VCÖ: Begegnungszonen setzen sich langsam in Österreich durch - 25.07.2013

Seit fast vier Monaten können in Österreich so genannte Begegnungszonen umgesetzt werden. Eine VCÖ-Analyse zeigt, dass es bereits einige Orte in Österreich mit Begegnungszonen gibt. Mit der Mariahilferstraße wird ab 16. August Wien Österreichs am stärksten frequentierte Begegnungszone haben. Begegnungszonen sind sehr fußgängerfreundlich, es dürfen aber alle Verkehrsmittel unterwegs sein und Maximalgeschwindigkeit ist 20km/h. Der VCÖ empfiehlt den Gemeinden und Städten die verstärkte Umsetzung von Begegnungszonen. In der Schweiz gibt es bereits mehr als 200 Begegnungszonen.

Seit 31. März sind so genannten Begegnungszonen auch in Österreich rechtlich erlaubt und in der Straßenverkehrsordnung (StVO) verankert. Der VCÖ weist darauf hin, dass einige Städte und Gemeinden in Österreich bereits Begegnungszonen eingeführt haben, wie etwa: Mödling, St. Pölten, Wels, Wolfurt, Bludenz, Dornbirn, Graz, Judenburg, Velden. Ab 16. August gibt es auch in Wien eine Begegnungszone: Teile der Mariahilferstraße (im Abschnitt zwischen Getreidemarkt und Kirchengasse sowie zwischen Kaiserstraße und Andreasgasse) werden zur Begegnungszone. Damit wird Wien Österreichs größte und am stärksten frequentierte Begegnungszone erhalten, macht der VCÖ aufmerksam. In der Schweiz wurde die Begegnungszone im Jahr 2002 rechtlich eingeführt. Mittlerweile gibt es in der Schweiz bereits mehr als 200 Begegnungszonen.

Wie funktioniert eine Begegnungszone? "Auf Fußgänger gilt besondere Rücksicht zu nehmen. Es gilt die Rechtsregel, Autos dürfen auf gekennzeichneten Flächen parken, es gilt als Höchstgeschwindigkeit Tempo 20 oder in Ausnahmefällen Tempo 30“, erklärt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer das Konzept der Begegnungszone. Auch verringert das niedrige Tempo die Lärmbelastung und erhöht damit die Lebensqualität für die Anrainerinnen und Anrainer.

Der VCÖ empfiehlt den Gemeinden die verstärkte Einführung von Begegnungszonen. Begegnungszonen fördern das Miteinander und die Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Zudem wird die Nahversorgung gestärkt. „Überall dort, wo in den Ortsgebieten viele Menschen zu Fuß unterwegs sind, macht der Handel ein gutes Geschäft“, so VCÖ-Experte Gansterer.

Zu Fuß gehen erlebt in Österreich eine Renaissance. Acht von zehn Personen gehen täglich oder zumindest mehrmals die Woche für Alltagserledigungen (Einkäufe, zur Arbeit, zum Arzt, etc.) zu Fuß, betont der VCÖ. Insgesamt legen die Fußgängerinnen und Fußgänger im Alltag rund 1,8 Milliarden Kilometer pro Jahr zurück - das entspricht rund 45.000 Mal rund um die Erde. Die Österreicher vermeiden dadurch, dass sie diese Distanz gehen und nicht mit dem Auto fahren, rund 360.000 Tonnen klimaschädliches CO2, macht der VCÖ aufmerksam. "In Wien wurden -als erste Stadt Österreichs - im Vorjahr bereits mehr Alltagswege zu Fuß zurückgelegt als mit dem Auto gefahren", erinnert VCÖ-Experte Gansterer. Die Wienerinnen und Wiener legten 28 Prozent ihrer Wege zu Fuß zurück und nur 27 Prozent mit dem Auto.


VCÖ: In fast allen Bundesländern gibt es Begegnungszonen

Vorarlberg: Bludenz, Dornbirn, Wolfurt, Bregenz (beschlossen).

Niederösterreich: Mödling, St. Pölten.

Steiermark: Judenburg, Graz.

Oberösterreich: Wels, Grünburg (geplant), Linz (Diskussion)

Wien: Teile Mariahilferstraße (ab 16. August)

Kärnten: Velden.

Tirol: Diskussionen um Begegnungszonen u.a in Landeck, Oberhofen im Inntal, Zirl.

Salzburg: Stadt Salzburg (Diskussion)
Quelle: VCÖ 2013

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