VCÖ: Generation 70 plus fährt mehr mit Öffis als mit Auto und geht viel zu Fuß

VCÖ (Wien, 2. Februar 2015) – Öffentliche Verkehrsmittel werden von der Generation 70 Plus stärker genutzt als das Auto, macht der VCÖ aufmerksam. Daten der Statistik Austria zeigen, dass 63 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 70 Jahren oder älter zumindest gelegentlich öffentliche Verkehrsmittel nutzen, während nur 57 Prozent mit dem Auto fahren. Bis zum Jahr 2025 nimmt die Zahl der Personen im Alter von 70 Jahren oder darüber um rund 210.000 zu. Der VCÖ fordert eine seniorengerechte Verkehrsplanung mit mehr öffentlichen Verkehrsverbindungen.

„Mit dem Alter ändert sich auch das Mobilitätsverhalten. Die zurückgelegten Distanzen werden kürzer, ein höherer Anteil der Alltagserledigungen wird zu Fuß gemacht“, stellt VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek fest. Eine VCÖ-Analyse von Daten der Statistik Austria zeigt, dass der Anteil der Öffi-Nutzenden bei der Generation 70 Plus höher ist als jener der Autofahrer. 63 Prozent der Personen im Alter von 70 Jahren und älter  fahren zumindest gelegentlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Hinter dem Steuer eines Autos sitzen 57 Prozent.

„Für ältere Menschen gehen die Folgen fehlender öffentlicher Verkehrsangebote weit über das Problem, Alltagsziele nicht erreichen zu können, hinaus. Für ältere Menschen führt Mobilitätsarmut zu mangelnden sozialen Kontakten und zur Vereinsamung“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Der VCÖ weist darauf hin, dass in den kommenden Jahren die Zahl der älteren Menschen stark zunehmen wird. Im Jahr 2025 werden laut Bevölkerungsprognose der Statistik Austria rund 1,35 Millionen Menschen Österreich 70 Jahre oder älter sein, um rund 210.000 mehr als heute. Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede: In Vorarlberg ist die Zunahme mit 27,3 Prozent am größten, gefolgt von Salzburg (plus 24,4 Prozent) und Tirol (plus 24 Prozent). Am geringsten nimmt die Zahl älterer Menschen in Kärnten (plus 14,3 Prozent) und Wien (plus 14,8 Prozent) zu.

Der VCÖ fordert ein seniorengerechtes Verkehrssystem mit einem dichteren öffentlichen Verkehrsnetz und häufigeren Verbindungen. In kleineren Gemeinden haben sich Gemeinde- und Bürgerbusse bewährt. „Diese Busse sind heute aber die Ausnahme und nicht die Regel. Oft scheitert die Umsetzung an der Finanzierung“, so VCÖ-Expertin Urbanek. Der VCÖ schlägt vor, einen Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für den Ausbau eines altengerechten öffentlichen Verkehrsangebots in der ländlichen Region zu verwenden.

Auch die Verkehrsplanung in den Gemeinden und Städten muss viel stärker als bisher auf ältere Menschen Rücksicht nehmen. In den kommenden Jahren wird die Zahl der Personen mit Rollator stark steigen. Entsprechend braucht es breitere Gehwege und bei Straßen mehr Querungsmöglichkeiten, um für ältere Menschen beschwerliche Umwege zu verringern. Bei Fußgängerampeln sind die Rotphasen zu verkürzen und die Grünphasen auf das Gehtempo älterer Menschen zu orientieren. Entlang von Freilandstraßen braucht es zumindest zwischen Siedlungen und Ortszentrum Gehwege, betont der VCÖ.

VCÖ-Factsheet zu Seniorenmobilität

 

VCÖ: Ältere Menschen fahren häufiger mit Öffis und gehen viel zu Fuß
(Anteil in Prozent, die Verkehrsmittel nutzen – in Klammer Gesamtbevölkerung über 15 Jahre)

Öffentliche Verkehrsmittel: 63 Prozent (58 Prozent)

Auto lenkend: 57 Prozent (78 Prozent)

Fahrrad: 39 Prozent (67 Prozent)

Moped, Motorrad: 3 Prozent (12 Prozent)

Zu Fuß gehen (täglich, mehrmals die Woche): 85 Prozent (89 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

 

VCÖ: Zahl der älteren Menschen nimmt in Vorarlberg am stärksten zu
(Anzahl Generation 70 plus im Jahr 2025, in Klammer Änderung gegenüber heute)

Vorarlberg: 58.100 Personen (plus 27,3 Prozent)

Salzburg: 86.300 Personen (plus 24,4 Prozent)

Tirol: 113.800 (plus 24,0 Prozent)

Burgenland: 53.100 Personen (plus 22,2 Prozent)

Oberösterreich: 226.800 Personen (plus 19,8 Prozent)

Niederösterreich: 279.800 Personen (plus 17,6 Prozent)

 

Steiermark: 205.900 Personen (plus 15,5 Prozent)

Wien: 252.000 (plus 14,8 Prozent)

Kärnten: 76.300 Personen (plus 14,3 Prozent)

Österreich: 1.352.100 (plus 18,4 Prozent)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2015

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