VCÖ: Bereits mehr als 100 Verkehrstote im heurigen Jahr auf Österreichs Straßen

VCÖ: Verstärkte Maßnahmen gegen hohes Tempo nötig

Foto: Maria Hötzmanseder

VCÖ (Wien, 28. Mai 2021) – Seit Jahresbeginn kamen auf Österreichs Straßen bereits 103 Menschen ums Leben, informiert der VCÖ. Allein in den beiden Bundesländern Niederösterreich und Oberösterreich waren mehr als die Hälfte der Todesopfer zu beklagen. Auch wenn die Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, die Zahl der Todesopfer ist hoch. Damit bei der in den kommenden Wochen zunehmenden Mobilität, die Zahl der Unfallopfer nicht steigt, sind zusätzliche Maßnahmen insbesondere gegen die Hauptunfallursachen hohes Tempo sowie Ablenkung am Steuer nötig, betont der VCÖ.

Bereits 103 Menschen wurden heuer auf Österreichs Straßen bei Verkehrsunfällen getötet, berichtet der VCÖ. Allein diese Woche verloren fünf Menschen im Straßenverkehr ihr Leben. Die Zahl der Verkehrstoten ist nach vorläufigen Zahlen (ohne 30 Tage Frist) um 15 niedriger als zur gleichen Zeit des Vorjahres nach endgültigen Daten. Aber heuer hat zusätzlich zu den seit Jahresanfang bestehenden Reiseeinschränkungen das schlechte Wetter insbesondere zu weniger Motorradverkehr geführt. Das tödliche Unfallrisiko ist mit dem Motorrad rund 30 Mal höher als mit dem Pkw, verdeutlicht der VCÖ.

Die Hauptunfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle waren auch heuer zu hohes Tempo sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. „Wer meint, schneller als erlaubt zu fahren wäre ein Kavaliersdelikt, dem zeigt die Unfallstatistik, dass das ein gefährlicher Irrtum ist. Mit der Geschwindigkeit nehmen Reaktions- und Bremsweg exponentiell zu. Das Unfallrisiko steigt und im Fall eines Unfalls auch die Verletzungsschwere“, macht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer auf die Folgen von zu hohem Tempo aufmerksam. Neben verstärkten Kontrollen und höheren Mindeststrafen soll Schnellfahren so wie auch Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen werden.

Der internationale Vergleich zeigt zudem, dass die verkehrssichersten Staaten Europas – Schweden, Schweiz, Norwegen – niedrigere Tempolimits haben, insbesondere auf Freilandstraßen. In Schweden gilt Tempo 70, in Norwegen und der Schweiz Tempo 80. Ein Auto, das bei Tempo 80 einen Anhalteweg von 50 Metern hat, hat bei Tempo 100 einen Anhalteweg von 73 Metern und nach 50 Metern noch eine Geschwindigkeit von über 60 km/h, verdeutlicht der VCÖ. Der VCÖ spricht sich für Tempo 80 als Regelgeschwindigkeit auf Freilandstraßen aus, Tempo 100 soll nur dort erlaubt sein, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zu rechtfertigen ist.

Die meisten Verkehrstoten waren heuer in Niederösterreich und Oberösterreich zu beklagen, wo seit Jahresbeginn jeweils 28 Menschen ihr Leben bei Verkehrsunfällen verloren, berichtet der VCÖ. Dahinter folgen Kärnten, Salzburg und die Steiermark mit jeweils neun Todesopfern, Tirol mit sieben, Wien mit sechs, Vorarlberg mit fünf und das Burgenland mit zwei Todesopfern. In drei Bundesländern – Oberösterreich, Kärnten und Wien – ist die Zahl der Verkehrstoten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen.

In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle im Juni um rund 20 Prozent höher als im Mai, macht der VCÖ aufmerksam. „Durch das eigene Verhalten kann das Unfallrisiko deutlich gesenkt werden. Nicht schneller als erlaubt fahren, gleiten statt rasen, mit voller Aufmerksamkeit fahren, sowohl das Motto „Don’t drink and drive“ als auch „Don’t phone and drive“ beherzigen, keine riskanten Überholmanöver machen, ausreichend Abstand halten. Und wer die Möglichkeit hat, mit dem Öffentlichen Verkehr zu fahren, ist um ein Vielfaches sicherer unterwegs als mit dem Auto“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Das tödliche Unfallrisiko ist in Österreich mit dem Pkw 54 Mal so hoch wie mit dem Bus und 94 Mal so hoch wie mit der Bahn.

 

VCÖ: Seit Jahresanfang bereits mehr als 100 Verkehrstote auf Österreichs Straßen (Anzahl Verkehrstote 1.1. bis 27.5. 2021, in Klammer endgültige Daten 1.1. – 27.5.2020)

Österreich: 103 (118)

Niederösterreich:28 Verkehrstote (34)

Oberösterreich: 28 Verkehrstote (24)

Kärnten: 9 Verkehrstote (7)

Salzburg: 9 Verkehrstote (11)

Steiermark: 9 Verkehrstote (16)

Tirol: 7 Verkehrstote (7)

Wien: 6 Verkehrstote (4)

Vorarlberg: 5 Verkehrstote (8)

Burgenland: 2 Verkehrstote (7)

Quelle: BMI, VCÖ 2021

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