VCÖ: EU-Parlament zeigt Gigalinern die "rote Karte" - Entscheidung im Interesse von Umwelt und Bevölkerung

VCÖ (Wien, 15. April 2014) - Mit überwältigender Mehrheit hat heute das EU-Parlament den grenzüberschreitenden Fahrten von Gigalinern eine Absage erteilt. Der VCÖ ist über das klare Votum erfreut, denn die Zulassung der Gigaliner hätte Milliardenteure Straßenumbauten in Österreich zu Folge gehabt. Zudem ist der VCÖ erfreut, dass Lkw in Zukunft so gebaut werden, dass sie für Fußgänger und Radfahrer sicherer werden. Durch ein aerodynamischeres Frontdesign wird der Spritverbrauch der Lkw etwas sinken.

606 Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben sich heute gegen die Zulassung von Gigaliner im grenzüberschreitenden Verkehr ausgesprochen, nur 54 waren dafür. „Das EU-Parlament hat im Sinne der Steuerzahler und der Umwelt den Gigalinern die rote Karte gezeigt. Die Zulassung der Gigaliner hätte milliardenteure Straßenumbauten zur Folge gehabt, das Unfallrisiko für Autofahrer erhöht und den Gütertransport noch stärker auf die Straße verlagert“, begrüßt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen das Ergebnis. Der VCÖ hat sich gemeinsam mit seinem Brüsseler Dachverband „Transport & Environment“ seit Jahren gegen die Zulassung der Gigaliner im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt.

Sehr positiv sieht der VCÖ auch den Beschluss des EU-Parlaments, dass in Zukunft Lkw für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie für Radfahrende sicherer gebaut werden. Ab dem Jahr 2022 sind diese Maßnahmen für neue Lkw verpflichtend vorgeschrieben. EU-weit sind Lkw in rund 15 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle beteiligt. Im Jahr 2011 starben in der EU rund 4.200 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung.

Durch die Möglichkeit, in Zukunft die Front der Lkw aerodynamischer zu bauen, kann der Spritverbrauch der Lkw um sieben bis zehn Prozent reduziert werden.

„Ich hoffe sehr, dass nach der heutigen Gigaliner-Abstimmung auch die zukünftigen verkehrspolitischen Maßnahmen der EU im Einklang mit ihren Klimaschutzzielen stehen. Die Gesundheit der Anrainer und der Schutz der Umwelt dürfen nicht am Altar des freien Warenverkehrs geopfert werden“, spricht sich VCÖ-Expertin Rasmussen im Interesse der Umwelt und der Anrainer für verstärkte Maßnahmen der EU-Kommission zur Verringerung des Lkw-Transit durch Europa aus.

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