VCÖ: Auf Wiens am stärksten befahrenen Autobahn A23 sind 16 Mal so viele Pkw wie Lkw unterwegs

VCÖ: Bei St. Marx im Schnitt fast 160.000 Pkw pro Tag

VCÖ: S-Bahnnetz ausbauen, mehr Öffi-Verbindungen vom Umland nach Wien nötig

VCÖ (Wien, 5. Jänner 2017) – Auf der A23 bei St. Marx waren im Vorjahr im Schnitt täglich fast 160.000 Pkw  und Kleintransporter unterwegs, macht der VCÖ aufmerksam. Lkw machen auf Wiens am stärksten befahrene Autobahn rund sechs Prozent des Verkehrsaufkommens aus. Um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen und die Staus zu verringern, sind mehr öffentliche Verkehrsverbindungen vom Umland nach Wien nötig, betont der VCÖ.

Die A23 Südosttangente bei St. Marx ist jener Autobahnabschnitt in Wien, wo die meisten Autos fahren, macht der VCÖ aufmerksam. Im Schnitt waren hier im Vorjahr fast 160.000 Pkw und Kleintransporter pro Tag unterwegs, beim Absbergtunnel waren es täglich rund 124.000. Die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt zudem, dass auf der A23 rund 16 Mal so viele Pkw wie Lkw unterwegs sind. Baustellenbedingt ist auf der A23 und auch auf der A22 Donauuferautobahne der Verkehr zurückgegangen.

Stark ist die Verkehrsbelastung auch auf der A22, wo bei der Brigittenauer Brücke im Schnitt täglich rund 91.200 Pkw und Kleintransporter gezählt wurden und auf der A4 Ostautobahn bei der Simmeringer Haide mit rund 74.000 pro Tag. Auf der S1 waren bei der Laxenburger Straße rund 66.500 Pkw und Kleintransporter pro Tag unterwegs und auf der S2 bei der Hermann Gebauer Straße rund 40.000.

Auf der S1 ist der Autoverkehr um knapp mehr als vier Prozent gestiegen. Auch Österreichweit nahm der Autoverkehr auf den Autobahnen und Schnellstraßen mit durchschnittlich 2,7 Prozent deutlich zu. „Wenn Spritpreise steigen, nimmt der Autoverkehr ab. Ebenso ist es umgekehrt, bei sinkenden Spritpreisen steigt der Autoverkehr“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Im Vorjahr kostete ein Liter Diesel und ein Liter Eurosuper im Schnitt jeweils um neun Cent weniger als im Jahr 2015. Im Vergleich zum Jahr 2012 war Diesel um 38 Cent billiger und Eurosuper um 34 Cent pro Liter.

Die Zunahme des Autoverkehrs ist für den Klimaschutz unerfreulich und erhöht zudem die Staugefahr. „Um den Verkehr auf Klimakurs zu bringen, braucht es im Ballungsraum Wien mehr öffentliche Verkehrsverbindungen zwischen dem Umland und der Stadt. Das S-Bahnnetz ist rasch auszubauen, bestehende Engpässe in der Schieneninfrastruktur schnell zu beseitigen“, betont VCÖ-Experte Gansterer. Betriebe und Unternehmen können zudem durch Mobilitätsmanagement einen wichtigen Beitrag für eine klimafreundliche Mobilität leisten, etwa indem den Beschäftigten ein ÖV-Jobticket zur Verfügung gestellt wird.

Internationale Beispiele wie etwa die Großregion Kopenhagen oder Greater London zeigen, dass durch Radschnellverbindungen zum Umstieg vom Pkw auf das Fahrrad  motiviert werden kann. „Sowohl das Auto als auch das Fahrrad sind Individualverkehrsmittel. Wenn durch die bessere Infrastruktur einige öfters mit dem Rad statt mit dem Auto fahren, gehen auch die Staus zurück“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: Pkw-Verkehr auf Wiens Autobahnen und Schnellstraßen (Anzahl der durchschnittlichen Kfz unter 3,5 Tonnen pro Tag im Jahr 2016 (bis 30.11.), in Klammer Änderung gegenüber 1.1.-30.11  2015)

A23 St. Marx: 159.300 Pkw pro Tag (minus 2,0 Prozent)

A23 Absbergtunnel: 124.300 Pkw pro Tag (minus 2,4 Prozent)

A22 Brigittenauer Brücke: 91.200 Pkw pro Tag (minus 9,2 Prozent)

A22 Nordbrücke: 79.600 Pkw pro Tag (minus 1,3 Prozent 

A4 Simmeringer Haide: 74.000 Pkw pro Tag (plus 3,0 Prozent)

A23 Hirschstetten: 68.000 Pkw pro Tag (minus 5,7 Prozent)

S1 Laxenburger Straße: 66.500 Pkw pro Tag (plus 4,4 Prozent)

S1 Rustenfeld: 63.600 Pkw pro Tag (plus 4,4 Prozent)

A23 Inzersdorf A23: 58.100 Pkw pro Tag (minus 1,9 Prozent)

S2 Hermann Gebauer Straße: 40.000 Pkw pro Tag (minus 0,1 Prozent)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2017

Zurück zur Übersicht