VCÖ: EU vergibt mit zu laschen CO2-Grenzwerten für Autos große Chance für Klimaschutz

VCÖ: Kniefall vor Autoherstellern bedeutet, dass mehr Maßnahmen in Mitgliedsstaaten nötig sind

VCÖ (Wien, 8.November 2017) – Die heute von der EU-Kommission präsentierten CO2-Grenzwerte für Neuwagen sind eine große Enttäuschung, stellt der VCÖ fest. Die CO2-Grenzwerte liegen deutlich über den ursprünglichen Zielen. Die Folge des Kniefalls vor den Autoherstellern: Die Mitgliedsstaaten sind gefordert, zusätzliche Klimaschutz-Maßnahmen zu setzen, um die Klimaziele zu erreichen. Auch die fehlende „Zero-Emission“ Quote ist ein Versäumnis.

„Die EU-Kommission ist erneut vor den Autoherstellern in die Knie gegangen und hat offensichtlich aus dem Dieselskandal nichts gelernt. Dass die künftigen CO2-Grenzwerte höher sind als ursprünglich geplant, schadet auch den Mitgliedsstaaten, da diese nun zusätzliche Klimaschutz-Maßnahmen setzen müssen“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Im Jahr 2030 müssen die CO2-Werte der Neuwagen im Schnitt lediglich um 30 Prozent niedriger sein als im Jahr 2021 (95 Gramm CO2 pro Kilometer), jedoch nur auf dem Papier. Denn die Zielsetzungen betreffen nur die Herstellerangaben, aber nicht die realen CO2-Emissionen beim Fahren, macht der VCÖ auf ein weiteres Manko des Vorschlags der EU-Kommission aufmerksam. Auch beim neuen Testzyklus wird es eine Abweichung der tatsächlichen Emissionen von den Herstellerangaben geben - zum Schaden der Umwelt.

Zudem hat es die EU-Kommission verabsäumt, verpflichtende Vorgaben für einen bestimmten Anteil von „Null-Emissions-Fahrzeuge“ zu beschließen, was auch negative ökonomische Folgen für Europa hat. Das UN-Klimaabkommen von Paris bedeutet im Verkehr den Ausstieg aus Erdöl bis zum Jahr 2050. Am Weltmarkt wird die Nachfrage nach Zero Emission Fahrzeuge steigen. „Europas Hersteller verschlafen gerade den nötigen Transformationsprozess im Verkehr. Wer zu spät kommt, den bestraft der Weltmarkt“, warnt VCÖ-Expertin Rasmussen. Umso wichtiger ist es für das Exportland Österreich verstärkte Klimaschutz-Maßnahmen im Verkehr zu beschließen und einen Zeitplan für ein Ende des Verbrennungsmotors festzulegen. „Wenn Österreich als Exportland eine Vorreiterrolle einnimmt und sich als Kompetenzzentrum für klimafreundliche Mobilität positioniert, dann schafft das viele neue Arbeitsplätze“, so VCÖ-Expertin Rasmussen.

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