VCÖ: Feinstaubbelastung im heurigen Winter niedriger als im Vorjahr, aber zu hoch - 26.03.2013

Die Feinstaubbelastung war im heurigen Winter in weiten Teilen Österreichs niedriger als im Vorjahr, wie die heute veröffentlichte Feinstaubbilanz des VCÖ zeigt. Lediglich in Oberösterreich und in Teilen Kärntens war mehr Feinstaub in der Luft als im Winter des Vorjahres. Die am stärksten belasteten Städte waren Leibnitz, Graz, Wolfsberg, Linz und Wien. Der VCÖ fordert mehr Bahnverbindungen für Pendler sowie eine Partikelpflicht für Lkw.

Die Luftqualität im heurigen Winter war besser als im Winter des Vorjahres, wie die aktuelle VCÖ-Feinstaubbilanz zeigt. Vor allem in der Steiermark gab es deutlich weniger Tage mit einer zu hohen Feinstaubbelastung, auch in Wien ging die Belastung spürbar zurück. „Es gab im diesjährigen Winter viel Schnee, aber es gab keine lange Kälteperiode mit trockener Luft. Das feuchte Wetter hat wesentlich dazu beigetragen, dass weniger Feinstaub in der Luft war“, bilanziert VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek.

Die Daten der VCÖ-Feinstaubbilanz im Detail: Die meisten Tage mit zu hoher Feinstaubbelastung wies im heurigen Winter Leibnitz auf, mit 41 Überschreitungen. Im Winter des Vorjahres waren es noch 58 Tage. Der vorjährige negative Spitzenreiter Graz Don Bosco folgt mit 40 Überschreitungen. Die dritthöchste Belastung weist Wolfsberg in Kärnten auf (34 Tage), knapp gefolgt von Linz Römerberg und Wien-Gaudenzdorf mit jeweils 33 Tagen, an denen mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen wurde. Der VCÖ weist darauf hin, dass heuer in Oberösterreich und in Teilen von Kärnten mehr Feinstaub in der Luft als im Winter des Vorjahres.

Drei Hauptverursacher sind für die Feinstaubemissionen verantwortlich: Industrie, Heizungen und der Verkehr. Besonders gefährlich für die Gesundheit sind die extrem kleinen Feinst-Staub-Partikel. Diese können bis in die Lungenbläschen, ins Blut und von dort sogar ins Gehirn eindringen. „Diese Killerpartikel sind vor allem in den Abgasen alter Dieselautos und Lkw enthalten. Zudem schleudert der Verkehr diese Partikel dort in die Luft, wo viele Menschen wohnen bzw. unterwegs sind. Deshalb sind im Interesse der Gesundheit der Menschen verstärkte Maßnahmen im Verkehrsbereich nötig“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest. Der VCÖ verweist auf die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die in zehn europäischen Städten, unter anderem auch in Wien, durchgeführt wurde. Laut dieser Studie des Public Health Instituts aus Basel haben Kinder, die an stark befahrenen Straßen wohnen, wegen der Autoabgase häufiger Asthma als Kinder aus verkehrsarmen Wohngebieten. Das Asthmarisiko ist genau stark erhöht wie durch Passivrauchen. Die Studie kommt zum Schluss, dass jeder 7. Asthmaanfall von Kindern vermieden werden kann, wenn die Belastung durch die Verkehrsabgase verringert wird.

Der VCÖ fordert daher die rasche Umsetzung einer Partikelfilterpflicht für alle Lkw. Zudem ist das öffentliche Verkehrsnetz auszubauen und die Zahl der Bahnverbindungen in den Ballungsräumen zu erhöhen, damit Pendler eine Alternative zum Auto haben. „Es ist höchste Zeit, dass die Gesundheit von Kindern absoluten Vorrang erhält und Fahrzeuge, die besonders viele giftige Schadstoffe in die Luft blasen, nicht mehr in die Städte rein fahren dürfen“, spricht sich VCÖ-Expertin Urbanek für Umweltzonen aus. In Deutschland gibt es in bereits mehr als 60 Städten eine Umweltzone.


VCÖ: Im heurigen Winter war Feinstaubbelastung in der Steiermark am höchsten
(Tage mit mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft, 1. November 2012 bis 25. März 2013)
Leibnitz: 41 Tage (58 Tage)
Graz Don Bosco: 40 Tage (59 Tage)
Wolfsberg: 34 Tage (31 Tage)
Linz Römerberg: 33 Tage (27 Tage)
Wien Gaudenzdorf: 33 Tage (31 Tage)
Graz Süd: 30 Tage (47 Tage)
Wien Floridsdorf Gerichtsgasse: 30 Tage (38 Tage)
Kittsee: 28 Tage (27 Tage)
Graz Ost: 28 Tage (49 Tage)
St. Andrä: 27 Tage (21 Tage)
Wien Taborstraße:27 Tage (34 Tage)
Enns Westautobahn: 26 Tage (18 Tage)
Linz Neue Welt: 26 Tage (22 Tage)
Wien Rinnböckstraße (Nähe A23): 26 Tage (36 Tage)
Wien Stadlau: 26 Tage (34 Tage)
Graz Mitte: 25 Tage (31 Tage)
Klosterneuburg B14*: 24 Tage (18 Tage)
Linz 24er Turm A7: 24 Tage (22 Tage)
Klagenfurt Völkermarkter Straße: 23 Tage (26 Tage)
St. Pölten Europaplatz*: 22 Tage (15 Tage)
Wels Linzerstraße: 22 Tage (18 Tage)
Wien Währinger Gürtel AKH: 22 Tage (28 Tage)
Wien Belgradplatz: 22 Tage (33 Tage)
Wien Liesing: 22 Tage (39 Tage)
Mannswörth*: 21 Tage (13 Tage)
Köflach: 21 Tage (20 Tage)
Wien Kendlerstraße: 21 Tage (34 Tage)
Traun: 20 Tage (16 Tage)
Wien Laaer Berg: 20 Tage (28 Tage)
Hainburg*: 19 Tage (15 Tage)
St. Pölten Eybnerstraße*: 19 Tage (12 Tage)
Stockerau Rudolf-Diesel-Straße*: 19 Tage (7 Tage)
Salzburg Rudolfsplatz: 19 Tage (17 Tage)
Mistelbach*: 18 Tage (16 Tage)
Streithofen im Tullnerfeld*: 18 Tage (6 Tage)
Traismauer*: 18 Tage (14 Tage)
Tulln*: 18 Tage (9 Tage)
Graz West: 18 Tage (32 Tage)
Amstetten*: 17 Tage (11 Tage)
Himberg*: 17 Tage (7 Tage)
Steyregg: 17 Tage (15 Tage)
Weiz: 17 Tage (19 Tage)
Brixlegg: 17 Tage (15 Tage)
Wien Kaiser-Ebersdorf: 17 Tage (25 Tage)
Ebenthal Zell: 16 Tage (14 Tage)
Ziersdorf*: 16 Tage (16 Tage)
Fürstenfeld*: 16 Tage (16 Tage)
Hartberg: 16 Tage (16 Tage)
Hall in Tirol: 16 Tage (29 Tage)
Wien Schafbergbad: 16 Tage (28 Tage)
* Werte jeweils nur von 1.1. bis 25.3.
Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2013

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