutung von E-Carsharing, wie es beispielsweise seit zwei Jahren in der Stadt Salzburg (Projekt „EMIL“) gibt wird zu nehmen. In Baden, Krenglbach (Oberösterreich) und Hartberg (Steiermark) gibt es kleine E-Carsharing Projekte.

 

VCÖ: Viele Elektro-Fahrräder, wenige E-Autos
(Anzahl E-Fahrzeuge in Österreich - Stand Ende März 2014)

Elektro-Fahrräder: rund 150.000
Elektro-Mopeds: rund 4.700
Elektro-Pkw: 2.357
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

Factsheet: Welche Infrastrukturen Elektro-Mobilität braucht

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