VCÖ: Fehlende Kerosinsteuer kostete Österreich im Vorjahr rund 310 Millionen Euro! - 20.02.2013

Im Vorjahr hat der Flugverkehr in Österreich rund 705.000 Tonnen Treibstoff verbraucht und dadurch 2,17 Millionen Tonnen CO2 verursacht, macht der VCÖ aufmerksam. Im Gegensatz zu Benzin und Diesel ist Flugbenzin für den kommerziellen Flugverkehr von der Mineralölsteuer befreit. Eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt, dass dieses Steuerprivileg Österreichs Budgethaushalt im Vorjahr Einnahmen von rund 310 Millionen Euro kostete.

Der kommerzielle Flugverkehr hat im Vorjahr in Österreich rund 870 Millionen Liter Flugtreibstoff getankt, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vergleich zum Jahr 2010 stieg der Treibstoffverbrauch um rund 37 Millionen Liter, gegenüber dem Jahr 2011 blieb der Verbrauch stabil. Österreichs Flugverkehr verursachte im Vorjahr 2,17 Millionen Tonnen Treibhausgase. „Der Flugverkehr verursachte damit so viele Treibhausgase wie rund eine Million Autofahrer mit ihrem privaten Pkw in einem ganzen Jahr emittieren. Der Flugverkehr trägt zum Klimawandel bei, auch wenn er in der Kyoto-Klimabilanz nicht aufscheint“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

Flugtreibstoff ist im Gegensatz zu Benzin und Diesel von der Mineralölsteuer befreit. „Dass ausgerechnet der Klimasünder Flugverkehr diese Steuerbegünstigung erhält, ist ein Schildbürgerstreich und kommt den Staatshaushalt sehr teuer“, macht VCÖ-Experte Gansterer aufmerksam. Bei gleich hoher Besteuerung wie Benzin, hätte der Flugverkehr für die in Österreich getankte Treibstoffmengen 419,5 Millionen Euro an Mineralölsteuer entrichten müssen.

Die bestehende Flugabgabe, die es in etwa gleicher Höhe auch in Deutschland gibt, deckt einen Teil des Steuerausfalls ab: Die Flugabgabe brachte im Vorjahr lediglich 107,5 Millionen Euro und deckt damit nur ein Viertel des Steuerausfalls ab. Werden die Einnahmen aus der Flugabgabe berücksichtigt, dann kostete die Befreiung des Flugtreibstoffs von der Mineralölsteuer den Staatshaushalt rund 310 Millionen Euro, betont der VCÖ. In den vergangenen drei Jahren lukrierte die Luftfahrt in Österreich eine Steuerbegünstigung von insgesamt einer Milliarde Euro. Zusätzlich sind die Flugtickets von der Mehrwertsteuer befreit.

Gegner der Flugabgabe meinten vor der Einführung, es würde einen Rückgang bei den Passagierzahlen geben. Passiert ist das Gegenteil: Der Flughafen Wien verzeichnete im Vorjahr mit 22,2 Millionen Passagieren ein neues Rekordergebnis, im Vergleich zum Jahr 2011 gab es ein Plus von 5 Prozent - was deutlich höher war als der europäische Schnitt von knapp zwei Prozent. „Es ist höchste Zeit, dass auf EU-Ebene die Kerosinsteuer eingeführt wird. So lange es diese nicht gibt, ist über die Flugabgabe mehr Steuergerechtigkeit zu erzielen“, so VCÖ-Experte Gansterer.

Auf den Kurzstrecken gibt es klimafreundlichere Alternativen zum Flugzeug. Deshalb soll die Flugabgabe auf Kurzstrecken von derzeit 8 auf 30 Euro erhöht werden, so der VCÖ. Der VCÖ weist darauf hin, dass in Großbritannien die Flugticketabgabe je nach Distanz doppelt bis drei Mal so hoch ist wie in Österreich.

 

VCÖ: Österreich kommt Steuerbefreiung von Flugbenzin sehr teuer
(Steuerentgang durch fehlende Besteuerung von Flugbenzin für das Jahr 2012)
Bei Kerosinsteuer von 0,482 Euro (wie Benzin):
Mögliche Einnahmen aus Kerosinsteuer: 419,5 Millionen Euro
Abzüglich Einnahmen aus Flugticketabgabe: 107,1 Millionen Euro
Steuerentgang durch fehlende Kerosinsteuer: 312,4 Millionen Euro
Quelle: VCÖ 2013


VCÖ: Hoher Verbrauch von Flugtreibstoff 
(In Österreich getankte Menge an Flugtreibstoff)
Jahr 2012: 870 Millionen Liter
Jahr 2011: 872 Millionen Liter
Jahr 2010: 833 Millionen Liter
Jahr 2009: 802 Millionen Liter
Jahr 2008: 895 Millionen Liter
Jahr 2007: 894 Millionen Liter
Quelle: VCÖ 2013


VCÖ: Flugverkehr ist ein großer Klimasünder
(durch in Österreich getankten Flugtreibstoff verursachte Treibhausgas-Emissionen)
Jahr 2012: 2,17 Millionen Tonnen
Jahr 2011: 2,18 Millionen Tonnen
Jahr 2010: 2,08 Millionen Tonnen
Jahr 2005: 2,00 Millionen Tonnen
Jahr 2000: 1,75 Millionen Tonnen
Quelle: VCÖ 2013

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