VCÖ: Für Kinder erhöhte Gefahr durch Autoverkehr in dunkler Jahreszeit

VCÖ (Wien, 11. Oktober 2013) – Im Vorjahr wurden in Österreich zwischen Oktober und Dezember im Schnitt jeden Tag sechs Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Durch Dunkelheit und schlechtere Sicht bedeutet der Autoverkehr für Kinder in der dunklen Jahreszeit eine erhöhte Unfallgefahr. Der VCÖ fordert verstärkte Tempo-Kontrollen, mehr Gehwege entlang von Freilandstraßen sowie mehr Tempo 30 und verkehrsberuhigte Zonen im Ortsgebiet. 

Die dunkle Jahreszeit erhöht das Unfallrisiko für die Kleinsten im Straßenverkehr. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass im Vorjahr zwischen Oktober und Dezember 584 Kinder bei Verkehrsunfällen in Österreich verletzt wurden. Besonders tragisch: Ein Kind wurde von einem Lkw niedergefahren und getötet. Insgesamt verunglücken rund 40 Prozent der Kinder mitfahrend im Pkw. Die meisten Kinderunfälle in der dunklen Jahreszeit gab es im Vorjahr in Niederösterreich, wo 130 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt wurden.

Am Schulweg wurden im Vorjahr in der dunklen Jahreszeit 183 Kinder – und damit jedes dritte verunglückte Kind - bei Verkehrsunfällen verletzt. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass die meisten Schulwegunfälle in Oberösterreich passierten, wo 45 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt wurden.

Der VCÖ ruft Autofahrerinnen und Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit und Rücksichtsnahme in der dunklen Jahreszeit auf. „Bei schlechter Sicht ist das Tempo zu verringern und die volle Konzentration aufs Autolenken zu richten. Wer beim Autolenken telefoniert, reagiert ähnlich schlecht und langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille“, macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek aufmerksam.

Der VCÖ sieht zudem die Verkehrsplanung und die Verkehrspolitik gefordert, ein kindgerechtes Verkehrssystem zu schaffen. Vielerorts fehlt es an ausreichend Gehwegen. Vor allem entlang von Freilandstraßen sind Siedlungen häufig nicht mit Gehwegen an die Ortskerne angebunden. „Dabei ist für Kinder das zu Fuß gehen extrem wichtig. Wenn Kinder den Schulweg ganz oder zumindest teilweise zu Fuß gehen können, dann hilft das gegen den zunehmenden Bewegungsmangel und stärkt die sozialen Kontakte zu anderen Kindern“, erläutert VCÖ-Expertin Urbanek.

Die Gesundheit und die Verkehrssicherheit der Kinder müssen absoluten Vorrang haben, betont der VCÖ. Deshalb ist es wichtig, dass im Ortsgebiet maximal Tempo 30 gilt und im Umfeld von Schulen verkehrsberuhigte Zonen zum Standard werden. Der VCÖ appelliert an die Eltern, ihr Kind nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen, da dadurch das gefährliche Verkehrschaos vor der Schule erhöht wird.

Der VCÖ fordert zudem verstärkte Tempokontrollen. Eltern empfiehlt der VCÖ in der dunklen Jahreszeit für ihre Kinder reflektierende, helle Kleidung auszuwählen.

VCÖ: Täglich 6 Kinder bei Verkehrsunfällen in dunkler Jahreszeit verletzt

(Bei Verkehrsunfällen zwischen Oktober und Dezember verletzte Kinder, in Klammer verletzte Kinder bei Schulwegunfällen)  

Oktober – Dezember 2012: 584 Kinder verletzt, 1 Kind tödlich verunglückt (am Schulweg 183 verletzte Kinder)

Oktober – Dezember 2011: 632 Kinder verletzt (am Schulweg 134 verletzte Kinder)

Oktober – Dezember 2010: 595  Kinder verletzt, 1 Kind tödlich verunglückt (am Schulweg 106 verletzte Kinder, 1 Kind am Schulweg tödlich verunglückt)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013
 

VCÖ: Die meisten Kinderunfälle in Niederösterreich, die meisten Schulwegunfälle in Oberösterreich (bei Verkehrsunfällen zwischen Oktober und Dezember verletzte Kinder, in Klammer bei Schulwegunfall verletzte Kinder)

Niederösterreich: 130 (40)
Oberösterreich: 112 (45)
Wien: 93 (21)
Steiermark: 89 (17)
Tirol: 45 (13)
Salzburg: 41 (13)
Kärnten: 34 (15)
Vorarlberg: 30 (15)
Burgenland: 10 (4)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2013

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