VCÖ begrüßt Smartphone-Verbot am Steuer

VCÖ (Wien, 16. Juli 2015) – Der VCÖ begrüßt das geplante Smartphone-Verbot am Steuer. Laut einer jüngst veröffentlichten Studie werden täglich 200.000 SMS am Steuer geschrieben und rund 900.000 Telefonate ohne Freisprecheinrichtung geführt werden. Der VCÖ weist darauf hin, dass das Unfallrisiko beim SMS schreiben während des Autolenkens auf bis zu das 23-Fache steigt. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert etwa so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille. Der VCÖ spricht sich dafür aus, dass Handy am Steuer so wie in 17 EU-Staaten ins Vormerksystem aufgenommen wird.

Das von der Bundesregierung geplante Smartphone-Verbot am Steuer, wird vom VCÖ begrüßt. „Ablenkung am Steuer durch Internetsurfen, E-Mail und SMS schreiben ist ein zunehmendes Problem. Wer ein E-Mail oder SMS am Steuer schreibt, ist bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs. Das Unfallrisiko steigt dadurch auf bis zu das 23-Fache“, verdeutlicht VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer.

Der Anhalteweg wird dadurch massiv verlängert, wie ein Beispiel des VCÖ zeigt. Wer mit Tempo 100 fährt, hat ohne Ablenkung einen Anhalteweg (Reaktions- und Bremsweg) von rund 70 Meter. Bei Handy-Telefonieren am Steuer verlängert sich der Anhalteweg auf rund 85 Meter, nach 70 Metern hat das Auto noch eine Geschwindigkeit von 61 km/h. Beim SMS schreiben kann sich der Anhalteweg auf rund 130 Meter verlängert. Während ein aufmerksamer Lenker nach 70 Metern steht, hat der durch SMS schreiben abgelenkte Lenker nach 70 Meter nach wie vor ein Tempo von 100 km/h.

Eine unlängst veröffentlichte Studie des KfV zeigt, dass pro Tag rund 900.000 Telefonate ohne Freisprecheinrichtung geführt werden. Erwischt werden im Schnitt aber nur knapp mehr als 400 pro Tag. Der VCÖ spricht sich für mehr Kontrollen aus. „In 17 EU Staaten ist Handy am Steuer im Punkteführerschein bzw. Vormerksystem enthalten. Auch für Österreich wäre es wichtig, dass Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen wird“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Auch die derzeitige Strafhöhe von 50 Euro spiegelt das von Handy am Steuer ausgelöste Unfallrisiko nicht wider. Der VCÖ weist darauf hin, dass in vielen Staaten der EU die Strafen für Handy am Steuer deutlich höher sind. So ist in Frankreich die Strafe mit 135 Euro mehr als doppelt so hoch, in Italien mit 160 Euro mehr als dreimal so hoch und in Spanien mit mindestens 200 Euro sogar viermal so hoch.. 

 

VCÖ: Strafen für  Handy am Steuer in vielen EU-Staaten höher als in Österreich (Verkehrsstrafen für  Handy am Steuer)

Niederlande: 230 Euro

Dänemark: 200 Euro

Spanien: ab 200 Euro

Estland: bis 200 Euro

Schweden: 170 Euro

Italien: ab 160 Euro

Großbritannien: ab 140 Euro

Frankreich: ab 135 Euro

Slowenien: 120 Euro

Portugal: ab 120 Euro

Finnland: bis 115 Euro

Belgien: ab 110 Euro

Griechenland: 100 Euro

Ungarn: bis 100 Euro

Zypern: 85 Euro

Rumänien: ab 75 Euro

Luxemburg: 75 Euro

Kroatien: ab 65 Euro

Tschechien: ab 60 Euro

Irland ab 60 Euro

Deutschland: 60 Euro

Österreich: ab 50 Euro

Polen: ab 50 Euro

Litauen: ab 30 Euro

Lettland: ab 30 Euro

Malta: ab 25 Euro

Bulgarien: ab 25 Euro

Slowakei: ab 20 Euro

Quelle: Adac, VCÖ 2015

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