VCÖ: Bereits jeder 4. Neuwagen in Österreich ist ein SUV – höchster Anteil im Burgenland

Neue deutsche Studie: SUV verbrauchen mehr Sprit und verursachen mehr CO2

VCÖ (Wien, 15. Dezember 2016) – In Österreich wurden heuer so viele SUV und Geländewagen wie noch nie gekauft, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bereits jeder vierte Neuwagen in Österreich ist ein SUV. Im Bundesländer-Vergleich weist das Burgenland den höchsten Anteil von SUV und Geländewagen auf. Eine aktuelle Studie des deutschen Statistischen Bundesamts zeigt, dass SUV und Geländewagen deutlich mehr Sprit verbrauchen und damit mehr CO2 verursachen als vergleichbare herkömmliche Modelle. Zudem fahren drei Viertel der SUV mit Diesel. Dieselabgase sind hauptverantwortlich für die zu hohe Stickstoffdioxidbelastung in Österreich.

75.031 SUV und Geländewagen wurden heuer in den ersten elf Monaten in Österreich neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Verkaufszahl dieser Automodelle um 10.505 zu, gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2005 stieg die Anzahl der neuzugelassenen SUV und Geländewagen um das dreieinhalb Fache, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. In Österreich ist damit bereits jeder vierte Neuwagen ein SUV oder Geländewagen. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Bundesländer-Vergleich der Anteil der SUV und Geländewagen im Burgenland mit 29,1 Prozent am höchsten ist, in Oberösterreich und Wien am niedrigsten. Aber selbst in Wien sind bereits 23,2 Prozent der Neuwagen SUV oder Geländewagen.

„Der SUV-Boom erschwert das Erreichen der Klimaziele“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Laut deutschem CAR-Institut verbrauchen SUV im Schnitt um ein Viertel mehr Sprit als vergleichbare herkömmliche Modelle. Und in einer aktuellen Studie des deutschen Statistischen Bundesamts heißt es: „Der Mehrverbrauch geht vor allem auf den Bereich der SUV und Geländewagen zurück, einem Segment mit hoher Motorleistung und hohem Verbrauch.“

Weiteres Problem des SUV-Booms: Drei Viertel dieser Fahrzeuge fahren mit Diesel. Dieselabgase enthalten wiederum deutlich mehr gesundheitsschädliche Stickoxide. „In vielen Teilen Österreichs ist die Stickstoffdioxid-Belastung zu hoch. Lkw und Diesel-Pkw sind die Hauptverursacher“, macht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen aufmerksam. Der Dieselskandal hat zudem gezeigt, dass viele neue Diesel-Pkw beim Fahren viel mehr Schadstoffe emittieren als bei den Labortests angezeigt wird.

VCÖ: Sieben von zehn großen SUV auf Betriebe und Unternehmen zugelassen 

Die Hälfte der SUV und Geländewagen werden übrigens von „juristischen Personen“ (Betriebe, Unternehmen, Organisationen, …) gekauft, bei den großen SUV-Modellen sind es sogar sieben von zehn Neuzulassungen. Der SUV-Boom ist die Folge der Modellstrategie der Hersteller. Diese haben in den vergangenen Jahren dieses Segment forciert und massiv beworben. Gleichzeitig setzt das Steuersystem einen Anreiz zum Kauf von Diesel-Pkw. Die Mineralölsteuer auf Diesel ist in Österreich um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Eurosuper. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO beträgt diese Steuerbegünstigung in Österreich rund 600 Millionen Euro pro Jahr. In der Schweiz wird Diesel gleich hoch wie Eurosuper besteuert. Diese Regelung wäre auch für Österreich sinnvoll.

Aktueller Bericht Deutsches Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2016/12/PD16_451_85.html

VCÖ: Zahl der SUV und Geländewagen nimmt in Österreich stark zu (Anzahl neuzugelassene SUV und Geländewagen in Österreich)

1.1. bis 30. 11. 2016: 75.031 (24,7 Prozent der Pkw-Neuzulassungen)

1.1. bis 30. 11. 2015: 64.526 (22,6 Prozent der Pkw-Neuzulassungen)

1.1. bis 30. 11. 2010: 41.054 (13,3 Prozent der Pkw-Neuzulassungen)

1.1. bis 30. 11. 2005: 23.543 (8,1 Prozent der Pkw-Neuzulassungen)

Quelle: Datafact, VCÖ 2016

VCÖ: Im Burgenland ist Anteil von SUV und Geländewagen am höchsten (Anteil der SUV und Geländewagen an Pkw-Neuzulassungen 1.1.-30.11.2016 (in Klammer 1.1.-30.11.2015 / 1.1. bis 30.11. 2010))

Burgenland: 29,1 Prozent (25,7 Prozent / 14,4 Prozent)
Kärnten: 28,6 Prozent (25,9 Prozent / 16,1 Prozent)
Tirol: 26,6 Prozent (25,6 Prozent / 17,9 Prozent)
Steiermark: 26,3 Prozent (24,3 Prozent / 13,1 Prozent)
Vorarlberg: 26,0 Prozent (22,6 Prozent / 14,9 Prozent)
Salzburg: 24,7 Prozent (23,5 Prozent / 15,4 Prozent)
Niederösterreich: 23,5 Prozent (21,3 Prozent / 12,9 Prozent)
Oberösterreich: 23,2 Prozent (21,2 Prozent / 12,2 Prozent)
Wien: 23,2 Prozent (20,9 Prozent / 11,0 Prozent)

Österreich: 24,7 Prozent ( 22,6 Prozent / 13,.3 Prozent)

Quelle: Datafact, VCÖ 2016

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