VCÖ: Fast jeder zweite Radfahrer sieht Mängel bei der Radfahr-Infrastruktur

VCÖ (Wien, 10. Juni 2016) – Fast jeder zweite Radfahrer sieht bei der Infrastruktur zum Radfahren Verbesserungsbedarf, wie die diesjährige VCÖ-Radfahr-Umfrage zeigt. Jeder sechste ist mit den Bedingungen zum Radfahren im Wohnort unzufrieden. Zu viel Kfz-Verkehr gibt jeder zweite als zentralen Grund an, eine Strecke nicht mit dem Rad zu fahren. Von Mai bis August treten 97 Prozent der Radfahrerinnen und Radfahrer in die Pedale. Der VCÖ fordert den schnelleren Ausbau der Radfahr-Infrastruktur in Österreich.

„Die mangelnde Radfahrinfrastruktur ist für viele ein wesentlicher Grund, nicht häufiger Rad zu fahren“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Bei der diesjährigen VCÖ-Radfahr-Umfrage gaben 48 Prozent der Radfahrenden an, einzelne Strecken deshalb nicht mit dem Rad zu fahren, weil es zu viel Kfz-Verkehr gibt und die Strecke als zu gefährlich erachtet wird. 41 Prozent gaben an, dass sie wegen schlechter Infrastruktur bestimmte Strecken nicht Radfahren. Die repräsentative Umfrage wurde vom Institut Integral im Auftrag des VCÖ durchgeführt.

45 Prozent der Radfahrerinnen und Radfahrer wünschen, dass das Queren von Hauptstraßen sicherer wird. Mit der Anzahl von Radabstellplätzen im Straßenraum sind 43 Prozent unzufrieden, 30 Prozent beklagen die mangelnde Qualität der Radverkehrsverbindungen. „Oft sind Radwege zu schmal, der Belag in schlechtem Zustand oder parkende Autos nehmen dem Radverkehr Platz weg“, erläutert VCÖ-Experte Gansterer. Jeder vierte Radfahrer beklagt die mangelnde Länge des Radnetzes im Wohnort und, dass zu wenige Einbahnen für das Radfahren geöffnet sind.

Insgesamt ist jeder sechste Radfahrer mit den Bedingungen zum Radfahren im Wohnort unzufrieden, aber immerhin jeder dritte Radfahrer ist „sehr zufrieden“. Und: 55 Prozent erleben verbesserte Bedingungen zum Radfahren. „Jene, die häufiger Radfahren sind auch zufriedener. Wer die Radfahr-Infrastruktur verbessert, wird mit mehr Radverkehr belohnt“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Der VCÖ fordert den schnelleren Ausbau der Radfahr-Infrastruktur in Österreich. Während im Ortsgebiet durch Tempo 30 statt Tempo 50 sowie durch Verkehrsberuhigung die Zahl der Radfahrerinnen und Radfahren erhöht werden kann, braucht es in den Regionen mehr sichere Radwege und in den Ballungsräumen möglichst kreuzungsfreie Rad-Highways vom Umland in die Städte. In den Niederlanden wird das Netz an Rad-Highways bis zum Jahr 2025 auf 675 Kilometer ausgebaut, Norwegen plant, die zehn größten Städte mit Radschnellwegen zu verbinden und im deutschen Ruhrgebiet wird bereits an einem 100 Kilometer langen Radschnellweg gebaut.

Jetzt ist übrigens der beste Zeitpunkt, um in die Pedale zu treten, finden jene Österreicherinnern und Österreicher, die das Fahrrad als Verkehrsmittel nutzen. 97 Prozent treten zwischen Mai und August in die Pedale, rund 40 Prozent davon mehrmals die Woche.

VCÖ: Fast jeder zweite Radfahrer sieht Verbesserungsbedarf bei Radinfrastruktur 

Ungefährliches Kreuzen von Hauptstraßen: 45 Prozent unzufrieden
Radabstellplätze im Straßenraum: 43 Prozent unzufrieden
Qualität der Verbindungen (Belag, Breite, usw.): 30 Prozent unzufrieden
Anzahl geöffnet Einbahnen fürs Radfahren: 25 Prozent unzufrieden
Länge Radnetz: 24 Prozent unzufrieden
Radabstellplätze bei Freizeiteinrichtungen: 24 Prozent unzufrieden

Quelle: Integral, VCÖ 2016

VCÖ: Die häufigsten Gründe, die vom Radfahren abhalten (Gründe „sehr wichtig“ eine Strecke nicht mit Rad zu fahren)

Wetter, Witterung: 53 Prozent
Gefährliche Strecke, zu viel Kfz-Verkehr: 48 Prozent
Schlechte Radfahr-Infrastruktur: 41 Prozent
Diebstahl / Vandalismusgefahr: 36 Prozent
Weite Distanz: 34 Prozent
Keine Möglichkeit zum Umziehen, Duschen am Zielort: 21 Prozent
Anstrengend, unbequem: 21 Prozent
Keine Radmitnahmemöglichkeit im Öffentlichen Verkehr: 20 Prozent
Schlechte Abstellmöglichkeit am Zielort: 20 Prozent

Quelle: Integral, VCÖ 2016

VCÖ: Mehr als die Hälfte sieht verbesserte Bedingungen zum Radfahren (Wie haben sich Bedingungen zum Radfahren im Wohnort / Wohnbezirk verändert?)

Verbessert: 55 Prozent
Gleich geblieben: 35 Prozent
Verschlechtert: 5 Prozent
Weiß nicht: 5 Prozent

Quelle: Integral, VCÖ 2016

Daten zur Umfrage: Durchgeführt im Auftrag des VCÖ durch das Meinungsforschungsinstitut Integral im Mai 2016. Repräsentative Umfrage, befragt wurden online österreichweit 1.590 Personen (16 bis 69 Jahre).

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