VCÖ: Bereits in 5 EU-Staaten Rauchverbot im Auto, wenn Kind mitfährt

VCÖ (Wien, 30. Mai 2016) – In Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien und Zypern ist das Rauchen im Auto verboten, wenn ein Kind mitfährt, macht der VCÖ anlässlich des morgigen Weltnichtrauchertages aufmerksam. Studien zeigen, dass die Schadstoffbelastung durch das Rauchen im Auto besonders hoch ist - auch dann, wenn das Fenster geöffnet ist. Für Kinder ist Passivrauchen besonders schädlich. Zudem erhöht das Rauchen beim Autolenken das Unfallrisiko. Der VCÖ spricht sich für ein Rauchverbot im Auto aus, wenn ein Kind oder Jugendlicher mitfährt.

Im Vorjahr wurde in Frankreich, Italien und Großbritannien ein Rauchverbot im Auto beschlossen, in Griechenland und Zypern war es bereits davor verboten im Auto zu rauchen, wenn ein Kind mitfährt, informiert der VCÖ. Vor einigen Tagen hat der Deutsche Ärztetag die deutsche Bundesregierung aufgefordert, diese Form des Rauchverbots im Auto zu beschließen.

„Wird im Auto geraucht, dann atmen die Insassen einen giftigen Schadstoff-Cocktail ein. Die Schadstoffbelastung durch das Rauchen ist im Auto höher als in Wohnräumen. Und für Kinder ist Passivrauchen extrem schädlich. Es gibt viele gute Gründe für ein Rauchverbot im Auto, wenn ein Kind mitfährt“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Zahlreiche Studien zeigen die extrem erhöhte Schadstoffbelastung im Autoinneren, wenn geraucht wird. Wer meint, das Öffnen des Fensters würde das Problem lösen, irrt. Eine Studie der  schottischen Universität Aberdeen ergab, dass durch das Rauchen selbst bei geöffneten Fenstern die durchschnittlichen Feinstaubwerte auf der Rückbank den Smog-Werten von Großstädten entsprachen. Kinder atmen schneller als Erwachsene und damit gelangen mehr giftige Schadstoffe in ihren Körper. Zusätzlich befinden sich ihre Organe im Wachstum. Schadstoffe beeinträchtigen das Wachstum und können langfristige Gesundheitsschäden auslösen.

Darüber hinaus lenkt das Rauchen ab, verschlechtert die Reaktionszeit und erhöht damit das Unfallrisiko. „Die Ablenkung beim Herausnehmen der Zigarette aus der Packung, beim Anzünden und Rauchen der Zigarette kann dazu führen, dass Gefahren zu spät gesehen werden“, erklärt VCÖ-Experte Gansterer. In Norwegen gibt es im Ortsgebiet ein Rauchverbot im Auto, damit die Aufmerksamkeit dort, wo Kinder unterwegs sein können, nicht negativ beeinträchtigt wird. Kommt es zu einem Unfall infolge von Ablenkung etwa durch eine heruntergefallene Asche, dann zahlt auch in Österreich die Versicherung nicht.

Der VCÖ appelliert an die Bundesregierung und den Nationalrat, auch in Österreich ein Rauchverbot im Auto zu beschließen, wenn ein Kind mitfährt. "Der Kinderschutz muss Vorrang haben. Wenn heute ein Polizist sieht, dass im Auto geraucht wird, obwohl ein Kind mitfährt, kann er nur zuschauen und nichts machen. Wenn eine gesetzliche Regelung besteht, kann er im Interesse der Gesundheit des Kindes handeln", so VCÖ-Experte Gansterer.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Meinhard KNEUSSL (Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung mit Pneumologie, Wilhelminenspital Wien, Medizinische Universität Wien) und Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael STUDNICKA (Vorstand der Universitätsklinik für Pneumologie/Lungenheilkunde am Landeskrankenhaus Salzburg) stellen als Vertreter der ÖGP (Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie) fest: "Rauchen im Pkw stellt für mitfahrende Kinder ein extremes Gesundheitsrisiko dar. Das Innere eines Pkw ist etwa 10- bis 20mal kleiner als ein Zimmer, entsprechend ist die Passivrauchbelastung im Pkw um das 10- bis 20-fache höher als in normalen Räumen.Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, da ihre Atemwege noch nicht ausgereift sind und daher leicht kollabieren können.Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie fordert daher eine Gesetzgebung zum Schutz wehrloser Kinder, für den Fall, dass im Pkw geraucht wird."

 

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