VCÖ fordert mehr Angebot und Qualität im regionalen Busverkehr

VCÖ (Wien, 25. Juni 2014) - Pro Jahr sind in Österreich rund 335 Millionen Fahrgäste mit Regionalbussen unterwegs. Der regionale Busverkehr steht jetzt vor einem Umbruch. Das System der Direktvergaben wird durch Ausschreibungen abgelöst. Durch fehlende Rahmenbedingungen und Mindeststandards besteht die Gefahr, dass es für die Fahrgäste zu Verschlechterungen kommt. Der VCÖ fordert daher einheitliche Qualitätskriterien im Busverkehr. Zudem gilt es ein Sozialdumping auf Kosten des Buspersonals zu verhindern.

Der regionale Busverkehr ist für die Mobilität der Bevölkerung in den Regionen, insbesondere für Schülerinnen und Schüler sowie ältere Menschen, unverzichtbar. Etwa jeder fünfte Fahrgast des Öffentlichen Verkehrs ist mit regionalen Buslinien unterwegs, macht der VCÖ aufmerksam. Im Verkehrsverbund Ostregion (VOR) ist der Anteil mit 5 Prozent am niedrigsten, Grund ist die hohe Anzahl von Fahrgästen der Wiener Linien. Im Oberösterreichischen Verkehrsverbund (OÖVV) beträgt der Anteil 21 Prozent und im Vorarlberger Verkehrsverbund (VVV) 47 Prozent. In den restlichen Verkehrsverbünden Österreichs liegt der Anteil der Fahrgäste im Regionalbusverkehr bei durchschnittlich 33 Prozent.

Aufgrund einer EU-Regelung (PSO-Verordnung) soll das bisherige System von Direktvergaben im regionalen Busverkehr durch Ausschreibungen abgelöst werden. Innerhalb der EU haben bereits einige Staaten Erfahrungen mit Ausschreibungen gemacht. „In der Regel profitieren die Fahrgäste von Wettbewerb, vorausgesetzt die Ausschreibungen von Netzen gehen mit deutlichen Angebotsverbesserungen einher und werden innerhalb einer Gesamtplanung eingesetzt. Wichtig ist, dass Österreich im Interesse der Fahrgäste aus den Fehlern der anderen Staaten lernt“, betont VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

In Schweden sind zwar die öffentlichen Finanzierungsbeiträge gesunken, aber es erfolgte ein Preisdumping, das vor allem auf den Rücken des Personals ausgetragen wurde. In Frankreich hat das Fehlen von landesweit einheitlichen Vorgaben zu Verschlechterungen geführt. Zudem wird der Markt nun von drei großen Anbietern beherrscht, kleine regionale Busunternehmen waren die Verlierer.

Der VCÖ fordert die rasche Festlegung einheitlicher Qualitätsstandards. „Für Fahrgäste ist es wichtig, dass die öffentlichen Verkehrsmittel optimal aufeinander abgestimmt sind. Regionalbusse sind oft Zubringer zur Bahn und sollten vom Bodensee bis zum Neusiedlersee ähnlich funktionieren. Auch braucht es die Einbindung in die geplante Verkehrsauskunft Österreich mit Echtzeitangaben. Und für die Fahrgäste ist es auch wichtig, dass die Buslenker gut ausgebildet sind und auch die regionalen Gegebenheiten kennen“, nennt VCÖ-Experte Gansterer einige wichtige Punkte. Entgegen dem Billigstbieter-Prinzip sind Ausschreibungen und Verträge so zu gestalten, dass es Anreize für zusätzliche Leistungen und Innovationen sowie laufende Verbesserungen gibt.

Der VCÖ setzt sich für die rasche Umsetzung eines gemeinsamen  Masterplans „Regionale Mobilität“ von Bundesregierung und Bundesländern ein. Darin sind Mindeststandards für die Versorgung von Gemeinden mit Öffentlichen Verkehr festzulegen. „Für die Zukunft des ländlichen Raums ist eine gute Versorgung mit ÖffentlichemVerkehrsverbindungen sehr wichtig. Die Gemeinden brauchen dabei auch entsprechende Unterstützung“, stellt VCÖ-Experte Gansterer abschließend fest.

Factsheet zum Thema: "Mehr Angebot und Qualität im regionalen Busverkehr"

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