VCÖ begrüßt Ermöglichung des Bildbeweises bei Handy am Steuer

VCÖ (Wien, 9. Dezember  2015) –  Der VCÖ begrüßt die heute von Verkehrsminister Alois Stöger angekündigte Streichung der bestehenden Anhalteerfordernis bei Handy am Steuer. Bisher kann ein Verstoß gegen das Handyverbot nur bei einer polizeilichen Anhaltung festgestellt und bestraft werden, was die Verkehrssicherheitsarbeit der Exekutive erschwerte. Zukünftig soll auch der Bildbeweis möglich sein. Darüber hinaus spricht sich der VCÖ dafür aus, dass Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen wird. 

„Handy-Telefonieren am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Handy am Ohr beim Autolenken telefoniert reagiert ähnlich schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille“, macht VCÖ-Experte Markus Gansterer aufmerksam. Doch in Österreich fehlt zu vielen das Bewusstsein über das massiv erhöhte Unfallrisiko durch Handy-Telefonieren am Steuer. Im Vorjahr wurden in Österreich 130.621 Lenkerinnen und Lenker wegen Handy am Steuer angezeigt. Laut KfV werden aber in Österreich rund 900.000 Handy Telefonate beim Lenken eines Fahrzeugs gemacht. Damit wird nur eines von 2.500 Handy-Telefonaten am Steuer geahndet.

Der VCÖ befürwortet das Vorhaben von Verkehrsminister Stöger den Passus im Kraftfahrgesetz zu streichen, dass Handy am Steuer nur geahndet werden kann, wenn der Lenker bzw. die Lenkerin angehalten wird. Die Zulassung des Bildbeweises, etwa durch Radargeräte, ist im Interesse der Verkehrssicherheit zu begrüßen. Darüber hinaus soll Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen werden, wie das bereits in mehreren EU-Staaten der Fall ist, fordert der VCÖ.

Ein Beispiel des VCÖ verdeutlicht die Folgen der Nutzung des Mobiltelefons während des Autolenkens: Ein aufmerksamer Autofahrer hat bei Tempo 50 auf trockener Fahrbahn einen Anhalteweg  von 24 Metern. Wer mit dem Handy telefoniert, hat einen um ein Drittel längeren Anhalteweg (32 Meter). Nach 24 Meter hat das Auto noch eine Geschwindigkeit von 36 km/h. Wer ein E-Mail oder SMS schreibt oder im Internet surft, hat einen mehr als doppelt so langen Anhalteweg (52 Meter). „Wer unachtsam oder im Blindflug ein Fahrzeug lenkt, spielt mit dem eigenen Leben und dem Leben anderer Russisches Roulette. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, ist es besonders wichtig, mit voller Aufmerksamkeit zu fahren“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Und: „Wer sowohl die Devise „don’t drink and drive“ als auch „don’t phone and drive“ beherzigt, ist im Straßenverkehr sicherer unterwegs.“

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