VCÖ: Bahngüterverkehr rückläufig – Betriebe mit Anschlussbahnen stärker fördern

VCÖ (Wien, 21. Februar 2014) – Der Güterverkehr auf der Schiene war in den vergangenen beiden Jahren leicht rückläufig. Bis zum Jahr 2025 soll laut Ziel der österreichischen Verkehrspolitik der Anteil der Schiene am Gütertransport von derzeit rund 32 auf 40 Prozent steigen. Der VCÖ weist darauf hin, dass dieses Ziel ohne verbesserte Rahmenbedingungen für den Bahngüterverkehr nicht erreichbar ist. So sollen Betriebe und Unternehmen, die ihre Güter vom Lkw auf die Bahn verlagern, stärker unterstützt werden. Bestehende Begünstigungen des Lkw-Verkehrs sind abzubauen. So soll der Lkw-Verkehr für die auf Landesstraßen verursachten Schäden durch eine Ausweitung der Lkw-Maut bezahlen.

Im EU-Vergleich ist in Österreich der Anteil der Schiene am Gütertransport mit rund 32 Prozent hoch. Auch werden heute in Österreich um rund 30 Prozent mehr Güter auf der Schiene transportiert als vor 15 Jahren, wie eine Analyse des VCÖ zeigt. Doch in den vergangenen zwei Jahren war der Güterverkehr auf der Schiene rückläufig. Das Ziel von Österreichs Verkehrspolitik ist aber eine starke Zunahme des Bahngüterverkehrs. Im Jahr 2025 sollen 40 Prozent der Güter auf der Schiene transportiert werden. Die Güterverkehrsleistung der Bahn soll von rund 19,1 auf voraussichtlich 26,5 Milliarden Tonnenkilometer steigen.

„Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn die Rahmenbedingungen deutlich verändert werden. Derzeit wird die Schiene in einigen Bereichen gegenüber dem Lkw-Verkehr benachteiligt“, stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest. So zahlt die Bahn am gesamten Schienennetz Maut, der Lkw-Verkehr nur auf Autobahnen und Schnellstraßen. Zudem wird die Einhaltung der Vorschriften auf der Schiene stärker kontrolliert als auf der Straße. „Schwarze Schafe im Straßengüterverkehr schaden sowohl der Bahn als auch jenen Transporteuren, die alle Vorschriften und Gesetze einhalten. Hier braucht es mehr Ressourcen für verstärkte Kontrollen“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Auch Betriebe, die ihre Güter auf die Schiene verlagern, brauchen eine stärkere Unterstützung. Betriebe, die direkt vom Produktionsstandort ihre Güter mit der Bahn transportieren, entlasten die Straßen, vermeiden Schadstoffe und verringern die Treibhausgas-Emissionen. Der VCÖ weist darauf hin, dass der Lkw-Verkehr pro 1.000 Tonnenkilometer rund 15 so viel klimaschädliches CO2 verursacht wie die Bahn. Zudem belastet der Lkw-Verkehr die Luft besonders stark mit Stickoxiden und Feinstaub. „Lkw fahren mit Diesel. Im Unterschied zur Schweiz ist in Österreich die Mineralölsteuer auf Diesel niedriger als auf Benzin. Dass ausgerechnet der gesundheitsschädlichere Treibstoff niedriger besteuert wird, ist nicht nachvollziehbar und eine weitere indirekte Förderung des Lkw-Verkehrs“, stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. 

Gemeinden und Bundesländer leiden auch finanziell unter dem starken Lkw-Verkehr. Die Lkw verursachen große Schäden auf den Gemeinde- und Landesstraßen. Erst diese Woche hat der Rechnungshof in einem Bericht auf den Sanierungsbedarf am niederrangigen Straßennetz hingewiesen. Der VCÖ fordert eine Ausweitung der Lkw-Maut. „In der Schweiz wird nicht nur Diesel deutlich höher besteuert als in Österreich. In der Schweiz gibt es auch seit dem Jahr 2001 eine Lkw-Maut am gesamten Straßennetz. Und die wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz ist sehr positiv. Mehr Kostenwahrheit auf der Straße erhöht die Effizienz, verringert Leerfahrten bzw. Fahrten mit geringer Auslastung“, so VCÖ-Experte Gansterer.

 

VCÖ: Mehr Güter auf die Schiene verlagern!
(Auf der Schiene transportierte Gütermenge in Mrd. Nettotonnenkilometer) 

Ziel Jahr 2025: 26,5 Milliarden Tonnenkilometer (Anteil 40 Prozent)

Jahr 2013 (vorläufige Zahl VCÖ): 19,1 Milliarden Tonnenkilometer
Jahr 2012: 19,5
Jahr 2011: 20,2
Jahr 2010: 19,7
Jahr 2009: 17,2
Jahr 2008: 21,1
Jahr 2007: 20,7
Jahr 2006: 19,5
Jahr 2005: 18,1
Jahr 2004: 18,7
Jahr 2003: 17,4
Jahr 2002: 17,3
Jahr 2001: 16,9
Jahr 2000: 16,6
Jahr 1999: 15,0
Jahr 1998: 14,7
Jahr 1997: 14,2
Jahr 1996: 13,3
Jahr 1995: 13,1

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2014

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