VCÖ: Bahnangebot in Österreich auf Schweizer Niveau verbessern

VCÖ: Ausbau von klimafreundlicher Bahn ist starke Konjunkturlokomotive

VCÖ (Wien, 15. Februar 2017) - Im Vorjahr wurden in Österreich mehr als 12,5 Milliarden Personenkilometer mit der Bahn gefahren, rechnet der VCÖ. Seit dem Jahr 2005 sind die mit der Bahn in Österreich zurückgelegten Kilometer um 38 Prozent gestiegen. Dort, wo das Angebot verbessert wurde, fahren heute deutlich mehr Personen mit der Bahn. Gleichzeitig ist der Bahnausbau eine Konjunkturlokomotive, wie eine heute präsentierte Economica-Studie zeigt. Um die Klimaziele zu erreichen, ist noch eine deutlich stärkere Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn nötig. Das Bahnangebot in Österreich ist auf Schweizer Niveau zu verbessern, betont der VCÖ.

Im Vorjahr wurde in Österreich so viel wie noch nie mit der Bahn gefahren. Insgesamt rechnet der VCÖ, dass im Vorjahr in Österreich mehr als 12,5 Milliarden Personenkilometer mit der Bahn zurückgelegt wurden. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 wurden in Österreich rund 8,7 Milliarden Personenkilometer mit der Bahn gefahren, im Jahr 2005 waren es 9,1 Milliarden und im Jahr 2010 waren es 10,7 Milliarden Personenkilometer. "Im EU-Vergleich ist Österreich beim Bahnfahren mittlerweile Spitzenreiter, im Vergleich zur Schweiz gibt es aber noch einiges aufzuholen", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Pro Kopf wird in der Schweiz um rund 1.000 Kilometer mehr Bahn gefahren als hierzulande.

Akuten Handlungsbedarf sieht der VCÖ beim Angebot in den Ballungsräumen, wo angesichts zu hoher Schadstoffbelastung und Staus eine viel stärkere Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn nötig ist, die Bahnen aber schon jetzt an Kapazitätsgrenzen stoßen. Vor allem in den Ballungsräumen Wien, Graz, Linz und Salzburg braucht es ein dichteres Netz sowie häufigere Verbindungen. Auch zwischen regionalen Zentren ist der Takt zu verdichten. "Da in den letzten Jahren Teilzeitarbeit stark zugenommen hat und die Arbeitszeiten deutlich flexibler geworden sind, ist der Bedarf an häufigeren Verbindungen abseits der klassischen Pendelzeiten stark gestiegen", betont VCÖ-Experte Gansterer. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass dort, wo das Bahnangebot verbessert wurde, die Zahl der Fahrgäste stark gestiegen ist.

Der VCÖ weist zudem darauf hin, dass mit dem Klimaabkommen von Paris der Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2050 beschlossen wurde. Um dieses Ziel zu erreichen sind die mit der Bahn statt mit dem Pkw gefahrenen Kilometer deutlich zu erhöhen. Die heute präsentierte Studie von Economica zeigt, dass Investitionen in den Bahnausbau die Wirtschaft ankurbeln und viele Arbeitsplätze in heimischen Betrieben und Unternehmen schaffen beziehungsweise sichern. Österreich beheimatet eine im internationalen Vergleich sehr starke Bahnindustrie, bei der Verbesserung des Bahnangebots bleibt die Wertschöpfung zu einem großen Teil im Inland. Zudem fährt die Bahn überwiegend mit Strom, der in Österreich erzeugt werden kann, während der Pkw-Verkehr von Erdölimporten abhängig ist. 

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