VCÖ: Bahnfahrer haben in Österreich im Vorjahr rund 1,9 Millionen Tonnen CO2 vermieden

VCÖ: Mehr Bahnpendler durch häufigere Verbindungen und betriebliche Anreize erreichbar

VCÖ (Wien, 2. Juni 2017) – Österreichs Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer leisten einen großen Beitrag zum Klimaschutz, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vorjahr wurden rund 12,5 Milliarden Kilometer in Österreich mit der Bahn gefahren und damit rund 1,9 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Um mehr Pendlerinnen und Pendlern angesichts der flexibler werdenden Arbeitszeiten den Umstieg auf die Bahn zu ermöglichen, braucht es auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen, betont der VCÖ.

Seit dem Jahr 2013 sind die Österreicherinnen und Österreicher die fleißigsten Bahnfahrer in der EU. In Summe wurden im Vorjahr in Österreich rund 12,5 Milliarden Kilometer mit der Bahn gefahren. Das ist im Vergleich zum Jahr 2003 ein Anstieg um rund 44 Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. „12,5 Milliarden Kilometer entspricht der Distanz von rund 150 Mal zur Venus und wieder retour“, verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Würden die 12,5 Milliarden Kilometer nicht mit der Bahn, sondern mit dem Pkw gefahren werden, wären nicht nur deutlich mehr Staus die Folge: Die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrssektors wären um rund 1,9 Millionen Tonnen höher, macht der VCÖ aufmerksam.

Der Klimaschutzbeitrag der Bahnen kann verdoppelt werden, wenn in Österreich pro Einwohner soviel mit der Bahn gefahren wird wie in der Schweiz. Nötig dafür sind vor allem auch häufigere Bahnverbindungen. „Das Angebot ist den geänderten, flexibleren Arbeitszeiten anzupassen. Auch hat die Teilzeitarbeit in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Es braucht daher auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten häufigere Verbindungen“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Wenn Pendler mit der Bahn statt dem Auto fahren können, verringern sich neben den Staus auch die Treibhausgas-Emissionen deutlich. Ein Pendler, der von Neusiedl nach Eisenstadt mit der Bahn statt dem Auto fährt, vermeidet rund 2.400 Kilogramm Treibhausgase pro Jahr. Auf der Strecke Wels – Linz vermeidet ein Bahnpendler 2.600 Kilogramm Treibhausgase pro Jahr, verdeutlicht der VCÖ.

Auf die Verkehrsmittelwahl der Beschäftigten haben die Firmen und Unternehmen starken Einfluss. Durch betriebliches Mobilitätsmanagement gelingt es vielen Unternehmen, die Mobilität ihrer Beschäftigten klimafreundlicher zu machen. So können Betriebe ihren Beschäftigten ein Öffi-Jobticket zur Verfügung stellen. Derzeitige Regelungen im Steuersystem behindern aber Firmen, wenn sie ihren Beschäftigten weitere Anreize geben möchten. Der VCÖ sieht die Bundesregierung gefordert, betriebliche Incentives für umweltfreundliche Mobilität steuerlich zu entlasten.

Um die Zahl der Bahnfahrenden zu erhöhen, ist auch die Verbesserung der Erreichbarkeit von Bahnhöfen und Haltestellen mit dem Fahrrad sowie ausreichend sichere  und wettergeschützte Radabstellplätze wesentlich. „Viele wohnen in Radfahrdistanz zu Bahnhöfen. Bei guten Radverbindungen zum Bahnhof ist Bike & Ride eine kostengünstige und schnelle Alternative zum Auto“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Wesentlich für die weitere Verbesserung der Klimabilanz des Bahnfahrens ist die Elektrifizierung des Schienennetzes. Derzeit sind in Österreich 71 Prozent des Bahnnetzes elektrifiziert, in der Schweiz sind es bereits jetzt 100 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam.

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