VCÖ: Bereits jeder 5. Neuwagen ist ein SUV oder Geländewagen! - 12.03.2013

Bereits jeder 5. Neuwagen ist ein SUV, macht der VCÖ aufmerksam. Während insgesamt heuer weniger Neuwagen gekauft wurden, nahm die Zahl der SUV-Neuzulassungen zu. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 haben sich die SUV-Verkäufe fast verdoppelt. Laut „Autopapst“ Dudenhöffer verbrauchen SUV um ein Viertel mehr Sprit als vergleichbare konventionelle Pkw. Zudem fahren 85 Prozent der SUV mit Diesel, was für Österreichs Luftqualität negativ ist, betont der VCÖ.

48.957 Pkw wurden heuer in den ersten zwei Monaten neu zugelassen, um fast 2.000 weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahrs. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass gleichzeitig die Zahl der neuzugelassenen SUV und Geländewagen um 170 auf 9.844 gestiegen ist. „Damit ist bereits jeder 5. Neuwagen ein SUV“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

Gegenüber den ersten beiden Monaten im Jahr 2010 hat sich die Zahl der verkauften SUV in Österreich fast verdoppelt, gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2005 fast verdreifacht. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass im Bundesländer-Vergleich Oberösterreich die meisten SUV-Neuzulassungen aufweist. An zweiter Stelle bei der Anzahl der Neuzulassungen der geländewagenähnlichen Fahrzeuge weist ausgerechnet Wien auf.

Für Umwelt und Luftqualität ist der SUV-Boom negativ. Auch wenn es kleinere SUV-Modelle gibt: Laut Studie des Car-Instituts verbrauchen SUV im Schnitt um ein Viertel mehr Treibstoff als vergleichbare konventionelle Pkw. "Autopapst" Ferdinand Dudenhöffer erklärt dies mit dem höheren Luftwiderstand, dem höheren Gewicht und der stärkeren Motorisierung der SUV. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass heuer 55 Prozent der neuen SUV nicht auf Privatpersonen, sondern auf „juristische Personen“ (Unternehmen, öffentliche Hand) zugelassen wurden. Bei den großen Modellen, wie beispielsweise Porsche Cayenne oder VW Touareg, beträgt der Anteil der „juristischen Personen“ sogar 77 Prozent.

84 Prozent der neuzugelassenen SUV fahren mit Diesel, bei den großen Modellen beträgt der Diesel-Anteil im Schnitt sogar 91 Prozent. Der VCÖ weist darauf hin, dass die Abgase von Diesel-Pkw rund drei Mal so viele giftige Stickoxide enthalten wie Benzin-Pkw. „Stickoxide können Atemwegserkrankungen, Lungenschäden und bei Kindern Asthma und Bronchitis verursachen. Österreich verfehlt wegen der großen Anzahl von Dieselfahrzeugen die gesetzlichen Vorgaben zur Verringerung der Stickoxid-Emissionen“, erklärt VCÖ-Experte Gansterer.

Die großen SUV-Modelle verschärfen zudem das Platzproblem in den Städten. Ein VW-Touareg ist um 37 cm breiter als ein Ford Fiesta und um 12 cm breiter als ein VW Passat, macht der VCÖ aufmerksam. Ein Hummer ist um 50 cm breiter als ein Ford Fiesta. Die breiteren Autos verursachen Verkehrsbehinderungen, blockieren durchs Parken beispielsweise Straßenbahnen. Weiterer Nachteil: SUV und Geländewagen verstellen aufgrund ihrer Höhe die Sicht. "Kinder, die die Straße überqueren möchten, werden so später gesehen, wodurch das Unfallrisiko steigt", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Der VCÖ spricht sich neben strengeren Vorgaben für Autohersteller auch für eine Differenzierung von Parkgebühren nach der Größe der Fahrzeuge aus. "Wer mehr Platz braucht, soll auch mehr zahlen. Ein Parkpickerl etwa für einen Porsche Cayenne sollte mehr kosten als für einen Kleinwagen, wie beispielsweise einen Fiat Panda oder Ford Fiesta, so der VCÖ. Zudem fordert der VCÖ die Abschaffung der Steuerbegünstigung für Dieseltreibstoff.

VCÖ: In Österreich wurden heuer mehr SUV und weniger Kleinwagen gekauft (Pkw-Neuzulassungen in Österreich, 1.1. bis 28.2. 2013 – Änderung gegenüber 1.1.-28.2. 2012)
Mittelklasse: 15.181 (plus 34 Stück)
Kleinwagen: 13.132 (minus 252 Stück)
SUV & Geländewagen: 9.844 (plus 170 Stück)
Van:7.319 (minus 1.161 Stück)
Kleinbus: 1.715 (plus 97 Stück)
Ober- und Luxusklasse: 1.497 (minus 687 Stück)
Sportwagen: 268 (minus 75 Stück)
Quelle: Datafact, VCÖ 2013

VCÖ: In Wien gibt es die zweitmeisten SUV-Neuzulassungen (Anzahl Neuzulassungen von SUV und Geländewagen 1.1.-28.2.2013)
1. Oberösterreich: 1.864
2. Wien: 1.659
3. Niederösterreich: 1.644
4. Steiermark: 1.562
5. Tirol: 972
6. Salzburg: 866
7. Kärnten: 542
8. Vorarlberg: 380
9. Burgenland: 355
Österreich: 9.844
Quelle: Datafact, VCÖ 2013

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