VCÖ: Begegnungszonen gibt es bereits in allen Bundesländern

VCÖ (Wien, 11. Februar 2015) – Der VCÖ sieht den Vorschlag von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel, den 1. Bezirk zur Begegnungszone zu machen, als positiv. Seit zwei Jahren ist die Begegnungszone in der StVO verankert. Der VCÖ weist darauf hin, dass es bereits in allen Bundesländern Begegnungszonen gibt. Im Unterschied zu Fußgängerzonen dürfen in Begegnungszonen auch Fahrzeuge fahren. Es gilt Tempolimit 20. Parken ist nur auf gekennzeichneten Parkflächen erlaubt.

„Der Vorschlag von Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel, den 1. Bezirk mit Ausnahme der bestehenden Fußgängerzonen und einzelner Straßen zur Gänze zur Begegnungszone zu machen, ist zu begrüßen. Begegnungszonen erhöhen die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr und fördern auch die Rücksichtnahme und das Miteinander“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

In der Begegnungszone ist ein Durchfahren mit 20 km/h erlaubt, in Ausnahmefällen gibt es auch Begegnungszonen mit Tempo 30.  Das Besondere an der Begegnungszone ist, dass sie weitgehend ohne Verkehrszeichen auskommt und auf den Prinzipien der Aufmerksamkeit und der gegenseitigen Rücksichtnahme basiert. Sie hat sich aus dem „Shared Space“ des holländischen Verkehrsplaners Hans Mondermann entwickelt. „Mangelnde Aufmerksamkeit und Rücksichtslosigkeit ist im Straßenverkehr ein großes Problem. Die Begegnungszone fördert das rücksichtsvolle Miteinander. Es wird Augenkontakt gesucht und auf das Verhalten anderer geachtet. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Verkehrssicherheit aus“, erläutert VCÖ-Experte Gansterer.

Vor zwei Jahren wurde die Begegnungszone in der Straßenverkehrsordnung (StVO) verankert. Der VCÖ weist darauf hin, dass es mittlerweile in allen Bundesländern Begegnungszonen gibt und zahlreiche weitere geplant sind. Umgesetzt wurden Begegnungszonen sowohl in kleineren Orten, wie in Stegersbach (Burgenland),  Neustift im Stubaital (Tirol) und Thalgau (Salzburg) als auch in Städten wie Bischofshofen, St. Pölten, Bludenz, Velden, Wels, Ried im Innkreis oder in Linz. Österreichs bekannteste Begegnungszone ist die Mariahilferstraße in Wien. Im Vergleich zur Schweiz hat aber Österreich noch Aufholbedarf. In der Schweiz gibt es bereits in mehr als 120 Orten rund 300 Begegnungszonen.

Eine Begegnungszone ist ideal, wenn die Durchquerung einer Straße oder eines Platzes für den Autoverkehr erhalten bleiben soll. „Entscheidend ist ein hoher Anteil von Fußgängerinnen und Fußgängern. Geschäftsstraßen, Zentrums- und Altstadtbereiche sowie Bahnhofsvorplätze eignen sich besonders gut als Begegnungszonen. Die stärkere Aufmerksamkeit und der Blickkontakt zwischen den Verkehrsteilnehmern erhöht die Verkehrssicherheit“, erklärt VCÖ-Experte Gansterer.  Auch für den Radverkehr sind Begegnungszonen positiv. Der vorhandene Platz kann zudem effizienter genutzt werden, da keine eigenen Flächen für Radstreifen oder Radwege nötig sind.

 

VCÖ: In Österreich gibt es bereits zahlreiche Begegnungszonen (Beispiele für Orte, in denen es mindestens eine Begegnungszone gibt)

Oberösterreich: Enns, Freistadt, Gallneukirchen, Linz, Lochen, Ottensheim, Ried, Wels

Kärnten: Hermagor, Velden, Villach

Niederösterreich: Mödling, St. Pölten, Melk

Steiermark: Graz, Judenburg

Vorarlberg: Bregenz, Bludenz, Dornbirn, Wolfurt

Salzburg: Bischofshofen, Golling, Thalgau

Tirol: Neustift im Stubaital

Wien: Mariahilferstraße

Burgenland: Stegersbach

Quelle: VCÖ 2015

Zurück zur Übersicht