VCÖ fordert raschere Umrüstung von Pkw mit mangelnder Abgasreinigung

VCÖ (Wien, 28. Juni 2016) – Die Abgasreinigung beeinträchtigt weder Fahrverhalten noch Leistung. Das zeigen nun auch Abgastests von TU Wien und Öamtc. Der VCÖ weist darauf hin, dass durch die im Zuge des Abgasskandals bekannt gewordenen Methoden von verschiedenen Herstellern deutlich mehr Schadstoffe in die Luft gelangt sind. Österreichs Luftqualität ist aufgrund des hohen Dieselanteils davon  besonders negativ betroffen. Der VCÖ fordert eine raschere Umrüstung all jener Fahrzeuge, die durch Manipulationen oder durch Tricks im Realbetrieb zu hohe Schadstoffemissionen verursachen.

„Obwohl es technisch möglich ist, ohne Beeinträchtigung des Fahrverhaltens oder der Motorleistung, niedrige NOx-Werte zu erreichen, wurde in den vergangenen Jahren vielfach bei der Abgasreinigung getrickst oder manipuliert. Es wurde in Kauf genommen, dass die Luft mit mehr gesundheitsschädlichen Schadstoffen verschmutzt wird und damit die Gesundheit von Menschen geschädigt wird“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen zu den heute veröffentlichten Ergebnissen der Abgastests von TU Wien und Öamtc fest. Die Tests haben gezeigt, dass bei dauerhaft funktionierender Abgasreinigung weder das Fahrverhalten, noch die Leistung negativ beeinflusst werden.

Das Ausmaß des Abgasskandals ist groß. So haben Prüfungen des deutschen Kraftfahrbundesamts gezeigt, dass nicht nur VW-Modelle überhöhte Stickoxid-Werte aufweisen. Bei 26 von 53 Diesel-Modellen wurden stark überhöhte Stickoxid-Emissionen festgestellt. Bei einigen Modellen funktioniert die Abgasreinigung bei Temperaturen unter 17 Grad Celsius und über 32 Grad Celsius nicht. „Für Österreich bedeutet das, dass die meiste Zeit die Abgasreinigung mangelhaft ist und damit deutlich mehr Schadstoffe in die Luft gelangen“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Rasmussen. So lag im Jahr 2015 beispielsweise in Wien Hohe Warte laut ZAMG an 194 Tagen die Tageshöchsttemperatur unter 17 Grad Celsius, an 251 Tagen war die Durchschnittstemperatur unter 17 Grad Celsius und an 318 Tagen war die Tiefsttemperatur niedriger als 17 Grad. An 25 Tagen wurde eine Tageshöchsttemperatur von über 32 Grad gemessen.

„Wenn Diesel-Pkw beim Fahren auf der Straße überhöhte Schadstoffwerte aufweisen, dann ist Österreichs Luftqualität aufgrund  des hohen Diesel-Pkw-Anteils besonders negativ betroffen“, so VCÖ-Expertin Rasmussen. 57 Prozent der Pkw in Österreich fahren mit Diesel. 

Im Vorjahr wurde in Österreich bei zahlreichen Luftgüte-Messstellen der erlaubte Jahresgrenzwert von Stickstoffdioxid (NO2) überschritten. Hauptverursacher sind Dieselfahrzeuge. Stickstoffdioxid verursacht Entzündungen in den Atemwegen, Asthmaanfälle und die Beeinträchtigungen der Lungenfunktion können die Folgen sein. Bei Kindern kann es zu Verzögerungen des Lungenwachstums kommen.

„Wenn bei den Auspuffen mehr gesundheitsschädliche Abgase rauskommen, dann kommen mehr Schadstoffe in unsere Lungen rein. Die Förderung des Diesels hat in die Sackgasse geführt“, stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.

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