VCÖ: Fehlende Kerosinsteuer kostete Österreich seit 2005 rund drei Milliarden Euro!

VCÖ (Wien, 22. November  2013) – Im Gegensatz zu Diesel und Benzin wird auf den Flugtreibstoff Kerosin keine Mineralölsteuer eingehoben. Der VCÖ weist darauf hin, dass diese Steuerbefreiung Österreich seit dem Jahr 2005 rund drei Milliarden Euro an Einnahmen kostete. Der VCÖ kritisiert, dass ausgerechnet der Klimasünder Flugverkehr steuerlich begünstigt wird. Im Zeitraum 2005 bis 2012 hat der Flugverkehr rund 17 Millionen Tonnen CO2 verursacht. Der VCÖ fordert die Abschaffung der Steuerbegünstigungen für den Flugverkehr.

Rund 870 Millionen Liter Kerosin wurden im Vorjahr in Österreich getankt. Autofahrer, die 870 Millionen Liter Eurosuper tanken, zahlen rund 408 Millionen Euro Mineralölsteuer. Für 870 Millionen Liter Diesel sind rund 336 Millionen Euro Mineralölsteuer zu zahlen. Die Flugunternehmen zahlen für ihren Treibstoff Kerosin keinen Cent Mineralölsteuer. „Dieses Steuerprivileg ist weder ökonomisch zu rechtfertigen, noch ökologisch vernünftig. Gerade der Flugverkehr ist ein großer Klimasünder“, kritisiert VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer die Steuerbegünstigung von Flugbenzin.

Der VCÖ weist darauf hin, dass eine Flugreise Wien – New York – Wien mehr klimaschädliches CO2 verursacht als im Schnitt ein privater Autofahrer in einem ganzen Jahr. Während der Flug laut atmosfair.de die Umwelt mit rund 2.800 Kilogramm CO2 belastet, verursacht ein österreichischer privater Benzin-Pkw im Schnitt 1.950 Kilogramm CO2 pro Jahr und ein Diesel-Pkw rund 2.600 Kilogramm CO2 pro Jahr, macht der VCÖ aufmerksam.

Der VCÖ betont, dass die Mineralölsteuerbefreiung für Kerosin Österreich seit dem Jahr 2005 rund drei Milliarden Euro an Steuereinnahmen kostete. Allein im Vorjahr waren es mehr als 400 Millionen Euro. Die seit dem Jahr 2011 geltende Flugabgabe deckt zumindest ein Viertel des Steuerentfalls ab. Im Vorjahr brachte sie Einnahmen von 107,1 Millionen Euro. Der VCÖ spricht sich für eine Erhöhung der Flugabgabe auf Kurz- und Mittelstrecken von derzeit sieben bzw. 15 Euro auf jeweils 30 Euro aus. Die Einführung der Flugabgabe hat übrigens nicht zu einem Rückgang der Flugreisen geführt. In den Jahren 2011 und 2012 nahm die Zahl der Fluggäste auf Österreichs Flughäfen um insgesamt 2,2 Millionen zu.

Der VCÖ weist darauf hin, dass von den Steuerprivilegien des Flugverkehrs vor allem die wohlhabenden Haushalte profitieren, da diese häufiger Flugreisen machen als einkommensschwache Haushalte. Zudem ist jede vierte Flugreise eine Geschäftsreise. Im Vorjahr wurden von Österreichern laut Statistik Austria insgesamt 3,15 Millionen private Flugreisen und 1,11 Millionen Geschäftsreisen unternommen.

 

VCÖ: Mehr als zwei Milliarden Euro an Steuerausfall, weil Kerosin nicht so wie Benzin besteuert ist (mögliche Steuereinnahmen bei MÖSt. auf Kerosin in Höhe von MÖSt. auf Benzin)

Jahr 2012: 408,5 Millionen Euro
Jahr 2011: 420,3 Millionen Euro
Jahr 2010: 368,3 Millionen Euro
Jahr 2009: 345,2 Millionen Euro
Jahr 2008: 395,8 Millionen Euro
Jahr 2007: 384,0 Millionen Euro
Jahr 2006: 351,7 Millionen Euro
Jahr 2005: 336,3 Millionen Euro

Summe 2005-2012: 3.010,1 Millionen Euro

Quelle: VCÖ 2013

 

VCÖ: Flugverkehr ist ein großer Klimasünder (durch in Österreich getankten Flugtreibstoff verursachte Treibhausgas-Emissionen)

Jahr 2012: 2,11 Millionen Tonnen
Jahr 2011: 2,18 Millionen Tonnen
Jahr 2010: 2,08 Millionen Tonnen
Jahr 2009: 1,95 Millionen Tonnen
Jahr 2008: 2,32 Millionen Tonnen
Jahr 2007: 2,23 Millionen Tonnen
Jahr 2006: 2,14 Millionen Tonnen
Jahr 2005: 2,00 Millionen Tonnen

Summe Zeitraum 2005 bis 2012: 17,01 Millionen Tonnen CO2

Quelle: VCÖ 2013

 

VCÖ: Zahl der Flugpassagiere in Österreich auch mit Flugabgabe stark gestiegen (Anzahl Flugpassagiere auf Österreichs Flughäfen – kommerzielle Flugfahrt)

Jahr 2012: 26,6 Millionen
Jahr 2011: 25,8 Millionen
Jahr 2010: 24,4 Millionen
Jahr 2009: 22,6 Millionen
Jahr 2008: 24,7 Millionen
Jahr 2007: 23,7 Millionen
Jahr 2006: 21,6 Millionen
Jahr 2005: 20,4 Millionen

Quellen: Statistik Austria, VCÖ 2013

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